Bär (Ursidae) / ©: WWF-Canon / SANCHEZ & LOPE

Bär

Braunbären werden zwischen 150 und 280 cm gross mit einer Schulterhöhe von 90 bis 150 cm. Der Körper der Braunbären ist massig mit einem dunkelbraun, blond oder zuweilen rötlich gefärbten Fell.
Männliche Braunbären bringen in Europa zwischen 140 und 320 Kilogramm, gleichaltrige Weibchen zwischen 100 und 200 Kilogramm auf die Waage. Im Jahreslauf schwankt das Gewicht der Bären um bis zu 30 Prozent. Am leichtesten sind sie in den Monaten April und Mai nach der Winterruhe, am schwersten im Herbst davor.

Braunbären sind meist dämmerungs- und nachtaktiv. Sie sind Einzelgänger, aber nicht territorial, dass heisst sie dulden Artgenossen gleichen Geschlechts in ihrem Revier. Die Nahrung der Braunbären besteht zu rund drei Viertel aus pflanzlichen Bestandteilen wie Beeren, Baumfrüchten, Wurzeln und Gräsern. Daneben fressen sie auch Aas, Fische und Insekten, welche eine wichtige Protein- und Energiequelle für sie sind. Selten reissen sie Haustiere. Braunbären werden mit vier bis sechs Jahren geschlechtsreif. Ein Wurf ist nur alle zwei bis drei Jahre erfolgreich.

  • Die Rückkehr von Meister Petz

    Wissenschaftlicher Name
    Ursus arctos

    Lebensraum
    Wälder, subalpine Buschtundra bis offene alpine Tundra, Wüsten und Halbwüsten, in Höhen bis zu 5000 m im Nordwestliches Nordamerika, in Skandinavien, Russland bis Japan, vereinzelt in Süd-, Mittel- und Osteuropa, Naher Osten, China und Mongolei.

    Bestandsgrösse
    Weltweit: etwa 200000 Tiere (Trend: stabil) 
    Europa und Russland: zwischen 142 000 bis 148 000 Tiere (davon 15 000 bis 20 000 Individuen in Europa (ohne russischen Teil )

    Gefährdungsstatus
    IUCN: nicht gefährdet
    CITES: Anhang I (Populationen in Bhutan, China, Mexiko und Mongolei); Anhang II (alle übrigen Populationen)
    Berner Konvention: Anhang II (streng geschützt)
  • Bedrohung für den Braunbären

    Noch im Mittelalter war der Braunbär in Europa weit verbreitet, auch über weite Teile der Alpen. Jedoch führten gezielte Bejagung (für Fleisch, Häute, Trophäen und Heilmittel) und Lebensraumverlust durch menschliche Aktivitäten (Entwaldung, Strassenbau, Besiedelung, Landwirtschaft) zu einem dramatischen Rückgang und der Isolierung der Bärenpopulationen.
    In der Schweiz wurde 1904 letztmals ein Bär im Kanton Graubünden erlegt. In den Trentiner Alpen in Italien unweit der Schweizer Grenze und in Slowenien haben einige Braunbären überlebt. Nur in Slowenien blieb eine stabile Braunbär-Population in den Alpen erhalten. Um den Reliktbestand im Trentino zu retten,  wurden zwischen 1999 und 2002 zehn Braunbären aus Slowenien im Nationalpark Adamello Brentaangesiedelt. Heute leben dort wieder etwa 30 Braunbären. Seither wandern Jungtiere immer wieder in die Nachbarländer – auch in die Schweiz. 2005 tauchte seit der letzten Sichtung 1923 der erste Bär in der Schweiz auf.
     
    Ein WWF Wiederansiedlungsprojekt in den Alpen erfolgte zwischen 1989 und 1993 in den nördlichen Kalkalpen (Österreich), wobei drei Braunbären ausgesetzt wurden. Nach anfängliche Erfolgen und mehreren nachgewiesenen Geburten, wobei der Bestand 25-30 Individuen erreichte, gelingt man heute zum ernüchternden Ergebnis, dass vermutlich der kleine Bestand ausgestorben ist.
     
    Trotz zahlreiche Bemühungen und einzelne Auswanderungen aus den italienischen und slowenischen Populationen, ist das Überleben des Braunbären im Alpenraum noch lange nicht gesichert. Fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung und dadurch illegale Abschüsse sowie der geringe bis fehlende genetische Austausch zwischen den einzelnen Beständen bedrohen die Wiederbesiedlung und Erhaltung der Braunbären in den Alpen.
  • Rückkehr unterstützen

    Seit etwa 20 Jahren arbeitet der WWF zusammen mit seinen Partnern an dem Ziel, den Braunbären in den Alpen wieder heimisch zu machen. Um ihr Verhalten zu erforschen, werden Jungbären überwacht und vermehrt mit Sendern versehen. Weiterhin sollen Lebensräume vernetzt und durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Alpenstaaten Akzeptanz für die Braunbären geschaffen werden.

    Um ein Zusammenleben zwischen Mensch und Bär zu ermöglichen, wurde ein Leitfaden für den Schutz der Bären ausgearbeitet, ein Netzwerk zur Zusammenarbeit zwischen Behörden, Interessenvertretungen und dem WWF aufgebaut und eine Informationskampagne für die Bevölkerung durchgeführt.

    Herdenschutzhunde und Elektrozäune sorgen bereits dafür, dass Haustiere und Bienenstöcke vor dem Bären weitgehend sicher sind. Bärensichere Abfallcontainer verhindern, dass sich Bären an Menschennahrung gewöhnen und sich danach bei der Nahrungssuche wiederum Siedlungen nähern. Treibt sich ein Braunbär in der Nähe von Menschen oder Siedlungen herum, wird er mittels Vergrämungsmassnahmen, wie etwa Gummikugeln, vertrieben.

    Das Projekt Ursina

    Im Rahmen des Ursina-Projektes bereits mehrere Erfolge verbucht: die Erprobung von Massnahmen zum Schutz von Bienenhäusern, die Entwicklung bärensicherer Abfallcontainer, die Platzierung erster Container an sensiblen Standorten sowie die Fertigstellung der ersten Etappen des Bärenerlebnispfades im Val Müstair.

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