Gelbflossenthunfische

Nachhaltiger Thunfisch-Fang in den Philippinen

Thunfisch wird weltweit immer mehr als Delikatesse geschätzt. Doch viele Thunfisch-Bestände sind bereits heute überfischt und bedroht. Der WWF möchte mit seinem Förderprojekt die Fischerei von Gelbflossen-Thunfisch in den Philippinen langfristig verändern. Der Bestand der Gelbflossen-Thunfische in den Gewässern der Philippinen soll sich dank der geplanten MSC-Zertifizierung der dortigen Handleinen-Fischerei nachhaltig erholen.

Hilfe für den Gelbflossen-Thunfisch

Unser Projekt hat Vorbildfunktion. Die Politik muss sich bewusst werden, dass die Fischerei in den Philippinen nur eine Zukunft hat, wenn sie nachhaltig ist.

Die weltweiten Thunfisch-Bestände sind in Gefahr: Einige Bestände sind bereits stark überfischt. Die Art des Gelbflossen-Thuns in den Philippinen ist gefährdet, denn das Land ist führender Exporteur von Thunfischen nach Europa. Der WWF setzt sich für nachhaltige Fischerei-Methoden und geregelte Fangquoten ein, damit sich ihr Bestand erholt. Deshalb haben wir gemeinsam mit den Partnern Coop, Bell Food Group AG und der Deutschen Investitions- und Entwicklungs-Gesellschaft (DEG) im Jahr 2011 ein Förderprojekt für die Gelbflossen-Thunfische lanciert.

Zertifizierung

Das 1997 vom WWF mitgegründete MSC-Label ist ein Gütesiegel, das für umweltbewussten und nachhaltigen Fischfang steht. Der WWF unterstützt die lokalen Fischerei-Unternehmen in den Philippinen mit einem Konzept zur stufenweisen Entwicklung hin zu nachhaltigen Fischerei-Methoden. Das Ziel ist, dass sie in Zukunft die Auflagen der MSC-Zertifizierung erfüllen. Thunfisch-Fischereien mit MSC-Zertifizierung wenden umweltschonende Fangmethoden an und garantieren die Rückverfolgbarkeit der Herkunft der Thunfische. 

MSC-Logo

Marine Stewardship Council, das Label für nachhaltige Fischerei: MSC-Logo

Handleinen-Fischerei verhindert Beifang

Mit Unterstützung des WWF setzen die lokalen Fischer Handleinen für die Gelbflossen-Fischerei ein.

Mit dieser Methode arbeiten die Fischer auf traditionellen Booten mit vier Leinen. Die Leinen sind versehen mit Haken und Ködern, die in Tiefen von 50 bis 150 Metern ins Wasser gelassen werden. Für den Fang wird ein Rundhaken eingesetzt, der andere Meerestiere wie Schildkröten nicht verletzt. Jeder Thunfisch wird einzeln aus dem Wasser gezogen. Tiere mit einem Gewicht von weniger als 20 Kilogramm werden freigelassen, denn es könnten Jungtiere sein, die noch nicht gelaicht haben. 

Projektbeschrieb: Eine Zukunft für den Thunfisch

Rückverfolgung

Registrierte Boote im Projektgebiet

Mehr als 70 Prozent aller Boote im Projekt sind bereits offiziell registriert und verfügen über ein Fangzertifikat.

In den Philippinen ist der Fischfang meist nicht geregelt. Die Mittel fehlen, um die Bestände zu überwachen und zu kontrollieren, ob die Gesetze eingehalten werden.

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Rückverfolgbarkeit der Herkunft der Fische. Dazu arbeitet der WWF eng mit den Fischern, mit lokalen Fischereibehörden und Verarbeitern vor Ort zusammen, um alle Informationen systematisch zu erfassen.

Die Fischer im Projekt registrieren ihre Boote und erhalten eine Fanglizenz. Mit dem Fangzertifikat können sie ihre Fänge mit Herkunft und Fangzeit dokumentieren. Dieses Zertifikat dient als Voraussetzung, um den Fisch nach Europa exportieren zu dürfen. So kann jeder Thunfisch vom Schiff bis zum europäischen Markt nachverfolgt werden.

Ein weiterer Vorteil dieser Registrierung ist, dass Laichgebiete der Thunfische eruiert werden können. In der Laich-Zeit werden diese Gebiete für den Thunfisch-Fang gesperrt.

Thunfische und Fischer profitieren vom Projekt

Fischer machen mit

In den Regionen Bicol und Mindoro nehmen knapp 6000 Fischer mit 2200 Fangbooten am Projekt teil und fangen Gelbflossen-Thunfisch auf traditionelle, schonende Weise.

Neben der nachhaltigen Fischerei sollen auch die lokalen Fischer mit ihren Familien von dem Förderprojekt profitieren. Die künftige MSC-Zertifizierung ihres Fischfangs wird die Position der Fischer stärken, denn durch die Projektpartner wie Coop und Bell Food Group AG ist den Fischern ein langfristiger Zugang zu den Abnehmermärkten und ein guter Preis sicher.

Der WWF fördert die Bildung von Fischerei-Genossenschaften, um den Fischern mehr Mitsprache im Management der Fischerei zu ermöglichen. Die Repräsentanten aus den Fischerdörfern nehmen an regelmässigen Treffen mit Regierungsbehörden und Wissenschaftlern teil.

Den Fischern wird im Rahmen des Projekts die fachgerechte Kühlung und Lagerung von Fangfisch vermittelt, wodurch die Qualität des angebotenen Fisches erhöht wird. Aufgrund der besseren Qualität erzielen die Fischer einen höheren Verkaufspreis und müssen so weniger fischen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Das Fischerdorf in Mamburao feiert die MSC-Zertifizierung mit einem grossen Fest
Einheimische bereiten Köder für die Fischerei vor, Philippinen
Portrait eines traditionellen Fischers in Bicol, Philippinen

Die Bewohner der Regionen Bicol und Mindoro freuen sich bei einem Fest über das Thunfisch-Projekt des WWF. Die Fischerdörfer profitieren von neuen Verdienstmöglichkeiten

Das können Sie tun

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Luftaufnahme Hardy Riff. Teil des Great Barrier Riffs in Australien.

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