Kompromiss über verträglichere Skigebietsverbindung

10 Januar 2013
Die Verhandlungen zwischen den Umweltverbänden, dem SAC, dem Kanton Uri sowie der Andermatt Surselva Sport AG (ASS) über den Ausbau des Skigebiets Andermatt-Sedrun werden Verbesserungen für Natur und die Landschaft bringen. In einem zähen Ringen konnten die Umweltverbände erreichen, dass das neue Skigebiet verkleinert, natur- und landschaftsverträglicher und mit Ersatzmassnahmen für Natur und Landschaft versehen wird.

Gemeinsame Medienmitteilung der Umweltverbände Pro Natura, Pro Natura Uri und Graubünden, VCS Uri, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL, WWF Schweiz, WWF Uri und Graubünden, mountain wilderness:

Während den vergangenen Monaten haben die Umweltverbände, der SAC, die ASS und zuletzt der Kanton Uri über die geplante Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun verhandelt. Hauptstreitpunkt waren die Dimensionen des Projektes sowie die natur und landschaftsverträgliche Ausführung der neuen Anlagen. Mit dem gefundenen Kompromiss in Form einer Vereinbarung wurde im Rahmen der Möglichkeiten eine akzeptable Lösung gefunden, hinter die sich die Umweltverbände stellen können.

Otto Sieber, Pro Natura Zentralsekretär, markiert stellvertretend für die involvierten Umweltverbände deutliche Distanz zum Projekt: «Das neue Skigebiet ist für uns ein Beispiel für den Trend zum Wettrüsten in den Alpen, den wir ablehnen: Immer grössere Skigebiete führen zu mehr Pisten, mehr Anlagen und noch mehr Schneekanonen. Auch in Andermatt-Sedrun werden heikle Landschaften beeinträchtigt und zum Teil zerstört. Aber es gibt kein Gesetz, das ein Skigebiet in diesem Gelände verbietet. Wir konnten wenigstens erreichen, dass die Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft kleiner ausfallen werden.»

Die Umweltverbände erinnern daran, dass die Natur und die grossartigen Landschaften der Schweiz das wertvollste Kapital auch für den Tourismus sind. «Touristische Grossprojekte haben eine Tendenz, ausgerechnet an demjenigen Ast zu sägen, auf dem sie ihr Geschäftsmodell aufbauen», mahnt Katharina Conradin, Geschäftsführerin von mountain wilderness. Den weiteren Prozess im neuen Skigebiet Andermatt-Sedrun werden die Umweltorganisationen nach wie vor konstruktiv-kritisch begleiten.

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Die wichtigsten Verbesserungen für die Umwelt

Aus Umweltsicht konnten einige Verbesserungen für die Natur und Landschaft
erreicht werden. Das sind die wichtigsten:
  • Im Gebiet des St. Anna Gletschers wird vorläufig auf Eingriffe und Anlagen verzichtet.
  • Das Unteralptal wird als Landschaftsschutzgebiet und alpine Ruhezone ausgewiesen.
  • Eine Piste, die von der Bergstation Schneehüenerstock zum Oberalppass herunter führt, wird verschoben. Das verkleinert die Beeinträchtigung des bundesrechtlich geschützten Landschaftsschutzgebiet Fellital/Maderanertal (BLN).
  • Auf der Bündner Seite wird eine unberührte Geländekammer im Gebiet Tgombras (Gemeinde Tujetsch) vor touristischen Eingriffen geschützt werden. Dort leben geschützte Rauhfusshühner, deren Lebensraum nun langfristig gesichert werden wird.
  • Die Anzahl Pisten, Abfahrtsrouten und Anlagen wurde reduziert. Bei einigen Pisten und Wegen konnten landschaftsverträglichere Linienführungen erarbeitet werden.
  • Der Rückbau der stillgelegten Anlagen am Winterhorn bei Hospental wird innerhalb von acht Jahren vonstatten gehen. Zusätzlich wird angestrebt im Rahmen der nächsten Gesamtrichtplanrevision oder der Richtplananpassung Gemsstock das Gebiet Winterhorn als Landschaftsschutzgebiet auszuscheiden.

Weitere Auskünfte:

Otto Sieber, Pro Natura Zentralsekretär,
Tel. 079 706 76 18, otto.sieber@pronatura.ch
Katharina Conradin, Geschäftsführerin mountain wilderness,
Tel. 079 660 38 66, katharina.conradin@mountainwilderness.ch
Heidi Reinert, WWF Schweiz, Leiterin Abteilung Rechtsdienst,
Tel. 076 316 85 05, heidi.reinert@wwf.ch
Anita Wyss, Projektleiterin SL,
Tel. 079 746 28 67, a.wyss@sl-fp.ch



Skigebiete schädigen die Natur. Deshalb wird der WWF die Realisierung des Skigebiets Andermatt-Sedrun weiterhin kritisch-konstruktiv begleiten.
© Peter Lüthi / WWF-Switzerland

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