European lynx kittens / ©: David Lawson / WWF-UK

Luchs

Der Eurasische Luchs ist die weltweit grösste Luchsart. Weitere Luchsarten sind Iberischer Luchs, Kanadaluchs und Rotluchs. Luchse gehören zur Familie der Katzen.
Typisch für alle Luchse sind die auffallenden Haarpinsel an den Ohrspitzen, der kurze Schwanz, der ausgeprägte Backenbart sowie ihre hohen Beine. Die Fellgrundfarbe des Eurasischen Luchses ist fahl graugelb bis rotgelb. Die Fellmusterung verleiht dem Luchs eine ausgezeichnete Tarnung.

Der Eurasische Luchs erreicht eine Körperlänge von 80 bis 130 Zentimeter mit einer Schulterhöhe von 50 bis 75 Zentimeter. Die Männchen wiegen durchschnittlich 22 Kilogramm, die Weibchen 18 Kilogramm. Luchse sind Einzelgänger und jagen vor allem in der Dämmerung und nachts. Ihre Augen sind bei Dunkelheit sechsmal lichtempfindlicher als die des Menschen. Bevorzugte Beutetiere in Europa sind Paarhufer wie Rehe und Gämsen, im Norden auch Rentiere. Notfalls erbeutet der Luchs auch Füchse, Hasen und Eichhörnchen. Ein Luchs erlegt pro Woche durchschnittlich ein Reh oder eine Gams.

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    Wissenschaftlicher Name
    Lynx lynx (Eurasischer Luchs)

    Lebensraum
    Wälder in weiten Teilen Europas, Zentralasiens, Sibiriens und Ostasiens. In Zentralasien bewohnt er auch Gebirgsregionen oberhalb der Baumgrenze.

    Bestandsgrösse
    Weltweit: weniger als 50000 fortpflanzungsfähige Individuen (Stand: 2007)
    Schweiz: rund 130 Individuen (Stand Ende 2012)
    Trend: stabil

    Gefährdungsstatus
    IUCN: nicht gefährdet
    CITES: Anhang II
    Berner Konvention: Anhang III (geschützt)


  • Ausgerottet und wiederangesiedelt

    Im 18. und 19. Jahrhundert hat man den Luchs in ganz Mitteleuropa mit Flinte, Gift und Teller-Eisen entweder ausgerottet oder in bewaldete Gebirge zurückgedrängt. Der Eurasische Luchs wurde wegen seines schön gefleckten Fells, aber auch als Räuber von Nutztieren gejagt. Weitere Gründe für das Verschwinden der Luchse im Alpenraum waren die Lebensraumzerstörung aufgrund der Abholzung von Wäldern für landwirtschaftliche Flächen sowie der Rückgang der natürlichen Beutetiere.

    Seit 40 Jahren lebt der Luchs wieder in der Schweiz. Zwischen 1971 und 1975 wurden in der Schweiz Luchse ausgesetzt. Offiziell waren es 10 Tiere, dazu kamen illegale Aussetzungen. Zu diesem Zweck wurden Wildfänge aus der Slowakei im Jura und in den Nordwestalpen ausgesetzt. Um die Ausbreitung des Luchses in der gesamten Schweiz zu fördern, wurde mit dem Luchs-Umsiedlungsprojekt Nordostschweiz (LUNO) ein wichtiger Schritt gemacht. Zwischen 2001 und 2008 wurden Luchspaare aus der Nordwestschweiz in die Ostschweiz (Toggenburg und Tössstock) umgesiedelt. Durch diese Wiederansiedlungsprojekte haben sich drei Populationen in der Schweiz etabliert – in den Nordwestalpen, in der Nordostschweiz und im Jura. Jedoch ist der Bestand noch verletzlich und braucht Blutauffrischung, um langfristig überlebensfähig zu sein. Die kleinen Populationen sind isoliert und Flüsse, hohe Berge, Autobahnen und von Menschen dicht besiedelte Gebiete hindern die Luchse, in neue Lebensräume vorzustossen.

    Wie schnell genetische Verarmung den Bestand bedrohen kann, zeigt die Situation in Slowenien, wo die Luchspopulation regelrecht eingebrochen ist.

    Obwohl der Luchs geschützt ist, wird er illegal bejagt. In den vergangenen Jahren wurden in der Schweiz Luchse erschossen, ertränkt, vergiftet und erschlagen. Meist ist es unmöglich, die Täterschaft zu überführen.

  • Seit 1991 arbeitet der WWF zum Schutz der Luchse: Im alpinen Raum setzt er Schutzstrategien um, damit sich der Luchs innerhalb der Alpen wieder frei bewegen kann. Daneben leistet der WWF Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, setzt sich für den Schutz der Nutztierherden ein und fördert die Überwachung der Luchspopulationen.

    Die Zahl der durch den Luchs gerissenen Haustiere lag Ende der 1990er Jahre bei weit über 100 pro Jahr. Diese Zahl konnte durch Präventionsmassnahmen wie die Errichtung von Elektrozäunen und der Einsatz von Herdenschutzhunden bedeutend verringert werden. Diese Massnahmen wurden auch vom WWF unterstützt. In den letzten Jahren wurden jährlich weniger als 50 Nutztiere nachweislich vom Luchs gerissen. Eine unbedeutende Zahl, wenn man bedenkt, dass in der Schweiz 450 000 Schafe leben. Zudem werden alle Luchsrisse von Bund und Kantonen finanziell abgegolten.

    Mit mehr Toleranz von Seiten der Jägerschaft und der Schafzüchter ist das Zusammenleben möglich. Ein zeitgemässes Naturverständnis ist die Voraussetzung, damit der Luchs eine Zukunft hat. Wichtig ist aber auch, dass die Bevölkerungsmehrheit, die den Luchs befürwortet, die Ängste von Nutztierhaltern und Jägern ernst nimmt. Mit seinen Lösungsansätzen versucht der WWF, sowohl die Ängste der Gegner abzubauen als auch das Verständnis der Befürworter für Landwirtschaft und eine nachhaltige Jagd zu fördern.

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