WWF zu Sustainable Finance: Schweizer Finanzplatz verliert Anschluss

06 Juli 2017
Sustainable Finance wird vermehrt auf internationaler Ebene diskutiert – so auch am nächsten G20 Treffen in Hamburg. In der Schweiz fehlen politische und regulatorische Rahmenbedingungen, um Sustainable Finance zu fördern. Daher unterbreitet der WWF sieben Politikempfehlungen, um der Schweiz und deren Finanzplatz zu vergangener Stärke zu verhelfen.

In einem neuen Positionspapier schlägt der WWF sieben Politikempfehlungen vor, um die Rahmenbedingungen für Sustainable Finance in der Schweiz zu verbessern. Denn die Schweiz als ehemalige Vorreiterin fällt im internationalen Vergleich zunehmend zurück. Der WWF  analysierte die Initiativen und Aktivitäten von staatlichen, privatwirtschaftlichen und  zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Schweiz und verglich sie mit dem Ausland. Die  Erkenntnis ist eindeutig. «In der Schweiz fehlen die politischen und regulatorischen  Rahmenbedingungen, die das nachhaltige Investieren und Finanzieren fordern, fördern und effektiv umsetzen», erklärt dazu Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz.

Dies ist nicht nur aus ökologischer, sondern vor allem aus ökonomischer Sicht höchst  problematisch. Sustainable Finance bringt neue Wachstumsmärkte, stösst auf eine steigende  Nachfrage und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Je länger die Schweiz wartet und  politisch inaktiv bleibt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch weiter zurückfällt.  Diese Erkenntnis setzt sich zunehmend in der Finanzbranche durch.

Der Finanzsektor steuert den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft entscheidend mit – entweder hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft oder davon abkehrend. Somit erstaunt es wenig,  dass der Artikel 2c des Pariser Klimaabkommens der Umorientierung der Finanzflüsse eine  grosse Wichtigkeit beimisst. Sustainable Finance geniesst weltweit zunehmend Beachtung.

Der  WWF Schweiz schlägt in seinem neusten Positionspapier sieben Politikempfehlungen vor,  welche den staatlichen Organisationen die notwendigen politischen Mandate geben würden. Im  Zentrum der Diskussion sollte die Frage stehen, wie die Politik den Finanzsektor bei der  Umsetzung von Sustainble Finance unterstützen kann.

Der Bundesrat und/oder das Parlament:
  1. setzen einen Beirat zur Schweizer Sustainable Finance-Politik ein.
  2. definieren schlanke Mindeststandards bezüglich der Offenlegungspflicht von ökologischen, sozialen und Gouvernanz-Faktoren von Schweizer Gross- und Mittel-Unternehmen.
  3. legen die Integration von Nachhaltigkeitsfaktoren in allen Investitionsentscheiden als  rechtsverbindliche treuhänderische Pflicht institutioneller Investoren fest.
  4. verlangen von der FINMA die regelmässige Messung und Offenlegung der Finanzmarktstabilitätsauswirkungen von Klimarisiken.
  5. fordern die Schweizerische Nationalbank dazu auf, die Klimaauswirkungen ihrer Investitionen regelmässig zu evaluieren, offenzulegen und ggf. zu reduzieren.
  6. bestehen darauf, dass alle Schweizer Pensionskassen und Versicherungen, regelmässig ihre Klimarisiken messen, offenlegen und reduzieren, sowie die ökologischen, sozialen und Gouvernanz-Risiken ihrer Investitionen sorgfältig prüfen.
  7. unterstützen Anlageinstrumente und -produkte mit ökologischem und/oder sozialem Mehrwert und machen diese finanziell attraktiver.
Kontakt:
Britta Rendlen, Leitung Sustainable Finance WWF Schweiz, Britta.Rendlen@wwf.ch, 044 297 22 53
Ivo Mugglin, Advisor Sustainable Finance WWF Schweiz, Ivo.Mugglin@wwf.ch, 044 297 23 31
 
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