/ ©: Christian Kutschenreiter

Biber

Biber sind die grössten Nagetiere in Europa. Zu den auffälligsten Merkmalen des Bibers zählen die grossen, nachwachsenden Schneidezähne, der flache, beschuppte Schwanz sowie die grossen, entenartigen Hinterpfoten mit Schwimmhäuten. Biber sind ausgezeichnete Schwimmer.
Biberpaare bleiben ihr ganzes Leben lang zusammen und bilden damit eine Ausnahme unter den Säugetieren. Eine Biberfamilie besteht in der Regel aus den Elterntieren und zwei Generationen von Jungtieren.

Biber benötigen einen Lebensraum mit genügend Weichhölzern als Winternahrung, genügender Wassertiefe und grabbaren Ufern. Als reine Vegetarier ernähren sich die Biber von Kräutern, Gräsern, Trieben und Wasserpflanzen – im Winter zusätzlich von Weichholzrinden und Wurzeln von Wasserpflanzen. Im Herbst legen die Biber Futtervorräte auf dem Gewässergrund an. Ihre Erdbauten, die sie in die Uferböschungen graben, haben unterschiedliche Formen. Die Eingänge liegen jedoch immer unter Wasser. Biber gestalten und verändern ihren Lebensraum oft beträchtlich. Zum Beispiel fällen sie Bäume oder bauen Dämme und stauen damit Wasser. Durch das Stauen von Gewässern wird der Gewässerraum enorm verändert. So haben Biber zum Beispiel bei Marthalen ZH durch den Bau eines Dammes den grössten Bibersee der Schweiz geschaffen. Der See ist so gross wie vier Fussballfelder und soll nun geschützt werden.
 

Das können Sie tun

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    Die Alpen schützen
  • Der Landschaftsgestalter

    Wissenschaftlicher Name
    Castor fiber (Eurasischer Biber)

    Lebensraum
    Grosse, vegetationsreiche Flussauen und Altarme, umgeben von natürlichem Auwald, sowie auch kleinere, natürliche Fliessgewässer, Seen, Teiche und Gräben in 25 Ländern in Europa und Asien. In der Schweiz lebt der Biber vor allem entlang der Flüsse Aare, Rhein, Thur, Rhone und Broye.

    Bestandsgrösse
    Europa und Asien: mindestens 700 000 Individuen (Stand 2010)
    Schweiz: mehr als 2'000 Individuen (Stand 2014)
    Trend: steigend

    Gefährdungsstatus
    IUCN (Stand 2008): nicht gefährdet
    CITES: nicht gelistet
    Berner Konvention: Anhang III
    Rote Liste Schweiz: vom Aussterben bedroht
     
  • Der Biber ist zurück

    Nachdem der Biber einst in der ganzen Schweiz weit verbreitet war, wurde er im 19. Jahrhundert fast vollständig ausgerottet.

    Deshalb haben Naturfreunde zwischen 1958 und 1977 an verschiedenen Orten in der Schweiz rund 140 Biber wieder angesiedelt. Der WWF Thurgau siedelte zum Beispiel 1968 und 1969 insgesamt neun Biber aus Norwegen im Nussbaumer- und Hüttwilersee an. Von dort eroberten sie das Thurtal und kommen heute bis zur Thurmündung sowie in anderen Gewässern des Kantons vor – auch am Untersee und am Rhein. Inzwischen leben allein im Kanton Thurgau wieder rund 500 Biber in über 100 Revieren und im Kanton Zürich etwa 306 Biber in 87 Revieren (Winter 2013/2015). Im Kanton St. Gallen geht man von einem Biberbestand von 120 Tieren aus (2013). Im Kanton Wallis wird der Biberbestand auf 80 bis 100 Tiere geschätzt. Im Kanton Baselland leben mittlerweile rund 15 Biber. Der Kanton Bern weist mit 765 Tieren (2015) die grösste Population auf.

