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Baumpflanzung in Tansania

Wälder sehen statt Bäume – Waldwiederherstellung in Afrika

Die Wiederherstellung zerstörter Wälder nützt dem Klima, der Artenvielfalt und den Menschen. Als Teil einer weltweiten Bewegung unterstützt der WWF mit der «Forest Landscape Restoration Initiative» die Wiederaufforstung, gemeinsam mit den Menschen vor Ort.

Abholzung, Waldbrände, Klimawandel – unsere Wälder stehen an vielen Orten auf der Welt unter Druck. Jährlich werden immer noch 10 Millionen Hektaren entwaldet. Und nicht nur werden Wälder komplett zerstört, auch die sogenannte Walddegradierung nimmt zu: Dabei geht zum Beispiel die Artenvielfalt pro Fläche zurück. Dadurch sind Wälder beispielsweise anfälliger für Krankheiten und Waldbrände oder können weniger CO2 aufnehmen. Besonders beunruhigend: Fast die Hälfte der Wälder auf der ganzen Welt ist stark durch Degradierung bedroht.

Wald soll seine ursprüngliche Funktion wiedererlangen

Der WWF engagiert sich weltweit für die Wiederherstellung von zerstörten oder degradierten Waldlandschaften. Immer sind es ganze Regionen, auf welche die Wiederherstellung von Waldlandschaften abzielt. Das Ziel ist dabei nicht einfach so viele Bäume wie möglich zu pflanzen. Vielmehr soll die restaurierte Waldfläche ihre ursprüngliche Funktion wiedererlangen. Die Wiederherstellung von Waldlandschaften ist daher mehr als reine Wiederaufforstung. Dies kann eine von verschiedenen Massnahmen sein, neben natürlicher Regeneration von Wäldern mit und ohne eingreifende Hilfe, gut gemanagten Waldschutzgebieten, Gewässerpflege und Bekämpfung der Ursachen von Waldzerstörung. Das Wichtigste dabei ist immer, die bestehenden Wälder zu erhalten.

Und auch die Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen sollen verbessert werden. Deshalb arbeiten wir nicht nur mit Regierungen und der Wirtschaft, sondern auch eng mit den lokalen Gemeinschaften und der indigenen Bevölkerung vor Ort zusammen. So werden vielerorts auch Nutzwälder geschaffen, um die Lebensgrundlage und beispielsweise Brennholzversorgung der lokalen Bevölkerung zu sichern.

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Selous Game Reserve Tansania

Der WWF engagiert sich weltweit für die Wiederherstellung von zerstörten oder degradierten Waldlandschaften.

Waldwiederherstellung: Ein WWF-Konzept

Vor rund 20 Jahren hat der WWF gemeinsam mit der Weltnaturschutzunion IUCN den Ansatz der Wiederherstellung von Waldlandschaften – englisch Forest Landscape Restoration (FLR) – entwickelt. Seither wird er über alle Kontinente hinweg verwirklicht und ist heute einer der wichtigsten Ansätze zur Umkehr von Waldverlust und -zerstörung, der von Regierungen und internationalen Organisationen weltweit unterstützt und umgesetzt wird.

Die Wiederherstellung zerstörter Waldlandschaften ist nirgendwo ein leichtes Unterfangen. Zu den Schwierigkeiten gehören die begrenzte finanzielle Unterstützung durch die Regierungen, die unzureichende Überwachung und die geringe Einbindung der indigenen Völker, der lokalen Gemeinschaften und des Privatsektors.

WWF-Engagement in Afrika

Der WWF arbeitet seit einigen Jahren mit Partnern auf der ganzen Welt zusammen, um FLR-Initiativen zu schaffen und zu beschleunigen, unter anderem in Afrika. Afrika verlor in den letzten zehn Jahren netto über 4 Millionen Hektaren Wald pro Jahr. Die Hauptursachen für den Verlust und die Bodendegradation in Afrika sind vielfältig: die Ausdehnung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, der Haltung kleinerer Nutztiere wie Ziegen oder Schafe, der Holzkohleproduktion und der Brennholzbeschaffung. Viele dieser Entwicklungen werden durch das Bevölkerungswachstum und die ländliche Armut angetrieben. Als technischer Partner der African Forest Landscape Restoration Initiative (AFR100) unterstützt der WWF Regierungen und andere Interessengruppen dabei, die Entwicklung angemessener sozialer und biodiversitätsbezogener Schutzmassnahmen sicherzustellen. Nur so lässt sich die Umsetzung gross angelegter FLR-Initiativen fördern. Diese Initiative des WWF sucht also nach Möglichkeiten, die Bemühungen der Regierungen, der lokalen und indigenen Bevölkerung, des Privatsektors und der Zivilgesellschaft zu unterstützen. 31 Länder in ganz Afrika haben sich im Rahmen der AFR100 verpflichtet, rund 128 Millionen Hektaren Land in Afrika bis zum Jahr 2030 wiederherzustellen (Stand Januar 2022). Der WWF ist in neun Ländern aktiv: Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Kenia, Madagaskar, Mozambique, Tansania, Uganda, Sambia und Zimbabwe.

In unserer Bildgalerie zeigen wir Ihnen eine Auswahl unseres Engagements vor Ort:

Erfolgreicher Ansatz

Die Wiederherstellung von Landschaften ist wirtschaftlich sinnvoll und bringt viele Vorteile mit sich. Dazu gehören ökologische Vorteile wie die Sicherung von Ökosystemleistungen, etwa der Schutz des Bodens vor Erosion, Bestäubung, Nährstoffkreislauf und Wasserspeicherkapazität des Bodens. Diese Faktoren sind sowohl für die kurz- als auch die langfristige landwirtschaftliche Produktivität entscheidend. Weitere Vorteile für die biologische Vielfalt sind die Vermeidung des Artensterbens und die Abschwächung des Klimawandels durch Kohlenstoffbindung. Massnahmen zur Wiederherstellung von Waldlandschaften tragen zudem zur Ernährungs- und Wassersicherheit und zur Verbesserung der Lebensgrundlagen bei.

Das Vorgehen des WWF, seiner Partner und vieler weitere Akteure ist erfolgreich: Zwischen 2000 und 2020 sind weltweit etwa 59 Millionen Hektaren Wald nachgewachsen oder wiederhergestellt worden – eine Fläche so gross wie Frankreich! Das Potenzial für Waldwiederherstellung ist riesig: Untersuchungen zeigen, dass weltweit mehr als zwei Milliarden Hektaren für eine Wiederherstellung infrage kommen. Eine Fläche grösser als ganz Südamerika!

Was Sie tun können

Unterstützen Sie unsere Arbeit zum Schutz der Wälder mit einer Spende. Als Mitglied verleihen Sie unserer Stimme zudem politisch mehr Gewicht. Gemeinsam können wir die Abholzung der Wälder stoppen und diese artenreichen Lebensräume wieder aufbauen!

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Panda liegt auf Baum

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Dieses Projekt wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) mit Programmbeiträgen unterstützt.