Landquarts Primarschule hilft dem Urwald

02 Oktober 2002

Die Primarschule Landquart (GR) hat die Zeichen der Zeit erkannt: sie vermittelt nicht nur Wissen über die letzten Urwälder, sondern trägt auch aktiv zum Schutz dieser einmaligen Lebensräume bei. Mit der Erklärung zur «Urwaldfreundlichen Schule» verpflichten sich die Primarschule und deren Lehrkräfte, Produkte aus FSC-zertifiziertem und/oder aus der Region stammendem Holz zu bevorzugen. Weil der Wald der Gemeinde Igis-Landquart seit mehr als einem Jahr FSC-zertifiziert ist, macht diese Verpflichtung doppelt Sinn. Die «Urwald-freundliche Schule» zeichnet sich zudem dadurch aus, dass für Kopiergeräte, Schreibhefte und im Hygienebereich möglichst nur Recyclingpapier verwendet wird.

"Wir wollen eine Vorbildfunktion übernehmen", erklärt der Primarlehrer Andreas Thöny, "zudem verbrauchen wir jedes Jahr etwa 2,5 t Papier an unserer Schule. Dafür müssten mehr als dreissig Bäume gefällt werden". Des-halb hat er im Frühling dieses Jahres das Thema im Unterricht aufgegriffen - und ist damit bei seiner Schüler-schaft auf offene Ohren gestossen. Auch im Lehrerkollegium habe die Idee eines aktiven Schutzes für die letzten Urwälder der Erde Anklang gefunden, blickt er zurück. In jedem Klassenzimmer hängt seither eine Absichtserklä-rung mit der Unterschrift der Schüler, Schülerinnen und der Lehrkraft.

Die Primarschule Landquart ist die erste Schule im Kanton Graubünden, welche sich aktiven Waldschutz auf die Fahne geschrieben hat. Sie ist die 13. Schule, die von WWF und Greenpeace ausgezeichnet wird. Graubünden gehört neben den Kantonen Zürich, Bern, Basel Land, und St.Gallen nun zu den Kantonen mit «Urwaldfreundli-chen Schulen». Die Auszeichnung von erst wenigen Schulen hängt unter anderem damit zusammen, dass die Ma-terialbeschaffung meistens bei den Gemeinden liegt und die Schulen wenig bis keinen Einfluss darauf haben. So haben am 12. September Greenpeace und der Bruno-Manser-Fond die Aktion "Urwaldfreundliche Gemeinden" lanciert, bei der alle Gemeinden aufgerufen werden, selbst urwaldfreundlich zu werden.

An der Nachhaltigkeits-Konferenz von Johannesburg ist wieder deutlich geworden, dass vor allem geschwatzt und nicht gehandelt wird. Konkrete lokale Massnahmen für den globalen Urwaldschutz sind darum wichtig. "Wenn viele kleine Schulen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, dann leisten sie einen konkreten und wichtigen Beitrag zum Schutz der letzten Urwälder", lautet daher ein zentrales Motto der «Urwaldfreundlichen Schule». Die Aktion ist denn auch eingebettet in die weltweite Arbeit der beiden Umweltorganisationen für den Schutz der letzten Urwälder.

Der übrig gebliebene Fünftel der ursprünglichen Wälder beherbergt 50 bis 80 Prozent aller an Land lebenden Tier- und Pflanzenarten und stabilisiert das Weltklima. Zudem ist er die wichtigste Lebensgrundlage für mehrere hundert Millionen Menschen. Trotz seiner Bedeutsamkeit geht es dem Wald an die Kronen: Alle zwei Sekunden wird Urwald von der Grösse eines Fussballfeldes durch Raubbau zerstört. Mit der fortschreitenden Vernichtung der Wälder sterben jeden Tag über 60 Tier- und Pflanzenarten aus.

Weitere Informationen:

Susanne Arnold, Projektkoordination "Urwaldfreundliche Schule"
WWF Schweiz: Mobile: 078 880 25 44, E-Mail: susanne.arnold@wwf.ch

Markus Holenstein, Projektbetreuung "Urwaldfreundliche Schule"
Greenpeace Schweiz: Tel. 01 447 41 29; E-Mail: urwald@ch.greenpeace.org

Andreas Thöny, Verantwortlicher des Urwald-Projektes der Primarschule Landquart:
Schule: 081 322 16 33, E-Mail: a.thoeny@freesurf.ch
Auf dem Internet unter www.urwaldfreundlicheschule.ch

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