    Bei der Wiederansiedlung der Biber fehlte aber ein gesamtschweizerischer Plan. Das hatte zur Folge, dass die Biber lange Zeit in kleinen, voneinander isolierten Gruppen lebten. Ihr längerfristiges Überleben in der Schweiz erfordert aber einen grossen, zusammenhängenden Bestand. Um Wissen zu sammeln und Schutz- und Fördermassnahmen zu koordinieren, wurde 1996 die Biberschutzstelle Schweiz ins Leben gerufen, die heute als Biberfachstelle Schweiz in Neuenburg bekannt ist. Das Hauptziel des Schweizer Biberschutzes ist die Vernetzung der Biberpopulationen untereinander.

    Biberfachstelle Schweiz
    Beratungs- und Koordinationsstelle für Biberfragen des Bundesamts für Umwelt BAFU (cscf.ch)
  • Kaum Feinde, trotzdem bedroht

    Der wertvolle Pelz war der Hauptgrund für die Jagd auf den Biber im 19. Jahrhundert. Nicht weniger gefragt war das so genannte Bibergeil: das Sekret, mit dem Biber ihr Revier markieren. Es galt als Wundermittel gegen ziemlich alle Krankheiten. Beliebt war auch das schmackhafte Fleisch des Bibers. Ausserdem wurde er als «Schädling» gnadenlos verfolgt, da seine Dammbautätigkeiten teilweise zur Überflutung landwirtschaftlich genutzter Wiesen und Äcker führten.

    Der Biber ist in der Schweiz auf dem Vormarsch, da sich seine Lebensräume in den letzten Jahrzehnten durch Renaturierungen deutlich verbessert haben. Natürliche Feinde hat er in der Schweiz praktisch keine. So steigen mit den heute gut 2'000 Bibern in der Schweiz auch die Schäden wieder. Zum Beispiel sind durch Biberdämme gestaute Drainagen von landwirtschaftlich genutztem Land im Kanton Thurgau die häufigste Ursache für Schadenersatzforderungen. Der Grund dafür ist, dass das Begradigen von Flüssen und das Entwässern von Landwirtschaftsflächen den Flussauen viel Boden abrang - und der Biber damit seinen Lebensraum verlor. Der Biber kommt deshalb heute schnell in Konflikt mit der Landwirtschaft, die bis nahe an die Gewässer vorstösst. Daneben werden immer mehr Jungbiber auf ihren Wanderungen in neue Gebiete von Autos überfahren, da viele Flüsse, wie die Aare, über weite Strecken von Wegen und Strassen eingefasst sind.

    In anderen Ländern bedrohen den Biber ausserdem Gewässerverschmutzung oder streunende Hunde.
  • Einsatz für den Biber

    Seit Jahrzehnten engagiert sich der WWF mit der Förderung von Naturschutz-Grossprojekten für den Biber. Solche Grossprojekte haben den Schutz und die Entwicklung grossflächiger Feuchtgebietslebensräume zum Ziel – also den Lebensraum des Bibers. Der WWF will einen robusten Biberbestand innerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebietes schaffen, so dass der Biber langfristig in unserer Kulturlandschaft überleben kann.

    Deshalb unterstützt der WWF die Unterschutzstellung von natürlichen Seen, Fliessgewässern und Auwäldern, die sanfte Nutzung von Gewässern und deren Ufer, die Extensivierung der Fischerei, die Information naturinteressierter Besucher und das Management von Konflikten zwischen Biber und Mensch. Konfliktmanagement ist wichtig, wenn zum Beispiel Biber durch Dammbauten land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen verändern. Zu diesem Zweck haben die WWF-Sektionen Thurgau, St. Gallen und Schaffhausen bereits 2006, später auch Zürich, damit begonnen, lokale Biberschützer (Biberwatcher) auszubilden. Eine weitere Aufgabe ist die regelmässige Bestandserhebung.

    Verschiedene regionale Sektionen des WWF Schweiz engagieren sich stark für den Biber. Einige von ihnen haben sogar einen Biberlehrpfad eingerichtet:

    Sektion Thurgau mit Biberlehrpfad an der Thur / Pfyn

    Sektion Zürich mit Biberlehrpfad am Hochrhein

    Sektion St. Gallen mit Biberlehrpfad an der Thur

    Sektion Solothurn mit Erlebnispfad

    WWF Biberzentrum

     

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