WWF-Patenschaft Amazonas / ©: Staffan Widstrand / WWF

Atlantikwald

Der Atlantikwald zog sich einst als grosses grünes Band entlang der brasilianischen Küste und bis ins Landesinnere nach Paraguay und Argentinien. Heute sind grosse Waldflächen gerodet, stattdessen sind landwirtschaftliche Produktionsflächen entstanden – allen voran für Soja.
Das Verschwinden des Waldes bedeutet das Aus für unzählige Tier- und Pflanzenarten. So kommen zum Beispiel 90 Prozent aller Amphibienarten und 50 Prozent aller Pflanzenarten des Atlantikwaldes nirgends sonst auf der Erde vor.

Stellvertretend für die reiche Tier- und Pflanzenvielfalt der Region dient der Jaguar als Indikator: wenn die Grosskatze keine ausreichend guten Lebensbedingungen mehr vorfindet, ist das ökologische Gleichgewicht insgesamt gefährdet. Von der ursprünglichen Ausdehnung des Atlantikwaldes (etwa 30 mal so gross wie die Schweiz) sind heute nur noch etwas über 7 Prozent übrig geblieben. Das Gebiet beherbergt einen der grössten Süsswasserspeicher der Welt (den Guarani-Grundwasserhorizont), war einst Grundlage für vielfältige indianische Kulturen und ernährt eine Vielzahl von Kleinbauern. Dieser Reichtum ist gefährdet, wenn wir die Zerstörung der verbleibenden Waldflächen nicht aufhalten.

Leistungsausweis

Das können Sie tun

  • Helfen Sie uns die grünen Lungen unserer Erde und den Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen zu bewahren.

    Den Regenwald schützen
  • Die weltweiten Kampagnen für den Jaguar waren in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Die Zustimmung der direkt betroffenen Einwohner zum Jaguarschutz ist sehr hoch: 72,5% der Einwohner von Misiones unterstützen den Schutz des Jaguars; 90.8% empfinden es sogar als investitionswürdiges Projekt.
     
  • Bessere Management-Praktiken in der Landwirtschaft

    Förderung der nachhaltigen Bewirtschaftung einheimischer Wälder

    Anpassungen an die Klimaveränderungen

    Effektives Management von Schutzgebieten

    Identifizierung und Schutz prioritärer Arten


  • Bessere Management-Praktiken in der Landwirtschaft

    positiv   Der Bonsucro-Standard wird bereits erfolgreich in Brasilien umgesetzt, wo 822‘899 ha, d.h. 7.8% der Gesamtfläche, schon zertifiziert sind. Dennoch müssen mehr Landwirte durch Ausbildungen erreicht werden um diesen Standard erfolgreich umzusetzen.
    Der WWF setzt sich zum Ziel bis 2015 500 brasilianische Zuckerrohrlandwirte zu nachhaltigen Management-Praktiken zu schulen. Da 5 Produzenten der Plattform dieses Jahr beigetreten sind, ist der WWF zuversichtlich, das sich gesetzte Ziel zu erreichen. 
     
    positiv   Argentinien und Brasilien konzentrierten sich auf die Entwicklung neuer Strategien zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Zellstoff- und Papierproduktion, die Finanzmittelbeschaffung zur Umsetzung wurde initiiert. Aus diesem Grund sind die hier aufgelisteten Ergebnisse methodischer Art und es bleibt abzuwarten, ob die Strategien termingerecht umgesetzt und erfolgreich sein werden.
    Parallel zur Entwicklung einer Strategie wurden erste Erfolge in Paraguay und Argentinien erreicht. In Paraguay gab es Fortschritte bei der RTRS-Zertifizierung von Soja, auf Land, das sich in privatem Besitz befindet. In Argentinien konnte der WWF ein wichtiges Holzunternehmen dazu bewegen, die Anzahl an zertifizierten Gebieten zu vergrössern.
     

    Förderung der nachhaltigen Bewirtschaftung einheimischer Wälder

    positiv   In den vergangen Jahren wurden wichtige Fortschritte bei der Zertifizierung von 155’300 ha in Argentinien, sowie 5000 ha Wald nach FSC in Paraguay erzielt. Der WWF will an diesen Erfolgen für seine zukünftige Arbeit anzuknüpfen.
    Während dieses Geschäftsjahres  wurden hauptsächlich Vorarbeiten zur Erreichung der langfristigen Ziele geleistet. In Argentinien wurde die Finanzierung für die Umsetzung eines nachhaltigen Waldmanagements auf 13‘649ha gesichert; diese kann nun beginnen. In Brasilien wurde eine neue Strategie mit Augenmerk auf Nichtholzprodukte (NTFC) entwickelt und erste Projektanträge wurden gestellt.
     

