Doreen Adongo, Rangerin in Kenia

WWF ist bestürzt

Die schwerwiegenden Vorwürfe des BuzzFeed-Artikels haben uns zutiefst bestürzt. Die Achtung der Menschenrechte ist Kern unserer Mission. Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst.  

Wir werden alles daran setzen, die Vorwürfe transparent aufzuklären. Das ist mir ein persönliches Anliegen. 

Es wurde sofort ein internationales Krisenteam eingerichtet und eine umfassende externe Untersuchung eingeleitet. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wird dies Konsequenzen zur Folge haben. BuzzFeed wurde gebeten, Informationen und Beweise zur Verfügung zu stellen, um eine Überprüfung möglichst schnell abschliessen zu können.  

Der WWF versteht sich als Teil einer starken, unabhängigen Zivilgesellschaft. Für uns hat die Achtung der Menschenrechte oberste Priorität. Wir arbeiten in jedem unserer Projekte mit den Menschen vor Ort eng zusammen. Der WWF trägt in vielen Ländern aktiv zum Aufbau einer starken Zivilgesellschaft bei. Wir haben strenge Richtlinien, um zu gewährleisten, dass sowohl wir als auch unsere Partner die Rechte und das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung in unseren Projektgebieten sicherstellen. Jeglicher Verstoss gegen diese Richtlinien ist für uns inakzeptabel und wir sehen uns zu raschem Handeln verpflichtet, sollte die Prüfung solche Verstösse aufdecken.  

Unsere Arbeit in Krisengebieten

Gorilla Baby

Naturschutz in Krisengebieten

  • Unsere Arbeit ist in vielen Staaten der Welt nur möglich, wenn wir bereit sind, mit staatlichen Stellen, wie etwa Nationalparkverwaltungen, Naturschutzbehörden, Justiz und Polizei oder gar der Armee zusammenzuarbeiten. Dabei ist der WWF an einigen der schwierigsten und gefährlichsten Orte im Einsatz: in Bürgerkriegs- und Krisenregionen oder in Staaten mit schwieriger Menschenrechtslage, die unserem eigenen Verständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit entgegenstehen. Die Arbeit in solchen Regionen stellt uns vor besondere Herausforderungen. Dennoch werden wir Mensch und Natur in Krisengebieten nicht alleine lassen. 

  • Ein Ausweg aus diesem Konflikt wäre, sich aus Regionen mit undemokratischen Regierungen und mit Menschenrechtsverletzungen komplett zurückzuziehen und die Arbeit vor Ort einzustellen. Die Folgen wären jedoch nicht nur für die Natur verheerend, sondern auch für die Menschen vor Ort und die lokalen Gemeinschaften, mit denen wir eng zusammenarbeiten und deren Überleben und Wohl vom Erhalt ihrer Heimat abhängt. Das Einstellen unserer Arbeit könnte dazu beitragen, kriminellen Banden und mafiösen Wildererstrukturen freie Bahn für den Raubbau an der Natur zu bieten. 

  • Der Weg, den wir seit Jahrzehnten wählen und auch grundsätzlich weiterhin wählen werden, ist, dass wir unsere Arbeit in Krisenregionen nicht einstellen. Wir können die Menschen und die Natur vor Ort nicht alleine lassen. Die Einhaltung der Menschenrechte durch unsere Partner ist die Voraussetzung für die Zusammenarbeit, egal wo auf der Welt.

OECD-Mediationsprozess

Im Dezember 2016 begann bei der Schweizer Kontaktstelle der OECD ein Mediationsverfahren zur Situation der Baka in Kamerun zwischen Survival International (SI) und dem WWF. Das Schlichtungsverfahren wurde von SI angestrengt und im September 2017 von der Organisation einseitig aufgekündigt. Zwei Monate später hat die OECD-Kontaktstelle ihren Abschlussbericht vorgelegt. Sie empfiehlt dem WWF, seine Arbeit mit den und für die Baka fortzusetzen und sich weiter für ihre Rechte einzusetzen. Gleichzeitig übt sie deutliche Kritik am Verhalten von Survival International. 

Die derzeitige Untersuchung wird unter anderem die damaligen Vorwürfe wieder aufnehmen und feststellen, welchen Empfehlungen der WWF gefolgt ist und wo allenfalls nicht oder ungenügend gehandelt wurde. Der WWF hat strenge Richtlinien, um die Rechte und das Wohlergehen der Menschen und Gemeinschaften an den Orten, an denen wir arbeiten, zu schützen. 

Grundlagen für die Zusammenarbeit

Die Bedürfnisse und Rechte der lokalen Gemeinschaften gehören zur Basis unserer Arbeit, wir nehmen sie sehr ernst. Der Schutz unserer Natur kann nur zusammen mit den Menschen vor Ort gelingen, die auf die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen angewiesen sind.