Zehn Prozent der Weltmeere schützen

07 Oktober 2012
An der am Montag startenden UN-Konferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt müssen die Staaten endlich Nägel mit Köpfen zur Finanzierung machen. Der WWF will zudem erreichen, dass zehn Prozent der Weltmeere einen Schutzstatus erhalten.

Am Montag startet im indischen Hyderabad die elfte UN-Vertragsstaatenkonferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD). Neben effektiven Finanzierungsmodellen und einem Lastenausgleich zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern geht es auch um den Schutz der Weltmeere. Der WWF kritisiert, dass derzeit noch vollkommen unklar ist, wie die in den kommenden zehn Jahren dringend benötigten 500 Milliarden Euro zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt von der Staatengemeinschaft aufgebracht werden sollen. Die Lösung der chronischen Unterfinanzierung des globalen Biodiversitätsschutzes ist die entscheidende Hürde, die es in Hyderabad zu überspringen gilt. Auch bei der Ausweisung von marinen Schutzgebieten ist die internationale Staatengemeinschaft im Verzug.

Vor zwei Jahren verständigten sich die CBD-Vertragsstaaten darauf, bis 2020 mindestens zehn Prozent der Weltmeere unter Schutz zu stellen. Doch bis heute ist gemäss WWF-Angaben von diesem Beschluss kaum etwas umgesetzt. Derzeit umfassen die ausgewiesenen Meeresschutzgebiete lediglich 1,6 Prozent der globalen Ozeane. «Die sieben Weltmeere sind den Interessen von Fischerei, Rohstoffförderung und Tourismus noch immer weitgehend schutzlos ausgeliefert», warnt Tim Packeiser, WWF-Experte für Marine Ökoregionen.

In den vergangenen Jahren identifizierten Wissenschaftler bereits für das Mittelmeer, die Karibik, den West-Atlantik und den Süd-West-Pazifik schützenswerte Gebiete mit herausragender ökologischer Bedeutung. Die CBD-Vertragsstaaten müssen diese Gebiete nun anerkennen und die UN-Vollversammlung auffordern, angemessene Schutzmassnahmen für die internationalen Gewässer («Hohe See») zu ergreifen.

«Auch Europa hat vor der eigenen Haustüre Nachholbedarf. Das Mittelmeer steht unter einem enormen Druck seitens der Anrainerstaaten», sagt Packeiser. Abgesehen von einem grossflächigen Schutzgebiet in der ligurischen See gibt es derzeit im Mittelmeer nur kleine, meist küstennahe Schutzgebiete. Eine internationale Expertenkommission hat derweil zehn weitere Mittelmeer-Regionen mit besonderer ökologischer Bedeutung identifiziert (siehe Grafik rechte Spalte).

Kontakt:
Corina Gyssler, WWF Schweiz, Kommunikationsbeauftragte, 044 297 22 54, corina.gyssler@wwf.ch
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© Brent Stirton / Getty Images

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