    Anpassungen an die Klimaveränderungen


    positiv
     

    In den vergangenen Jahren haben immer mehr Landbesitzer  Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen aus öffentlichen Geldern erhalten (PES) bekommen. Dies gilt besonders für Argentinien. In diesem Jahr verlangsamte sich der Fortschritt etwas. Obwohl mehr  Kleingrundbesitzer nun PES erhalten, fiel die Anzahl an Großgrundbesitzern, die  PES erhalten, geringer aus. 2013 erhielten 58 Großgrundbesitzer Kompensationszahlungen. Dies bedeutet, dass 2014 18 Großgrundbesitzer aus dem Programm ausgetreten sind.
    Um die 2020-Zielsetzung zu erreichen, müssen noch grosse  Fortschritte erzielt werden.


    Effektives Management von Schutzgebieten

    positiv   In den vergangenen Jahren wurde das Ziel zusätzlich 4000 ha an privaten Schutzgebiet zu errichten nicht erfüllt. Innovative Kompensationsmechanismen und ökonomische Anreize sollen helfen, private Grundbesitzer zur Deklaration von Schutzgebieten zu motivieren.
    In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob diese Initiative einen genügend grossen Anreiz für private Landbesitzer darstellt, um ein effektives Management  der Schutzgebiete zu sichern.
     
    positiv   In diesem Geschäftsjahr wurde in Argentinien in verschiedenen Schutzgebieten Managementeffektivität evaluiert. Bis 2017 soll der Managementeffektivitätswert um 10% steigen, ein erster Anstieg um 3% soll bis Geschäftsjahr 2015 erreicht werden. Ein Seminar zur Stärkung von Managementeffektivität mit den Besitzern und Verwaltern von Schutzgebieten wurde durchgeführt.
    In Brasilien wurde gemeinsam mit den wichtigsten Interessenvertretern ein Workshop zur Managementeffektivität veranstaltet. Die Auswirkungen der Schulungen muss in den kommen Jahren ausgewertet werden.


    Identifizierung und Schutz prioritärer Arten


    positiv
      Die weltweiten Kampagnen für den Jaguar waren in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Daher konzentriert sich die neue Strategie auf die Zustimmung der direkt betroffenen Einwohner zum Jaguarschutz. Die Umfrage, welche erfreuliche Resultate zeigt, wird in 2 Jahren wiederholt, nachdem konkrete Schutzmassnahmen umgesetzt wurden.
     
    positiv   Zum jetzigen Zeitpunkt können keine genauen Aussagen zum  Gefährdungsgrad der Beutetiere des Jaguars aufgrund der Wilderei gemacht werden.
    In Argentinien arbeitet der WWF intensiv daran, die Finanzierungslücke zu schliessen, damit eine Studie über das Ausmass der Wilderei durchgeführt werden kann. Obwohl es an finanziellen Mitteln für eine Grundstudie mangelte, wurden in Argentinien Schulungen und Patrouillen zur Verhinderung von Wilderei durchgeführt.
    In Paraguay konnte eine erste Grundlagenstudie erstellt werden.
     
    positiv   Während dieses Geschäftsjahres wurde eine Studie durchgeführt die bestimmt hat, welche Prioritätsgebiete für den Schutz des Jaguars Aufforstung benötigen. Die Feststellung der Nutzungsarten dieser Gebiete ist ein wichtiger Schritt zur die Planung von konkreten Massnahmen zur Aufforstung. Diese erste Auswertung sollte die Instandsetzung von 10% des Prioritätsgebiets des Jaguars bis 2018 ermöglichen.

     


 / ©: Alice Eymard-Duvernay / WWF-Switzerland

Paraguay

In Paraguay zeigt sich das Ausmass der Zerstörung besonders deutlich: seit Beginn der 1970er Jahre sind hier in einigen Regionen bis zu 90 Prozent des Waldes zerstört worden. Der Wald wird abgeholzt und abgebrannt, um Platz für Sojafelder, Industriebetriebe, neue Siedlungen und Strassen zu machen. Auf Drängen des WWF hat die Regierung Paraguays daher Ende 2004 ein Abholzungsmoratorium erlassen und dieses inzwischen bereits zum dritten Mal bis Ende 2018 verlängert.
 / ©: James Frankham / WWF-Canon

Argentinien

In der Provinz Misiones im Nordosten Argentiniens ist der ursprüngliche Atlantikwald heute zwar noch zur Hälfte erhalten. Die steigende Nachfrage nach Holz für die Papierherstellung und die Rinderzucht bedroht jedoch auch hier den Lebensraum des Jaguars. Der argentinische Partner des WWF, die Stiftung Vida Silvestre, setzt sich daher in diesem Gebiet intensiv für den Erhalt der noch vorhandenen Waldflächen und deren Vernetzung, für nachhaltige Wirtschaftsweisen und den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt ein – und dies mit Erfolg.

Abonnieren Sie den WWF Newsletter

Kompakt und aktuell: Ihre WWF News per E-Mail. Melden Sie sich jetzt an!

Werden Sie unser Fan


Dem WWF auf Twitter folgen

Ferien aber noch kein Plan was tun? Komm in ein WWF-Lager - es gibt noch letzte freie Plätze! http://t.co/cykeruQLRt http://t.co/hTN4s57VB1
vor 11 Stunden @WWF_Schweiz

Helfen Sie uns, die Wälder weltweit zu schützen

Alpen

Ihre Spende an den WWF kann steuerlich geltend gemacht werden.