Freiwillige schützen Herden vor dem Wolf

31 Januar 2013
Fast 1000 Einsatztage haben Freiwillige in den letzten vier Jahren in den Schweizer Bergen geleistet. Sie haben dabei auf 50 Alpen Hirten unterstützt, deren Schaf- und Ziegenherden von Wölfen oder Bären bedroht wurden. Das WWF-Projekt Hirten-Hilfen schreibt Erfolgsgeschichte.

2009 hat der WWF im Herdenschutzzentrum in Jeizinen VS erstmals Freiwillige zu Hirten-Hilfen ausgebildet. Inzwischen haben 67 Personen die viertägige Ausbildung absolviert. Sie unterstützten daraufhin während ein bis drei Wochen Hirten auf 50 verschiedenen Schweizer Alpen, auf denen mit Wölfen oder Bären zu rechnen ist. Sie haben dabei fast 1000 Einsatztage geleistet. Kurt Eichenberger, Grossraubtier-Experte beim WWF Schweiz, zieht ein positives Fazit: „Die Hirten-Hilfen leisten gute Dienste und werden vom Alp-Personal sehr geschätzt.“

Mehr Akzeptanz für den Herdenschutz

Die Hirten-Hilfen erledigen dabei ganz verschiedene Aufgaben: Sie helfen mit beim Aufstellen und Abräumen von Zäunen, bei der Überwachung der Schafherden und bei der Betreuung der Herdenschutzhunde. Die Freiwilligen machen zudem Wanderer und Biker auf die Wichtigkeit des Herdenschutzes aufmerksam und informieren über den richtigen Umgang mit Herdenschutzhunden. „So trägt das Projekt zu einer besseren Akzeptanz für den Herdenschutz bei. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, damit Grossraubtiere wie Bär und Wolf eine Chance haben in unserem Land“, betont Projektleiter Eichenberger.

Die Freiwilligen aus dem Unterland, die während einigen Wochen das karge Leben der Älpler teilten, spielen aber auch eine wichtige Rolle im gegenseitigen Verständnis von Stadt- und Landbevölkerung: „Ich lernte die Schwierigkeiten kennen, die entstehen, wenn ein Wolf auf einer Schafalp auftaucht“, erzählt Linda Triet aus Flamatt. „Ich wollte den betroffenen Bauern unter die Arme greifen und gleichzeitig mithelfen, dass Grossraubtiere in der Schweiz einen Platz haben.

Neue Trägerschaft

Nach vier Jahren Aufbauarbeit Jahren übergibt der WWF sein Projekt der Vereinigung für ökologische und sichere Alpbewirtschaftung VösA. Mit der unabhängigen Trägerschaft wird die Basis für die langfristige Weiterführung des Projekts gelegt. „Die nachhaltige und ökologische Schafhaltung steht für mich dabei im Zentrum. Dazu passt das Hirten-Hilfe-Projekt des WWF ausgezeichnet“, betont Bruno Zähner, Geschäftsführer und Präsident der neuen Vereinigung VösA.


Hinweis an die Redaktionen:
Für Interviews und O-Töne vermitteln wie Ihnen auf Anfrage gerne freiwillige Hirten-Hilfen, die im Einzugsgebiet ihres Mediums wohnen oder in ihrer Region Einsätze geleistet haben. Kontaktieren Sie dafür Stefan Inderbitzin, Mediensprecher WWF, stefan.inderbitzin@wwf.ch Mobil 079 720 50 92.

Weitere Informationen:
Hintergrund- und Faktenmaterial finden Sie unter www.wwf.ch/herdenschutz und www.voesa.ch

Kontaktpersonen:
Kurt Eichenberger, Grossraubtier-Experte WWF Schweiz,
kurt.eichenberger@wwf.ch, Büro 044 297 21 70, Mobil 079 830 96 80
Bruno Zähner, Präsident der Vereinigung für ökologische und sichere Alpbewirtschaftung VösA,
brzaehner@bluewin.ch, 078 632 84 46
Junger Herdenschutzhund.
© Bild E.T. Studhalter / WWF Schweiz
Kursleiterin Riccarda Lüthi mit Herdenschutzhund inmitten einer Schafherde.
© Bild E.T. Studhalter / WWF Schweiz
Kursteilnehmer lernen das Aufstellen eines Elektrozauns.
© Bild E.T. Studhalter / WWF Schweiz
Wachsamer Herdenschutzhund im Alpeinsatz.
© Bild E.T. Studhalter / WWF Schweiz
Kursteilnehmerin bei der Klauenpflege eines jungen Schafs.
© Bild E.T. Studhalter / WWF Schweiz
Herdenschutzhunde werden schon sehr früh an Schafe gewöhnt und betrachten sich deshalb als Teil der Herde.
© Bild E.T. Studhalter / WWF Schweiz
Herdenschutzhunde betrachten sich als Teil der Schafherde, die sie beschützen.
© Bild E.T. Studhalter / WWF Schweiz
Herdenschutzexperte Walter Hildbrand am Kurs.
© Bild E.T. Studhalter / WWF Schweiz
Kursleiterin Riccarda Lüthi mit einem Herdenschutzhund.
© Bild E.T. Studhalter / WWF Schweiz

Abonnieren Sie den WWF Newsletter

Kompakt und aktuell: Ihre WWF News per E-Mail. Melden Sie sich jetzt an!

Werden Sie unser Fan


Dem WWF auf Twitter folgen

Was ist immer aktuell und voller nachhaltiger Überraschungen? Richtig: die #WWF #Ratgeber-#App http://t.co/Pfw4GSsnXO
vor 2 Stunden @WWF_Schweiz

Helfen Sie uns, die Wälder weltweit zu schützen

Alpen