Energiewende: Thurgau top, Appenzell Innerrhoden flop

15 Dezember 2014
Ohne engagierte Kantone kann die Energiewende nicht gelingen. Ein Rating der kantonalen Energiepolitik zeigt: Eine bunte Spitzengruppe unter anderen mit Thurgau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt macht vorwärts. Schlusslichter sind Nidwalden, Schwyz und Appenzell Innerrhoden.
 
Die Gebäudeheizungen sind die grössten Energieverbraucher in der Schweiz. Die kantonalen Vorschriften zum Sanieren und zum Heizen sind darum entscheidend, wenn die Schweiz vom Erdöl und -gas wegkommen und die Energiewende schaffen will. Auch Förderinstrumente für Gebäudesanierungen und Erneuerbare Energien sind dafür wichtig – und sehr unterschiedlich ausgebaut, wie das Rating von Ernst Basler und Partner im Auftrag des WWF Schweiz zeigt.
 
Thurgau und Schaffhausen stellen am meisten Mittel für die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien bereit. In den beiden Basel und Genf sind die Rahmenbedingungen für die energetische Sanierung bestehender Gebäude am besten. Allerdings erreichen in dieser zentralen Kategorie auch die besten Kantone kein Topresultat – dazu bräuchte es Vorgaben, die zusätzliche Gebäudesanierungen anstossen. Weitere Positivbeispiele: In Genf muss nach Dachsanierungen Solarwärme genutzt werden. Bern und Neuenburg sind vorbildlich beim Ersatz von stromfressenden Elektroheizungen. In Neuenburg und Freiburg wissen Hauskäufer am besten Bescheid über den Energieverbrauch und Sanierungsbedarf der Gebäude.
 
Die Spitzengruppe macht Hoffnung: „Diese Kantone zeigen, dass es geht und wie es geht“, sagt WWF-Energieexperte Elmar Grosse Ruse. Das Gesamtbild ist aber unbefriedigend: „Zu viele Kantone machen ihre Hausaufgaben nicht. Ihre Politik ist alles andere als enkeltauglich.“ Für die Energiewende sollten alle Kantone mehr tun. Sie helfen sich auch selber, wenn sie ihr Klimaschutz-Potenzial ausschöpfen: „Wo auf Effizienz und einheimische Energie statt Erdöl und Erdgas gesetzt wird, steigt fast immer die lokale Wertschöpfung.“
 
In den ersten Januartagen werden die kantonalen Energiedirektoren die neuen Mustervorschriften für die Energiepolitik der Kantone (MuKEn) verabschieden – ihre Energiestrategie. Kantone, die die Mustervorschriften schnell und vollständig umsetzen, verbessern sich im Kantonsvergleich deutlich. Eine aktive Politik stösst auch bei der Bevölkerung auf Zustimmung. Das Volk will eine kantonale Energiewende, wie eine Auswertung der kantonalen Abstimmungen der letzten zwei Jahre zeigt: In sieben von neun Fällen hat es Vorlagen für eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftliche Energieversorgung zugestimmt.
 
So wurde bewertet:
Für das Rating wurden folgende sieben Kategorien erfasst:
Vorschriften zu Gebäudesanierung und Energieeffizienz (doppelt gewichtet)
Vorschriften zur Nutzung erneuerbarer Energien (doppelt gewichtet)
Finanzielle Förderung erneuerbarer Energien (doppelt gewichtet)
Kantonale Ziele
Ersatz von Elektroheizungen
Kantonale Unterstützung für die Energieplanung der Gemeinden
Gebäudeenergie-Ausweis
 
Kontakt:
Elmar Grosse Ruse, Projektleiter Klima & Energie WWF Schweiz, elmar.grosseruse@wwf.ch, 078 745 23 41
Philip Gehri, Medienstelle WWF Schweiz, philip.gehri@wwf.ch, 044 297 22 25
 
Rangliste:
Vorreiter

1. Thurgau
2. Basel-Landschaft
3. Basel-Stadt
4. Bern
5. Freiburg
6. Genf
7. Schaffhausen
8. Appenzell A.Rh.
9. Glarus
Mitläufer
10. Graubünden
11. Wallis
12. Neuenburg
13. Waadt
14. Zürich
15. Solothurn
16. St. Gallen
17. Uri
Nachzügler
18. Aargau
19. Jura
20. Tessin
21. Obwalden
22. Luzern
23. Zug
24. Nidwalden
25. Schwyz
26. Appenzell I.Rh.
Energiewende in den Kantonen: Schweizer Karte (Rating Ernst Basler + Partner)
Energiewende in den Kantonen: Schweizer Karte (Rating Ernst Basler + Partner)
© WWF Schweiz
Rating der kantonalen Gebäude Energiepolitik, Schweizer Karte mit Bewertung
Rating der kantonalen Gebäude Energiepolitik, Schweizer Karte mit Bewertung
© WWF Schweiz
Le tournant énergetique des cantons; la carte Suisse (Rating par Ernst Basler + Partner, 2014)
Le tournant énergetique des cantons; la carte Suisse (Rating par Ernst Basler + Partner, 2014)
© WWF Suisse
Svolta energetica: Turgovia top, Appenzello Interno flop; la carta svizzera
Svolta energetica: Turgovia top, Appenzello Interno flop; la carta svizzera
© WWF Schweiz

Abonnieren Sie den WWF Newsletter

Kompakt und aktuell: Ihre WWF News per E-Mail. Melden Sie sich jetzt an!

Werden Sie unser Fan


Dem WWF auf Twitter folgen

#RioOlympics: Warum das Faultier unser Sportheld ist https://t.co/GCI09QqCjs
vor 1 Stunde @WWF_Schweiz

Helfen Sie uns, die Wälder weltweit zu schützen

Alpen

Ihre Spende an den WWF kann steuerlich geltend gemacht werden.