Elfenbein von 850 Elefanten verbrannt

27 Juni 2012
Gabun setzt ein starkes Zeichen gegen den illegalen Elfenbeinhandel. Heute wurden im afrikanischen Land fast 5 Tonnen Elfenbein verbrannt. Die beschlagnahmten Hörner stammen von rund 850 gewilderten Elefanten.

Gabun will die Wilderei-Tragödie stoppen. Die Regierung des westzentralafrikanischen Landes hat heute in der Hauptstadt Libreville die beschlagnahmten Elfenbeinbestände verbrannt. Es handelt sich dabei um Material mit einem Gesamtgewicht von 4.825 Kilogramm, schätzungsweise 850 Elefanten mussten dafür ihr Leben lassen. „Gabun setzt damit ein dringend benötigtes Zeichen. Wir erleben derzeit eine Wildereikrise ungeahnten Ausmaßes in Zentralafrika. In einigen Regionen sind die noch vor fünf Jahren stabilen Elefantenpopulationen beinahe ausgerottet worden“, sagt Johannes Kirchgatter, Afrika-Experte des WWF. Die Preise für Elfenbein ist in letzter Zeit sehr gestiegen. „In Gabun löst sich der Schwarzmarkt-Gegenwert von Hunderttausenden von Euro buchstäblich in Rauch auf“, sagt Johannes Kirchgatter.

Vorbild für andere Länder
Gabun wird damit das erste Land in Zentralafrika sein, das öffentlich sein gesamtes beschlagnahmtes Elfenbein verbrennt und so ein Beispiel für andere Länder setzt. Die Verbrennung stellt laut WWF die einzig sichere Methode dar, um illegales Elfenbein dauerhaft dem Markt zu entziehen. Denn in der Vergangenheit ist immer wieder bereits beschlagnahmtes Elfenbein erneut im Handel aufgetaucht. In Sambia entschwanden erst vorige Woche drei Tonnen Elfenbein aus der staatlichen Aufbewahrungsstelle und in Mozambique waren es im Februar 1,1 Tonnen.
„Offensichtlich sind auch Regierungsmitarbeiter in den illegalen Handel verwickelt. Unser Ziel ist es, die Handelskette für illegales Elfenbein nach Asien dauerhaft zu brechen“, sagt Kirchgatter. Der WWF und die Artenschutzorganisation Traffic haben Gabun dabei unterstützt, die kompletten Elfenbeinbestände vor der Verbrennung von unabhängiger Seite zu registrieren. Verbrannt werden 1.293 Stück unbearbeitetes Elfenbein in Form von Stoßzähnen sowie 17.730 Stück bearbeitetes Material.

Ranger riskieren ihr Leben
Elefantenwilderei hat 2011 ein neues Rekordniveau erreicht. Wegen des Nachfragebooms aus Asien drängen zunehmend auch organisierte Verbrecherbanden aus dem Menschen-, Drogen- und Waffenhandel auf den Markt. Die Folge: Die Wilderei wird immer brutaler. Im Frühjahr kam es zu einem regelrechten Massaker im Bouba N`Djida Nationalpark in Kamerun. Schätzungsweise 350 Elefanten wurden durch hochgerüstete Wilderer getötet, bis das Kameruner Militär sie vertrieb. Die Nationalpark-Ranger verfügten bisher weder über die nötige Ausbildung, noch die Waffen, um auf solche Angriffe zu reagieren und riskierten ihr Leben. Inzwischen hat Kamerun zugesagt, 2000 neue Ranger einzustellen, die stärker bewaffnet werden sollen.

Weitere Informationen:
Stefan Inderbitzin, Mediensprecher WWF Schweiz, 079 720 50 92, stefan.inderbitzin@wwf.ch
In Gabun wurde beschlagnahmtes Elfenbein verbrannt.
© James Morgan / WWF Gabun

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