Illegal gewildertes Elfenbein wird verbrannt, Gabon.

Wildlife Crime Initiative - Kampf gegen ein Millionengeschäft

Afrika und Asien erleben die schlimmste Wildereikrise seit Jahrzehnten. Der illegale Handel mit bedrohten Arten ist ein lukratives Geschäft. Die Wildlife Crime Initiative kämpft dagegen entlang der gesamten Handelskette. Das Ziel: Wilderei, illegaler Handel und Konsum ausgewählter Tierarten sind bis 2024 halbiert.

Ein globales Verbrechen

«Wildlife Crime ist verantwortlich für Korruption, Betrug, Geldwäsche und Gewalt.»

Die Wilderei und der illegale Handel mit Wildtieren haben sich zu einem Verbrechen globalen Ausmasses entwickelt. Jährlich spült das Geschäft mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten mindestens 19 Milliarden US-Dollar in die Kassen von weltweit arbeitenden Syndikaten und Banden. Und Wilderei ist erst der Anfang einer ganzen Kriminalitätskette: «Wildlife Crime ist verantwortlich für Korruption, Betrug, Geldwäsche und Gewalt», sagt Doris Calegari, Artenschutzexpertin beim WWF Schweiz. Die Ursache der Wildereikrise liegt in China und Südostasien. Dort ist in den letzten Jahren eine neue Mittelschicht mit grosser Kaufkraft entstanden, welche die Nachfrage nach Produkten aus illegalem Artenhandel anheizt. Der Wunsch nach Statussymbolen, Unwissenheit und Aberglaube sind oft Treiber beim Kauf von Elfenbein, Tigerknochen oder Hornpulver von Nashörnern. Das Ausmass der Wilderei gefährdet das Überleben unzähliger Populationen und Arten, deren Schutz in unseren Zielen verankert ist.

Das Ziel: Wilderei bis 2024 zu halbieren

Die «Wildlife Crime Initiative» von WWF und Traffic will erreichen, dass Wilderei, illegaler Handel und Konsum von Produkten ausgewählter Zielarten bis 2024 halbiert sind. Zu diesen Zielarten gehören zum Beispiel der Elefant, das Nashorn und die Menschenaffen. Wenn Wilderei bekämpft wird und Schmuggelrouten besser kontrolliert werden, schützt das aber nicht nur diese Zielarten, sondern auch andere durch Wilderei bedrohte Arten.

    Internationale Zusammenarbeit als Lösungsweg

    «Starke globale Partnerschaften sind die einzige Möglichkeit, die Schmuggelwege der Wilderei-Syndikate zu blockieren.»

    Das Ausmass der Wilderei übersteigt die Möglichkeiten einzelner Schutzgebiete, Organisationen und sogar von Staaten, die Probleme im Alleingang zu lösen. Deshalb sind koordinierte Anstrengungen nötig. Das Netzwerk von WWF und Traffic schafft mit de «Wildlife Crime Initiative» seit 2014 einen neuen Rahmen, um über Landes- und Organisationsgrenzen hinaus Informationen auszutauschen. «Starke globale Partnerschaften sind die einzige Möglichkeit, die Schmuggelwege der Wilderei-Syndikate zu blockieren», sagt Elisabeth McLellan vom WWF. 

    Die Initiative fokussiert auf vier Hauptaspekte in der Bekämpfung der Wildereikrise. Sie bekämpft die Wilderei im Feld, indem zum Beispiel Wildhüter mit neuer Technik ausgerüstet werden. Mit Informationskampagnen wird die Lokalbevölkerung für die Wichtigkeit des Artenschutzes sensibilisiert. Der illegale Handel wird entlang der Schmuggelrouten bekämpft. Schmuggelrouten werden kontrolliert, Grenzwächter ausgebildet und wirkungsvollere Kontrollen etabliert. Zudem werden auch Fluggesellschaften und andere Transportunternehmen in die Pflicht genommen. In den Ländern, wo die gewilderten Tiere verkauft werden, wird darauf hingearbeitet, den illegalen Verkauf von Tierprodukten geschützter Arten konsequenter zu ahnden. Weiter bekämpft die Initiative die Nachfrage und den Konsum, indem sie unter anderem mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen das Konsumentenveralten zu verändern versucht. Und nicht zuletzt ist Lobbying auf höchster politischer Ebene ein wichtiges Mittel zum Erfolg. Die Initiative steht im Austausch mit einflussreichen Staaten, Interpol und Uno-Institutionen, um Druck auf säumige Länder auszuüben oder diese mit Know-how und finanziellen Mitteln bei der Bekämpfung der Wilderei zu unterstützen.

    Unterstützen Sie unsere Arbeit

    Damit der WWF sich für bedrohte Arten engagieren kann, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Unterstützen Sie uns mit einer Spende für den Schutz der Elefanten oder mit einer Tigeradoption. Aber auch als Konsument spielen Sie eine wichtige Rolle im Kampf gegen den illegalen Artenhandel. Achten Sie beim Souvenirkauf darauf, keine Produkte aus bedrohten Tierarten zu kaufen. Unser Ratgeber hilft Ihnen dabei.

    Afrikanische Elefantenweibchen mit Jungen (Loxodonta africana). Etosha Nationalpark, Kenia.

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    Keramik und Holzschalen an einem Marktstand in Tabarka, Tunesien.

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