Ein Mekong Flussdelfin springt aus dem Wasser

Flussdelfinschutz im Mekong

Wenn es dem Flussdelfin gut geht, geht es dem Mekong gut. Die Zahl der Flussdelfine und die Fischbestände sind in den letzten vierzig Jahren aber stark dezimiert worden. Dank der Arbeit des WWF ist eine Trendwende zu erkennen.

Gefahr aus Nylon

Noch etwas über 80 Irawadi-Flussdelfine leben im Mekong. Das sind zu wenige, um das Überleben der Population langfristig zu sichern.

Die Irawadi-Flussdelfine im Mekong sind hauptsächlich durch Beifang bedroht. In der Trockenzeit, wenn der Wasserstand des Flusses tief ist, konzentrieren sich die Delfine und Fische auf die tiefsten Wasserstellen. Dort verfangen sich die Flussdelfine in kleinmaschigen Stellnetzen der Fischerund ertrinken, weil sie nicht mehr an der Oberfläche Luft holen können. Heute leben nur noch etwas über 80 Flussdelfine im Mekong. Die Stellnetze sind aber auch eine Gefahr für die Fischbestände. Mit ihnen werden sehr kleine und damit häufig sehr junge Fische gefangen. Dadurch wird der natürliche Reproduktionszyklus der Fische gestört, und die Bestände gehen zurück. Wenn wir also den Irawadi-Flussdelfin schützen, schützen wir auch die anderen Fischarten im Mekong und stellen damit die Ernährungssicherheit für die Anwohner des Flusses sicher.

Der Schutz des Flussdelfins ist eng mit der Einführung nachhaltiger Fischereipraktiken verbunden. Der WWF fokussiert deshalb darauf, illegale Fischereimethoden zu eliminieren und der Bevölkerung den Zugang zu alternativen Erwerbseinkommen zu ermöglichen.

Zwei Fischer in ihrem Boot auf dem Mekong

Fischerei ist eine der wichtigsten Einkommenszweige vieler Menschen in der Mekong-Region

Endlich wieder Delfinkälber

2014 überlebten zum ersten Mal seit Jahren wieder Delfinkälber. Sie sind die Hoffnung, dass die Population endlich wieder wächst. Der WWF setzt alles daran, diesen Teilerfolg auszubauen und zu festigen, um eine Trendwende zu erreichen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Degradierung der überfluteten Wälder am Mekong gestoppt wird und dass die Bestände der Fische, aber auch von seltenen Arten wie dem Flussdelfin, der Weichschildkröte und verschiedener Vögel langfristig und nachhaltig gesichert sind. Da das Verhalten der Flussdelfine noch sehr wenig erforscht ist, unterstützt der WWF regelmässige Zählungen und Untersuchungen vor Ort.

Für eine nachhaltige Fischerei

«Wir erarbeiten mit der Lokalbevölkerung alternative Erwerbsmöglichkeiten, damit sie nicht nur auf die Fischerei als Einkommen angewiesen sind

Der WWF fokussiert auf die Eliminierung von illegalen Fischereimethoden, gepaart mit der Weiterbildung der lokalen Bevölkerung im Bereich alternative Erwerbseinkommen. Dazu begleiten wir die Fischereibehörde bei der Erarbeitung der internen Abläufe für den Gesetzesvollzug und unterstützen sie bei den Patrouillen, solange sie noch nicht über genügend staatliche Ressourcen verfügt. Weiter besuchen wir Schulklassen und organisieren Weiterbildungen für die Lehrer. Wir vermitteln Wissen über den Mekong als Lebensraum und seine einmalige Artenvielfalt. Die Kinder und die lokale Bevölkerung sind heute stolz auf ihre einzigartigen Flussdelfine und bilden so einen wirkungsvollen «Schild» im Sinne von sozialem Druck gegen verbotene Aktivitäten wie illegale Fischereimethoden.

Damit sich die Fischbestände besser erholen können, erarbeiten wir mit der Lokalbevölkerung zudem alternative Erwerbsmöglichkeiten, damit sie nicht nur auf die Fischerei als Einkommen angewiesen sind und folglich weniger fischen. Durch Geflügel- und Schweinezucht oder Gemüseanbau konnten viele Familien in den letzten Jahren ihre Lebensbedingungen verbessern. Sie verbrachten weniger Zeit mit Fischen und die Fischbestände konnten sich erholen. Nach wie vor zählt die Bevölkerung in der Projektregion jedoch zu den Ärmsten. Weitere Anstrengungen sind deshalb nötig, um die immer noch starke Abhängigkeit von der Fischerei weiter zu reduzieren. Die Zusammenarbeit des WWF in der Region mit Partnern trägt dazu bei, dass weitere Kreise der ländlichen Bevölkerung durch Trainings und Eigeninitiative ihre Familienbetriebe ausbauen und ihre Lebensbedingungen verbessern können. Je gesicherter die Einkommensverhältnisse der Menschen sind, umso geringer ist die gesellschaftliche Akzeptanz für illegale Fischereimethoden.

Was Sie tun können

Damit wir den Flussdelfin und den Mekong mit seinen Fischbeständen als Einkommensquelle auch für künftige Generationen erhalten können, brauchen wir Ihre Hilfe. Werden Sie WWF-Mitglied und verleihen Sie unserer Arbeit damit mehr Gewicht. Und achten Sie im Alltag darauf, nur Fisch aus nachhaltiger Fischerei zu kaufen. Unser Ratgeber hilft Ihnen dabei.

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Oysters sea food and fish guide

Ratgeber Fische & Meeresfrüchte

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