WWF-Patenschaft Amazonas / ©: Staffan Widstrand / WWF

Atlantikwald

Der Atlantikwald zog sich einst als grosses grünes Band entlang der brasilianischen Küste und bis ins Landesinnere nach Paraguay und Argentinien. Heute sind grosse Waldflächen gerodet, stattdessen sind landwirtschaftliche Produktionsflächen entstanden – allen voran für Soja.
Das Verschwinden des Waldes bedeutet das Aus für unzählige Tier- und Pflanzenarten. So kommen zum Beispiel 90 Prozent aller Amphibienarten und 50 Prozent aller Pflanzenarten des Atlantikwaldes nirgends sonst auf der Erde vor.

Stellvertretend für die reiche Tier- und Pflanzenvielfalt der Region dient der Jaguar als Indikator: wenn die Grosskatze keine ausreichend guten Lebensbedingungen mehr vorfindet, ist das ökologische Gleichgewicht insgesamt gefährdet. Von der ursprünglichen Ausdehnung des Atlantikwaldes (etwa 30 mal so gross wie die Schweiz) sind heute nur noch etwas über 7 Prozent übrig geblieben. Das Gebiet beherbergt einen der grössten Süsswasserspeicher der Welt (den Guarani-Grundwasserhorizont), war einst Grundlage für vielfältige indianische Kulturen und ernährt eine Vielzahl von Kleinbauern. Dieser Reichtum ist gefährdet, wenn wir die Zerstörung der verbleibenden Waldflächen nicht aufhalten.

Leistungsausweis

Das können Sie tun

  • Helfen Sie uns die grünen Lungen unserer Erde und den Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen zu bewahren.

    Den Regenwald schützen
  • Bereits zum dritten Mal wurde im Sommer 2013 das Waldrodungsmoratorium in Paraguay bis Ende 2018 durch den paraguayischen Kongress verlängert. Das Moratorium wäre Ende 2013 ausgelaufen. Durch nachdrückliches Vorgehen des WWF wurde es nun auf weitere fünf Jahre ausgedehnt.

    Die Daten aus einem Jaguar-Monitoring Projekt in Argentinien sind ermutigend. Während der Bestand der Grosskatze zuletzt stark abgenommen hatte, scheint sich die Population im Land nun stabilisiert zu haben. 15‘000 Personen haben sich für eine Petition zum Schutz des Jaguars und seiner Lebensräume eingesetzt. Dies zeigt, dass Artenschutz-Themen lokal an Unterstützung gewinnen.

  • Aufforsten und Vernetzen der Wälder

    Bis 2015 sollen im Atlantikwald mindestens sieben Aufforstungsprojekte auf einer Fläche von 500 ha die Vernetzung von fragmentierten Waldflächen sicherstellen.
     

    Wirkungsvolles Management der Schutzgebiete

    In Brasilien wird bis 2015 im gesamten Schutzgebietssystem São Paulos die Managementeffektivität im Vergleich zu 2010 verbessert. In Argentinien erfolgt eine Bewertung der Wirksamkeit des Managements im gesamten Schutzgebietssystem der Provinz Misiones. Ausserdem soll die Anzahl der privaten Schutzgebiete erhöht  werden und eine Gesamtfläche von mindestens 4000 ha ausmachen.

    Neue Anreize für nachhaltige Waldwirtschaft

    Bis 2015 sollen mindestens 5% der Abholzungsunternehmen nachhaltige Methoden (gemäss Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) und Global Forest and Trade Networks) zur Waldnutzung ein. 

    Verschärfung der Strafverfolgung für Wilderei

    Bis 2015 sollen mindestens 50’000 Personen und 20 Institutionen die Jaguar-Kampagne in Argentinien unterstützen. Ausserdem soll die Anzahl der Ranger-Patrouillen um 30% erhöht werden.

    Ausgleichszahlungen zur Aufwertung der Wälder

    Bis 2015 halten sich mindestens 60 Waldbesitzer an die Waldschutzgesetze und empfangen finanzielle Anreize aus Payments for Environmental Services (PES) für aktive Umweltschutz-Massnahmen.

    Ökologisierung der Landwirtschaft

    Bis 2015 wenden 50 Familien mit kleinem Landbesitz in mindestens fünf wichtigen Wassereinzugsgebieten Better Management Practices (BMP) zur Anpassung an Klimaveränderungen an. Ausserdem sollen mindestens 10% des in der Region produzierten Soja den Kriterien des Round Table on Responsible Soy (RTRS) entsprechen.
  • Aufforsten und Vernetzen der Wälder

    positiv
      Der WWF ist auch in 2013 auf einem guten Weg, die gesetzten Aufforstungsziele zu erreichen. Er stellt damit eine bessere Vernetzung der Wälder sicher und zusammenhängende Lebensräume für Wildtiere wieder her. In Argentinien, Brasilien und Paraguay wurden zusammen 362 Hektar Waldfläche bis Ende 2013 aufgeforstet, bzw. vor fragmentierender Nutzung bewahrt. Damit sind 72% des Ziels für 2015 erreicht . Ingesamt wurden seit 2010 bereits 868 Hektar aufgeforstet.

