Riverwatcher Mars Stauffer sitzt auf einem Stein des Bünz-Flusses, den er renaturiert hat

Riverwatch – wir werten unsere Flüsse auf

Flüsse und Bäche sollen wieder lebendiger und artenreicher werden. Zusammen mit unseren Riverwatchern setzen wir uns für die Aufwertung der Flusslandschaft in der Schweiz ein und erarbeiten mit Behörden Projekte für Revitalisierungen.

Von verbauten Kanälen zu natürlichen Flussläufen

«Eisvögel, Bachforellen, Biber oder die Nase sollen sich an und in unseren Fliessgewässern wieder heimisch fühlen.»

Portrait von Tamara Diethelm, Verantwortliche Riverwatch, WWF Schweiz

Früher prägten viele gewundene und verzweigte Flüsse und Bäche das Landschaftsbild. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurden Sümpfe trockengelegt, sei es für die Landwirtschaft oder für Überbauungen. Viele Bäche verlaufen heute sehr gradlinig und weisen keine Dynamik mehr auf.

Der WWF will die Schweizer Flüsse wieder zu einem natürlichen Lebensraum für viele bedrohte Arten machen. Denn unsere Gewässer sind Lebensraum von rund der Hälfte aller Schweizer Tier- und Pflanzenarten. Eisvögel, Bachforellen, Biber oder die Nase sollen sich in und an unseren Fliessgewässern wieder heimisch fühlen.

Deshalb hat der WWF im Jahr 2005 das Projekt Riverwatch gestartet. Mit diesem Projekt will der WWF die Schweizer Flüsse und Bäche zusammen mit Freiwilligen lebendiger machen. Durch die Revitalisierungsprojekte haben die Bäche wieder unterschiedliche Fliessgeschwindigkeiten, Steine und Astgeflechte bieten den Fischen Unterschlupf, und dank natürlich gestalteten Uferzonen finden Vögel und andere Tiere wieder Zugang zum Wasser.

Revitalisierte Flussgebiete ziehen verschwundene Tier- und Pflanzenarten an

Riverwatcher: Unsere Botschafter für lebendige Flüsse

Riverwatcher im Einsatz für unsere Gewässer

Rund 350 Riverwatcher wurden bereits durch den WWF ausgebildet, um die Schweizer Flüsse und Bäche aufzuwerten.

Unser Ziel, die Schweizer Flüsse und Bäche wieder lebendiger zu machen, können wir nur dank dem Engagement unserer Riverwatcher erreichen. Die freiwilligen Naturschützer beobachten und erfassen Gewässerabschnitte, melden positive und negative Veränderungen und machen sich für eine Verbesserung der Fliessgewässer stark. Der WWF engagiert sich zusammen mit den Riverwatchern bei der Lancierung von Revitalisierungen, die von den Behörden dank dem neuen Gewässerschutzgesetz von 2011 unterstützt werden. Gemäss diesem Gesetz müssen Fliessgewässer und Seen in der Schweiz in den nächsten 80 Jahren naturnaher gemacht werden, soweit dies möglich ist.

Der WWF bietet allen freiwilligen Riverwatchern eine umfassende Ausbildung während vier Tagen. Zudem finden regelmässig Veranstaltungen und Exkursionen statt, wo sich die Riverwatcher aus der ganzen Schweiz zum Austausch treffen.

Zudem leisten Riverwatcher wertvolle Sensibilisierungsarbeit in der Öffentlichkeit: 17 Riverwatch-Revitalisierungsprojekte sind inzwischen umgesetzt worden. Sie zeigen in der Praxis auf, wie wichtig natürliche Flüsse und Bäche als Lebensraum sind.

Mit Revitalisierungen der Natur mehr Platz geben

Bei Revitalisierungen geht es darum, dem Bach oder Fluss mehr Raum zu geben, damit sich seine Dynamik und Strukturvielfalt verbessern kann. Die Riverwatcher stellen einzelne Elemente, beispielsweise offene Kiesflächen, Nebenarme oder Prallhänge eines natürlichen Fliessgewässers wieder her.

Ein Riverwatcher erzählt von seinem erfolgreich realisierten Projekt

«Ich möchte meinen Kindern und Enkeln eine möglichst intakte Natur hinterlassen.»
 

Portrait von Mars Stauffer, Riverwatcher

Mars Staufer freute sich, nach seiner Pensionierung einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Als er vom Projekt Riverwatch las, meldete er sich kurz entschlossen beim WWF. Mars Staufer gehört zu den ersten Riverwatchern der Schweiz.

Die Bünz, der viertlängste Fluss auf Aargauer Boden, liegt nah am Wohnort von Mars Staufer. Dieser Fluss wurde vor einigen Jahren in ein «Korsett» gezwungen und verlief fast durchgehend kanalisiert und eintönig. Auf Initiative von Mars Staufer revitalisierte der Kanton Aargau das Gewässer Schritt für Schritt. Im Vorfeld überzeugte er die Landeigentümer von der Notwendigkeit. Sogar ein Wasserspielplatz mit einer Bachschleife wurde gebaut. Die Kinder lernen so die Strukturen eines natürlichen Gewässers spielerisch kennen.

Vor der Revitalisierung konnten die Bachforellen in der Bünz ihre Eier nicht ablegen, weil die Sohle zu hart für Laichgruben war. Heute, nach der Neugestaltung, ist die Bünz wieder ein richtiger Bach: Dank des natürlichen Bodens schlagen die Bachforellen das lockere Kies am Boden mit der Schwanzflosse auf, legen die Eier hinein und decken es mit einer Schicht Kies wieder zu. Von dieser natürlichen Bodenstruktur profitieren jedoch nicht nur die Bachforellen, sondern auch zahlreiche andere Tierarten.

Der Riverwatcher Mars Staufer war über den Erfolg seines ersten Projekts so positiv überrascht, dass er sogleich ein weiteres Projekt an der Bünz lancierte.

Bünz vor der Revitalisierung
Bünz im Kanton Aargau nach der Revitalisierung

Die Bünz vor und nach der Revitalisierung

Zählen Sie in Zukunft auch zu unseren Riverwatchern?

Helfen Sie mit, Flüsse zu revitalisieren und damit die Artenvielfalt in der Schweiz zu erhalten. Der WWF bildet Sie zum Riverwatcher aus und ermöglicht Ihnen damit, eigene Revitalisierungsprojekte umzusetzen. Nehmen Sie mit unserer Projekt-Koordinatorin Tamara Diethelm Kontakt auf. Wir freuen uns, Sie als Riverwatcher auszubilden.

Was Sie sonst noch tun können

Engagieren Sie sich für eine vielfältige und intakte Umwelt und setzen Sie sich bei einem Freiwilligeneinsatz für unsere Natur und Gewässer ein. Oder werden Sie WWF-Mitglied und unterstützen Sie unsere Arbeit für eine nachhaltige Zukunft.

Freiwilligenarbeit

Setzen Sie sich aktiv für unsere Natur und Umwelt ein und wählen Sie aus verschiedenen Freiwilligen-Einsätzen aus.

WWF-Mitgliedschaft

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