Fische und Korallen im Great Barrier Reef, Australien.

Das grösste Meeresschutz-Gebiet in Malaysia: der Tun-Mustapha-Park

An der Nordspitze der Insel Borneo befindet sich ein einzigartiger Lebensraum. Damit der Artenreichtum weiter bestehen bleibt, hat die Regierung zusammen mit aktiver Unterstützung des WWF den Tun-Mustapha-Park im Bundesstaat Sabah in Malaysia eröffnet. Das neue Meeresschutz-Gebiet umfasst eine Fläche von fast einem Viertel der Schweiz.

Unterwasser-Paradies in Gefahr

Marine Vielfalt

Rund 360 verschiedene Fischarten leben im Gebiet des Tun-Mustapha-Meeresparks.

Dugongs, Schildkröten, Walhaie und unendlich viele Fische tummeln sich zwischen bunten Korallen, Seegras und Mangroven. Das Kudat-Banggi-Gebiet an der Nordspitze der Insel Borneo in Malaysia ist international als herausragendes Meeresgebiet anerkannt. Auch seltene und bedrohte Arten wie Irawadi-Flussdelfine und Seeotter leben hier. Das Paradies und sein Artenreichtum ist jedoch bedroht:, seinen Artenreichtum zu verlieren: Seit Jahrzehnten fischen die Bewohner mit Dynamit und Zyanid und zerstören dadurch Korallen und andere Meeresbewohner. Überfischung, die rasante Entwicklung der Tourismus-Infrastruktur, Verschmutzung sowie die Erschliessung von Öl- und Gasvorkommen bedrohen die vielseitigen Ökosysteme zusätzlich.

Dugong schwimmt mit Fischen
Schildkröte schwimmt über Korallen
Mangroven über und unter der Meeresfläche

Artenreichtum im neuen Schutzgebiet: Dugong, Suppen-Schildkröte und Mangroven

Grosser Meilenstein: Der Park ist eröffnet

Bereits seit 2003 setzt sich der WWF für ein neues Meeres-Schutzgebiet in Malaysia ein und unterstützte die Vorarbeiten für die Gründung des Tun-Mustapha-Parks. Im Mai 2016 zeigte die jahrelange Arbeit des WWF endlich Früchte: Der Bundesstaat Sabah in Malaysia hat den Tun-Mustapha-Park offiziell gegründet. Das übergeordnete Ziel des Parks ist es, die Biodiversität und die marinen Ressourcen zu erhalten und damit die Lebensgrundlage der Bevölkerung in und um den Park langfristig zu sichern.

Dieser Erfolg wurde möglich dank der Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partnern auf verschiedenen Ebenen:

  • Staatliche Stellen: Neben der Parkbehörde Sabah Parks arbeitet der WWF auch eng mit der Fischereibehörde, der Behörde für Wildtier-Management und dem für die Parkgründung zuständigen Ministerium für Tourismus, Kultur und Umwelt zusammen.
  • Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu stärken, hat der WWF von Anfang an mit Dorfgemeinschaften und lokalen Organisationen im Gebiet des Tun-Mustapha-Parks zusammengearbeitet. So kann sich die Bevölkerung am Parkmanagement beteiligen und alternative Einkommensmöglichkeiten entwickeln.
  • Universitäten und Forschungsnetzwerke: Ständig erweitert der WWF in Zusammenarbeit mit Forschungspartnern das Wissen über die Ökosysteme im Tun-Mustapha-Park. Denn nur was wir kennen, können wir auch schützen.
  • Weitere Partner sind andere NGOs, Medien und Akteure aus dem Privatsektor – eine breite Abstützung des Parks ist nötig, um ein funktionierendes Management auf die Beine zu stellen und die Ressourcen des Parks nachhaltig zu nutzen.

Mit einer Fläche von 900'000 Hektaren, also fast einem Viertel der Schweiz, ist der Tun-Mustapha-Park der grösste Meerespark in Malaysia und zählt zu den grössten in der ganzen Region des Korallendreiecks.

Karte Tun Mustapha Park

Karte des Tun-Mustapha-Parks in Malaysia

Chancen und Perspektiven für die Einheimischen

Dieser Park stellt einen Paradigmenwechsel dar: Die Menschen werden nicht wie in vielen anderen Fällen vom Schutzgebiet ferngehalten, sondern von Anfang an mit einbezogen.

Portrait Alice Eymard-Duvernay

Das Schutzgebiet unterscheidet sich von anderen Meeresschutz-Gebieten, indem es die dort lebenden Menschen von Anfang an ins Management integrierte. Das erhöht die Akzeptanz bei der Bevölkerung und gibt ihr neue Perspektiven. Der WWF bildete Parkranger aus den umliegenden Dörfern aus, welche die lokalen Schutzgebiete nun kontrollieren. Um den lokalen Gemeinschaften wirtschaftliche Alternativen zur Fischerei zu eröffnen, unterstützt sie der WWF bei der Entwicklung neuer Einkommensquellen. Angebote im Ökotourismus (Tauchen, Aufforstung von Mangrovenwäldern), die Belebung des Kunsthandwerks oder der Aufbau neuer Produktionszweige wie die nachhaltige Seegurken-Zucht oder der Gemüseanbau sind einige Beispiele dafür.

Mit Partnern wie dem Jugendclub der Insel Banggi oder dem Meeresschildkröten-Zentrum von Kudat fördert der WWF das Bewusstsein für Umweltthemen und das Verständnis für die Auswirkungen des persönlichen Handelns. Jugendgruppen engagieren sich bei Strandsäuberungsaktionen, Leute werden aktiv bei Solidaritätsläufen, frisch geschlüpfte Schildkröten werden freigelassen und die Vorteile von Abfall-Recycling erklärt.

Das Projekt geht weiter

Die Menschen sind mir in all den Jahren sehr ans Herz gewachsen. Mein grösster Wunsch ist es nun, dass sich der Park für sie auszahlt.

Mit der erfolgreichen Gründung des Tun-Mustapha-Parks in Malaysia ist es noch lange nicht getan. Der Grundstein für den Schutz des Meeresgebietes rund um die Nordspitze von Borneo ist zwar gelegt: Nun ist es wichtig, dass das Parkmanagement gut organisiert wird, eine nachhaltige Finanzierungsgrundlage aufgebaut wird und dass die Ansätze für die alternativen Einkommensmöglichkeiten selbsttragend werden. Der WWF erstellt im Auftrag der Parkbehörde einen Entwurf für den Managementplan, prüft Finanzierungsmodelle für den Park und unterstützt weiterhin lokale Initiativen. Auch zum endgültigen Stopp zerstörerischer Fischereipraktiken und für den Schutz bedrohter Arten wie Meeresschildkröten und Haie ist noch viel zu tun. Wir wollen zeigen, dass ein gemeinschaftliches Management des Meeresparks funktioniert und sowohl für die Natur als auch für die Menschen im Schutzgebiet Nutzen bringt. Der Tun-Mustapha-Park könnte zu einem Leuchtturmprojekt für andere bedrohte Regionen werden.

Was Sie tun können

Helfen Sie uns mit einer Spende für die Meere, weitere Meeresschutz-Gebiete zu fördern. Oder unterstützen Sie unsere Arbeit im Korallen-Dreieck als Pate. Im Ratgeber Fische und Meeresfrüchte erfahren Sie, welche Fische Sie ohne Bedenken konsumieren können.

Luftaufnahme Hardy Riff. Teil des Great Barrier Riffs in Australien.

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