Mohnblumen im Kaukasus / ©: WWF CH / Christian Som

Kaukasus

Der Kaukasus liegt in der Grenzregion von Asien und Europa zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Mit einer Fläche von über 500 000 Quadratkilometern ist das Gebiet mehr als 10mal so gross wie die Schweiz.
Mit über 100 verschiedene Landschaften und mehr als 7000 Arten ist der Kaukasus eine Region der ökologischen Superlative. Viele bedrohte Pflanzen und Tiere, unter anderem der Kaukasische Leopard und die Streifenhyäne, leben dort.

Bedrohungen

Die vielfältige Natur des Kaukasus gerät aufgrund der nicht nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung in der Region immer stärker unter Druck: Abholzung, unkontrollierte Bebauung, Wilderei und Überweidung gefährden die natürliche Flora und Fauna.

Lösungsansätze

Unter wesentlicher Mithilfe des WWF eröffnete 2001 der erste Nationalpark im Kaukasus. Der 76 000 Hektar umfassende Borjomi-Kharagauli-Nationalpark bietet ein Besucherzentrum, Wanderwege und Hütten. Seither hat sich der WWF für die Errichtung weiterer Schutzparks eingesetzt.

Durch die Parks gewinnt die lokale Bevölkerung neue wirtschaftiche Möglichkeiten: In der Umgebung wird die nachhaltige Waldnutzung gefördert. Gut ausgebildete Ranger überwachen das Schutzgebiet und bekämpfen die Wilderei. Zerstörte oder stark geschädigte Wälder werden unter Einbezug der lokalen Bevölkerung wieder aufgeforstet. Weitere Schutzgebiete entstehen und bilden ein wichtiges Netzwerk an Rückzugsgebieten für Tiere und Pflanzen.

Der WWF hat gemeinsam mit lokalen Akteuren aus verschiedenen Bereichen einen ökoregionalen Naturschutzplan erarbeitet. Dieser Plan legt Gebiete für den Naturschutz fest, identifiziert gefährdete Arten und vereinbart Lösungswege. Aktuell ist ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet in Georgien, Armenien und der Türkei im Aufbau. Auch im politischen Bereich ist der Naturschutz ein verbindendes Element, das die Konfliktparteien im Kaukasus an einen Tisch bringt.


Das können Sie tun

  • Unterstützen Sie unsere Arbeit, Schutzgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten aufzubauen und zu betreuen.

    WWF Projekte unterstützen

Aktuell

Bilder von der Auswilderung der Braunbärin Masha in Armenien:
 
 / ©: David Lawson / WWF-UK

Der Kaukasische Leopard

Der Kaukasische Leopard ist stark bedroht. Der WWF führt seit 2001 ein Programm zur Rettung der Raubkatze im Kaukasus durch.

Leistungsausweis

  • Die enge Zusammenarbeit des WWF mit dem Ministerium für Naturschutz in Armenien (MoNP) ermöglichte die Entwicklung eines Schutzgebiet-Plans für das südliche Armenien. Vier neue Schutzgebiete (Arevik National Park, Zangezur and Khustup State Sanctuaries and Gnishik Protected Landscape) wurden gegründet. Weiterhin wurde das bestehende Reservat Shikahogh auf eine Fläche von 85‘366 Hektar vergrössert und umfasst nun auch die Habitate des seltenen Leoparden.


  • Neue Schutzgebiete schaffen

    Bis Ende 2016 werden mindestens sechs bedeutende Naturschutzgebiete in der Kaukasus Region neu geschaffen und befinden sich im laufenden Betrieb.
     

    Einrichtung von Wildkorridoren

    Bis Ende 2016 sind die Wildkorridore Khosrov-Gnishik und Tusheti-Kazbegi für einen verbesserten Schutz des Leoparden eingerichtet und das Management im Hyrkan National Park und Akhar-Bakhar Reserve verbessert.

    Ökonomische Beurteilung der Biodiversität

    Bis Ende 2014 ist die TEEB-Analyse für den Waldsektor in den Ländern Armenien, Aserbaidschan und Georgien abgeschlossen, die aufzeigt, wie aus dem Erhalt der Biodiversität in den Wäldern Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung erschlossen werden können (TEEB: The Economics of Ecosystems and Biodiversity).
     

    Modelle für nachhaltiges Waldmanagement

    Bis Ende 2016 werden die Methoden für die Modellversuche zum nachhaltigen Waldmanagement in Armenien, Aserbaidschan und Georgien festgelegt.


    Nachhaltige Waldnutzung etablieren

    Bis 2020 haben die Regierungen von Armenien, Aserbaidschan und Georgien die vom WWF erarbeiteten Richtlinien und Standards für nachhaltiges Waldmanagement übernommen und in der Gesetzgebung berücksichtigt.


  • Neue Schutzgebiete schaffen

    positiv
     

    Die bestehende Zusammenarbeit des WWF Kaukasus mit regionalen Partnern führte bisher zur Schaffung von sieben Schutzgebieten. Der WWF setzt dabei auf die Einbeziehung lokaler Gemeinschaften, Nicht-Regierungs-Organisationen und Regionalverwaltungen, um deren lokale Interessen für eine nachhaltige Regionalentwicklung zu berücksichtigen. Das Ziel, bis 2016 sechs Naturschutzgebiete zu schaffen, wurde 2013 prinzipiell erreicht. Jedoch besteht bei der Umsetzung von einzelnen Massnahmen Verbesserungspotential, welche voraussichtlich zeitverzögert in 2014 erfolgen.


    Einrichtung von Wildkorridoren

    positiv
     

    Bestrebungen zur Einrichtung der Wildkorridore zeigen erste Erfolge, wie ein vermehrtes Auftreten von Leoparden in Südarmenien zeigt. Die vollständige Umsetzung der Wildkorridore bis 2016 ist sehr wahrscheinlich.
    Bestrebungen zur Verbesserung des Managementsystems im Akhar-Bakhar-Reservat finden im Rahmen eines Projekts statt, das die Finanzierung verschiedener Naturschutzprojekte zukünftig sichern soll.


    Ökonomische Beurteilung der Biodiversität

    positiv
     

    Eine Pilotstudie als Bestandsaufnahme zum Zusammenspiel von Naturschutz und Regionalökonomie wurde in Georgien  abgeschlossen. In dieser Studie wurden Prioritäten zur Umsetzung beschrieben und die Grundlagen für eine TEEB-Landesstudie für Georgien geschaffen.


    Modelle für nachhaltiges Waldmanagement

    positiv
     

    In drei Gebieten wurden Umgestaltungsmassnahmen hin zu nachhaltigem Waldmanagement abgeschlossen. Insgesamt wurde 450 Hektar Fläche eingezäunt und die Wiederaufforstung wurde eingeleitet. Die Agency of Protected Areas hat den Waldnutzungsplänen für einen Überschwemmungswald zugestimmt, hier sind bereits 80 Hektar eingezäunt und die Anbieter von Setzlingen und Pflanzungen wurden ausgewählt.


    Nachhaltige Waldnutzung etablieren

    positiv
     

    Ein Konzept für ein nachhaltiges Waldmanagement dient Regierungsorganisationen nun als Richtlinie für die Umsetzung von Standards bei landesweiten Massnahmen. Die Standards zielen auf die Reduzierung der schwerwiegendsten Gefahren für Wälder ab. Das Ziel für 2013 wurde damit vollständig erreicht.


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