/ ©: Michel Roggo

Lachs Comeback

Schulklasse schickt Junglachse auf weite Reise

Schülerinnen und Schüler aus Birsfelden setzten im Juni 2014 3000 Junglachse in die Birs aus. Damit übernehmen sie für das nationale Wiederansiedlungsprogramm und das WWF-Projekt ‚Lachs Comeback‘ eine wichtige Rolle als Patinnen und Paten der kleinen Fische.
Mit dem Projekt „Lachs Comeback“ unterstützt der WWF Schweiz die Anstrengungen verschiedener Kantone und des Bundes zur Wiederansiedlung des Lachses in der Schweiz, nicht zuletzt durch seine Informationsarbeit in interessierten Schulklassen.



Grösster Lachsfluss
Einst war der Rhein der grösste Lachsfluss in Europa: Rund eine Million Lachse schwammen im Rhein. Ihre Laichgründe reichten bis in die Voralpen. Doch dann wurden entlang dem Rhein und seiner Zuflüsse zahlreiche Wehre für Kraftwerke gebaut, mit schlimmen Folgen für den Wanderfisch: Seit rund sechzig Jahren gilt der Lachs in der Schweiz als ausgestorben. Mit der Kampagne „Lachs Comeback“ will dies der WWF gemeinsam mit Partnern ändern: Die letzten acht Kraftwerke zwischen Strassburg und Basel sollen mit Fischtreppen passierbar gemacht werden.
 

das wichtigste in Kürze

  • Lachse sind Langdistanzwanderer. Nach ihrer Geburt schwimmen sie ins Meer und kehren zum Laichen zurück in die Gebirgsgewässer.
  • Vor gut hundert Jahren gab es etwa eine Million Lachse im Rhein und seinen Seitenflüssen.
  • Seit den 1950er Jahren ist der Lachs in der Schweiz ausgestorben.
  • Heute ist seine Rückkehr in greifbarer Nähe. Der grösste Teil des Rheins ist für den Lachs durchgängig.
  • Haupthindernisse sind 8 Kraftwerke des französischen Stromkonzerns EdF.
  • Der WWF fordert von EdF seit langem den Bau von Fischtreppen.
  • Die Petition richtet sich nun an die französische Regierung: Der Lachs soll endlich seine Schweizer Laichgebiete zurückbekommen.

Todesfalle Schweiz?

In einigen Medien wurde behauptet, die die Schweiz sei eine „Todesfalle“ für die Lachse, und diese würden auf ihrem Weg zurück ins Meer in den Turbinen der Kraftwerke regelrecht „gehäckselt“. Erstens: Fast alle atlantischen Lachse, welche es bis in die Schweiz schaffen, sterben nach dem Laichen. weiterlesen
  • Nachhaltige Wasserkraft unabdingbar

    Langdistanz-Wanderfische wie der Lachs leiden besonders unter Querbauten, der Begradigung und Verbauung der Fliessgewässer. Haupthindernisse für eine erfolgreiche Rückkehr und den Aufbau einer selbsterhaltenden Lachs-Population in der Schweiz sind die nicht nachhaltige Nutzung der Wasserkraft, der eingeschränkte Geschiebetrieb und mangelnde Laichplätze.

    Dank Bund, Kantonen und Verbänden erste Erfolge

    Zufällig durch Schiffschleusen, aber nicht ganz unerwartet hat der in Basel im Oktober 2008 gefangene Lachs seinen Weg zurück in die Schweiz gefunden. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Aargau haben in den letzten Jahren zusammen mit Fischereiverbänden grosse Anstrengungen unternommen, um den Lachs in der Schweiz wieder anzusiedeln und seinen Lebensraum aufzuwerten. Das BAFU koordiniert das Lachs-Besatzprogramm in den Kantonen Basel und Aargau. Die Kantone sorgen dafür, dass bestehende Wanderhindernisse fischgängig werden und haben erste Gewässerabschnitte bereits revitalisiert. Dies mit Erfolg: 2012 wurden in der Fischtreppe bei Rheinfelden zwei Lachse gefangen.


