Schlussspurt oder Scheitern in Rio

10 Juni 2012
Diese Woche finden in Rio die ersten Anlässe zum Uno-Nachhaltigkeitsgipfel Rio+20 statt. Die Aussichten sind düster, viele Hausaufgaben unerledigt. Auch in der Schweiz.

Die WWF-Minimalforderung für ein Schlussdokument in Rio ist ein starkes, fassbares Bekenntnis zu zwei zentralen Zielen: ausreichend Nahrung, Energie und Trinkwasser für alle sowie eine grüne Wirtschaft, die Umweltbelastung und Armut zurückdrängt. Die bisherigen Vorgespräche stimmen wenig optimistisch: „Zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir mit einem Scheitern rechnen oder mit einer schwachen Schlusserklärung, die keine Verbesserungen bringt“, sagt Felix Gnehm, Entwicklungsexperte beim WWF Schweiz und Mitglied der offiziellen Schweizer Delegation in Rio. „Der Leidensdruck ist möglicherweise noch nicht hoch genug. Zumindest bei den Staatschefs, die in Rio entscheiden werden.“

Die Schweiz wird sich in Rio für eine nachhaltige Entwicklung weltweit einsetzen. Das ist lobenswert, aber ebenso wichtig ist es, mit gutem Beispiel voranzugehen. Denn als Vorbild taugt die Schweiz kaum:

· Wir verbrauchen viel zu viele Ressourcen. Wenn alle so leben würden wie wir hier in der Schweiz, wären auf die Länge die natürlichen Ressourcen von über 2,8 Planeten nötig. Zudem setzt unser Wirtschafts- und Steuersystem zu wenig Anreize, mit Energie und anderen Ressourcen sorgfältig umzugehen.

· Auch die Schweiz bezahlt schädliche Subventionen, welche die Umweltbelastung vergrössern und so gleich doppelt Kosten verursachen. Die Beispiele reichen von Steuerabzügen fürs Autofahren bis zu Tierhalterbeiträgen in der Landwirtschaft.

· Das Parlament hat zwar eine Aufstockung der internationalen Zusammenarbeit beschlossen. Mit 0,5 % des Bruttonationaleinkommens liegt die Schweiz allerdings immer noch bloss im Mittelfeld der OECD-Staaten.

„Die Absichten sind oft gut, aber ungenügend“, sagt Felix Gnehm. „Zu fest beharren die Nationen noch auf kurzfristigen Eigeninteressen.“ Trotzdem weckt der Uno-Gipfel auch Hoffnungen: Rio+20 entwickelt eine Dynamik, die unabhängig von Ministerrunde und Schlussdokument Fortschritte bringt. Gnehm: „In Rio treffen sich Menschen aus allen Bereichen des Lebens und allen Ecken der Welt, die grosses Engagement und gute Ideen mitbringen. Sie machen den Erdgipfel zu einem Zukunftslabor für eine Wirtschaftsweise, welche Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellt.“


Kontakt in Rio:

Felix Gnehm, Entwicklungsexperte WWF Schweiz, 078 745 23 38, felix.gnehm@wwf.ch

Ab Mittwoch, 13. Juni, ist Felix Gnehm in Rio unter +41 44 586 62 24 (CH Nummer) erreichbar.


Wer die Medieninformationen von WWF International zu Rio+20 abonnieren möchte, meldet sich bei der Medienstelle in Zürich (044 297 22 25, philip.gehri@wwf.ch).

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© UNO

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