Cotton flower, Pakistan
Cotton (Gossipium sp.) flower, Faisalabad, Pakistan.
 / ©: © Mauri Rautkari / WWF-Canon

Better Cotton Initiative

Die Better Cotton Initiative wurde mit dem Ziel gegründet, die schädigenden Auswirkungen der Baumwollproduktion auf Mensch und Umwelt zu reduzieren.
Der konventionelle Anbau und die Verarbeitung von Baumwolle sind mit grossem Wasserverbrauch und dem Einsatz von Chemikalien verbunden. Das gefährdet nicht nur die Gesundheit der Feldarbeiter, sondern auch den Boden und die Umwelt. Für den Anbau von einem Kilogramm Baumwolle sind bis zu 11‘000 Liter Wasser nötig. Weniger als die Hälfte dieser Wassermenge werden tatsächlich von der Pflanze aufgenommen, der Rest verdunstet oder versickert.
Um die ökologischen Folgen des Baumwollanbaus weltweit zu reduzieren und den Einsatz von Wasser und Chemikalien zu senken, hat der WWF im Jahr 2005 die Better Cotton Initiative (BCI) mitbegründet. In der BCI sitzen Vertreter diverser Interessengruppen: vom Bauern bis zu global tätigen Modeketten und auch Nichtregierungsorganisationen.
Die BCI verfolgt drei Strategien:
  • Vorantreiben eines Runden Tisches und freiwilliger Standards
  • Entwicklung besserer Managementpraktiken
  • Veränderung der staatlichen Regulierungsmechanismen
BCI ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, auch wenn der WWF in gewissen Punkten Vorbehalte hat: So schliesst der Standard beispielsweise die Gentechnologie nicht aus.

Das können Sie tun

  • Die gemeinsam mit dem WWF entwickelten BCI-Prinzipien richten sich an Produzenten, die
    • schädigende Einflüsse durch Pflanzenschutzmittel verringern wollen
    • Wasser effizient einsetzen und sich für die gerechte Verteilung von Wasser engagieren
    • die Bodenqualität erhalten wollen
    • natürliche Lebensräume schützen
    • die Qualität der Baumwollfaser gewährleisten und
    • eine gerechtes Arbeitsumfeld schaffen wollen.

    Die daraus entstandenen Kriterien sollen sicherstellen, dass nachhaltig produzierte Baumwolle nicht nur wasser-, boden- und umweltschonend ist, sondern auch sozial gerecht und wirtschaftlich sinnvoll hergestellt wird.
  • Mit der Anbaumethode von BCI-Baumwolle kann bis zu drei Viertel an Wasser und Pestiziden eingespart werden, während gleichzeitig die Nettogewinne der Baumwollbauern um bis zu 70 Prozent ansteigen.

    2006 wurde das erste BCI-Projekt in der Region Andhra Pradesh in Indien mit etwa 40 Familien ins Leben gerufen. Heute erstreckt es sich über 18 Dörfer mit insgesamt etwa 600 Baumwollfarmern. Insgesamt sind heute in Pakistan, Indien, Mali und Brasilien 125‘000 Kleinbauern in die BCI involviert, die eine Fläche von 550‘000 Hektaren bewirtschaften.

    Im Jahr 2010/11 gelangten die ersten 74‘000 Tonnen Baumwolle nach BCI-Standard auf den Weltmarkt. Im Jahr darauf waren es bereits 490‘000 Tonnen. Bis 2015 liegt das Ziel bei einer Million Tonnen, was vier Prozent der heutigen Weltproduktion entspricht. Bis 2020 sollen es über 25 Prozent sein. Damit kann ein „Tipping Point“ erreicht werden, ab welchem der Markt automatisch transformiert wird.

  • Bio-Baumwolle ist das einzige Zertifizierungssystem, welches verlangt, dass Baumwolle ohne synthetische Pestizide und Dünger angebaut wird. Es erstaunt deshalb nicht, dass die nach weniger strengen Kriterien angebaute BCI-Baumwolle kritisiert wird. Fakt ist aber, dass Bio-Baumwolle ein Nischenprodukt ist. Weltweit werden jährlich 24 Millionen Tonnen Baumwolle produziert, weniger als ein Prozent davon stammt aus Bio-Anbau. Selbst eine Vervielfachung der Bio-Baumwolle nützt der Umwelt also wenig. Zudem sind der Wasserverbrauch und soziale Aspekte im Bio-Anbau keine Kriterien. Es ist deshalb besonders wichtig, dass im konventionellen Anbau weniger Pestizide und Wasser verbraucht werden. Und genau da setzt die BCI an.

    Aus Sicht des WWF gibt es aber durchaus Verbesserungspotential bei der BCI. So schliesst der Standard beispielsweise die Gentechnologie nicht aus. Gäbe es wie bei der Soja einen gentechfreien BCI-Standard, hätten Abnehmerfirmen nämlich die Möglichkeit, auf gentechfreie Baumwolle zu setzen.

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