    Wirkungsvolles Management der Schutzgebiete

    positiv   In Brasilien fand eine erste Bewertung der privaten Schutzgebiete im Schutzgebietssystem São Paulos statt. In Argentinien besitzen bereits 40% aller privaten Schutzgebiete eine erste Bewertung ihrer Management-Effektivität. Trotz intensiver Bemühungen sind weniger Schutzgebiete bewertet als geplant. 

    Die angestrebte Fläche von privaten Schutzgebieten stieg in Argentinien in 2013 zwar leicht an, dennoch ist der WWF noch weit davon entfernt, das Ziel von 4000 Hektar zusätzlicher Fläche an privaten Schutzgebieten zu erreichen. 

    Neue Anreize für nachhaltige Waldwirtschaft


    positiv
     

    In Argentinien treten drei Unternehmen dem Argentinischen GFTN bei und binden sich so an deren Praktiken für nachhaltigen Holzschlag. Dennoch ist der Beitrag zum Ziel von 5% FSC-zertifizierten Holzfällerunternehmen immer noch tief.
    In Brasilien wurde ein neuer Standard für FSC-Zertifizierung von Kleinunternehmern im Bereich Waldplantagen in Zusammenarbeit mit fünf Zellstoff- und Papierunternehmen entwickelt.
    In Paraguay konnte eine Machbarkeitsstudie zur FSC-Zertifizierung in vier Fokusregionen realisiert werden; ein Unternehmen hat seine Mitarbeit im Network of Sustainable Forest Management (RMFS) zugesagt. 


    Verschärfung der Strafverfolgung für Wilderei

    positiv
      Die Jaguar-Kampagne war sehr erfolgreich und mobilisierte 44'250 Personen, die die Erhaltung des Jaguars in Argentinien unterstützen.
    Die Unterzeichnung einer Absichtserkärung mit der Gesetzesvollzugsbehörde zur Versärkung der Ranger- Patrouillen erfolgte nicht. Erst Ende 2013 wurden Patrouillen mit mehreren Partnern in kritischen Gebieten durchgeführt.
    Die Unterzeichnung  einer Absichtserklärung zu verstärkten Patrouillen wird in 2014 nun mit der Nationalparksverwaltung geplant.


    Ausgleichszahlungen zur Aufwertung der Wälder


    positiv
      In 2013 wurden wichtige Fortschritte in der Wertsteigerung von Wäldern durch Ausgleichzahlung erzielt.
    In Argentinien erhielten 27 Waldbesitzer PES aus öffentlichen Geldern, mindestens 25 weitere Besitzer kleiner Waldflächen werden voraussichtlich PES-Zahlungen durch private Investoren erhalten.
    In Brasilien und Paraguay sind weitere Waldlandbesitzer auf dem Weg, dem PES beizutreten. 


    Ökologisierung der Landwirtschaft


    positiv
      In Argentinien und Paraguay wurde eine hohe Anzahl Kleingrundbesitzer durch Schulungen zu Best Management Practices erreicht. Die Übernahme der Techniken erfolgt jedoch langsamer als geplant.
    In Brasilien konnten für das Zertifizierungssystem für Zuckerrohr (Bonscuro) klare Managementpraktiken zur Förderung der Nachhaltigkeit festgelegt werden, hier sind 7,8% der gesamten Zuckerrohranbaufläche zertifiziert. Verglichen mit weltweiten Zahlen (2,6%) ist das ein sehr gutes Resultat.

     


 / ©: Alice Eymard-Duvernay / WWF-Switzerland

Paraguay

In Paraguay zeigt sich das Ausmass der Zerstörung besonders deutlich: seit Beginn der 1970er Jahre sind hier in einigen Regionen bis zu 90 Prozent des Waldes zerstört worden. Der Wald wird abgeholzt und abgebrannt, um Platz für Sojafelder, Industriebetriebe, neue Siedlungen und Strassen zu machen. Auf Drängen des WWF hat die Regierung Paraguays daher Ende 2004 ein Abholzungsmoratorium erlassen und dieses inzwischen bereits zum dritten Mal bis Ende 2018 verlängert.
 / ©: James Frankham / WWF-Canon

Argentinien

In der Provinz Misiones im Nordosten Argentiniens ist der ursprüngliche Atlantikwald heute zwar noch zur Hälfte erhalten. Die steigende Nachfrage nach Holz für die Papierherstellung und die Rinderzucht bedroht jedoch auch hier den Lebensraum des Jaguars. Der argentinische Partner des WWF, die Stiftung Vida Silvestre, setzt sich daher in diesem Gebiet intensiv für den Erhalt der noch vorhandenen Waldflächen und deren Vernetzung, für nachhaltige Wirtschaftsweisen und den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt ein – und dies mit Erfolg.

Abonnieren Sie den WWF Newsletter

Kompakt und aktuell: Ihre WWF News per E-Mail. Melden Sie sich jetzt an!

Werden Sie unser Fan


Dem WWF auf Twitter folgen

Praktisch, gratis, umweltfreundlich: Mit unserer neuen #pandapower-App ladet ihr euer Handy überall selber auf! http://t.co/wk2QLEBX1o
vor 54 Minuten @WWF_Schweiz

Helfen Sie uns, die Wälder weltweit zu schützen

Alpen

Ihre Spende an den WWF kann steuerlich geltend gemacht werden.