  • Lachs in Frankreich gestoppt

    Der Lachs ist eine zugkräftige Leitart gesunder Flüsse. Dank internationalen Anstrengungen ist die Wiederansiedlung des Lachses im Einzugsgebietes des Rheins in Deutschland geglückt. Heute verhindern noch wenige Wehre französicher Kraftwerke (EdF) im Oberrhein die Rückkehr des Lachses in die Schweiz. Sie müssen in absehbarer Zeit fischgängig gemacht werden. Damit steht der Weg in die Schweiz bald offen. Der WWF will zusammen mit Partnern den Lachsen den Weg in die Aare und deren Zuflüsse ermöglichen.

    Die Vision: Der Lachs kehrt in die Schweiz zurück. Im Rhein, in der Aare und geeigneten Zuflüssen schwimmen junge natürlich geborene Lachse. Die Rückkehr der Lachse begeistert die Schweiz und löst weitere Revitalisierungsprogramme aus.

  • Meilensteine des Lachs-Comeback

    Erfolgreiche Lachspetition: Gemeinsam mit zwanzig Partnerorganisationen fordert der WWF mit einer Petition Frankreich zum Handeln auf.
    Die Petition wurde rund 12'000 Mal unterzeichnet und am 28. Oktober 2013 anlässlich der Rheinministerkonferenz Laurent Roy, dem französischen Wasserdirektor, übergeben. Dieser hat versprochen, dass der Lachs bis 2020 wieder nach Basel zurückkehren kann. Ein Etappensieg!
    Im Visier stehen die Kraftwerke der französischen Électricité de France im Elsass. Sie bilden das letzte grosse Hindernis, das dem Lachs auf seiner Wanderung von der Nordsee bis nach Basel im Wege steht. Die französische Delegation hat an der Rheinministerkonferenz eine „kurzfristige Lösung mit mobilen Fischpässen“ angekündigt, und parallel dazu den Bau von Fischaufstiegsanlagen.
    Der WWF wird diese Lösung genau prüfen und kritisch begleiten.

    Grundlagen: Der WWF hat Grundlagen und Geschichten zur historischen Verbreitung zusammen getragen und eine umfassende Studie zum Potential für die Rückkehr des Lachs in Rhein, Aare und deren wichtigsten Zuflüssen erstellt. Eine detaillierte Beurteilung der Wanderhindernisse ist in Arbeit.

    Aktionsplan: Die Studien bilden die Grundlage für den Aktionsplan Lachs COMEBACK. Gemeinsam mit den wichtigsten Partnern (BAFU, Kantonale Behörden, Forschung, Kraftwerksbetreiber, Verbände und Sponsoren) soll ein Massnahmenplan entwickelt werden, der die einzelnen Realisierungsschritte aufzeigt und die Prioritäten festlegt. Der Aktionsplan soll von allen wichtigen Partnern getragen werden.

    Umsetzen, umsetzen, umsetzen: Prioritäre Teilprojekte werden koordiniert umgesetzt. Der WWF initiiert gemeinsam mit Partnern Projekte und begleitet deren Umsetzung mit Öffentlichkeitsarbeit. Nebst eigentlichen Revitalisierungsprojekten wird ein besonderes Augenmerk auf den Fischabstieg bei Kraftwerken gelegt.  Zudem betreibt der WWF Fundraising für ausgewählte Projekte, um möglichst viele Flusskilometer «lachstauglich» zu machen.
  • Artikel über den Lachs in der Schweiz



  • Der Lachs: Ein Fisch kehrt zurück

Petition an den Präsidenten der französischen Republik:

Sehr geehrter Herr Präsident
Der Lachs will in seine Heimat zurück! Jahrhundertelang waren die Schweizer Gewässer Laichgebiete für den Lachs. Bis Kraftwerke ihm den Weg von und zum Meer versperrten. In jüngster Zeit wurden viele dieser Wanderhindernisse passierbar gemacht. Jetzt versperren dem Lachs im Rhein noch acht französische Kraftwerke im Elsass den Weg in den Hochrhein und damit auch in die Schweiz sowie
den Schwarzwald. weiterlesen

Wir Unterzeichner fordern Frankreichs Regierung deshalb auf, den französischen Rheinabschnitt bis 2020 für den Lachs durchgängig zu machen. Frankreich und mit ihr die Électricité de France haben eine grosse Verantwortung für den Lachs, auch am Rhein. Nehmen Sie diese wahr und machen Sie den Rhein durchgängig!

 

Beitrag in der Tagesschau vom 28.10.13:
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