Orang-Utan
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Die roten Waldmenschen
Wissenschaftlicher Name:
Pongo abelii (Sumatra-Orang-Utan) und Pongo pygmaeus (Borneo-Orang-Utan)
Lebensraum:
Tieflandregenwälder, Sumpf- und Torfmoorwälder des Flachlands, vereinzelt in Höhen bis 1400 m im Norden Sumatras und auf Borneo
Bestandsgrösse:
Sumatra-Orang-Utan: geschätzte 6600 Individuen (Stand 2008)
Borneo-Orang-Utan: geschätzte 49500 Individuen (Stand 2008)
Trend: abnehmend (beide Arten)
Gefährdungsstatus:
IUCN: Sumatra-Orang-Utan: vom Aussterben bedroht; Borneo-Orang-Utan: stark gefährdet
CITES: Anhang I (beide Arten)
Orang-Utans sind die einzigen Grossen Menschenaffen Asiens und die grössten echten Baumsäugetiere auf der Erde. Am wohlsten fühlt sich der Orang-Utan (auf Deutsch: Waldmensch) in den Baumkronen der Regenwälder. Mit seinen langen, sehnigen Armen und den kräftigen Greiffüssen klettert er bedächtig durchs Kronendach, auf der Suche nach Früchten, Blättern und Insekten.
Das spärliche Fell des Orang-Utans hat eine charakteristische rötliche Farbe. Erwachsene Männchen besitzen ausgeprägte Backenwülste und einen Kehlsack. Ihre charakteristischen Rufe sind über mehrere Kilometer hörbar. Der Orang-Utan kann bis zu 40 Jahre alt und bis 1,5 m gross werden und 90 kg (Männchen) beziehungsweise 45 kg (Weibchen) wiegen. Breitet er seine Arme aus, so erreicht er eine Spannbreite von 2,5 m. Dafür sind seine Beine kurz. Auf dem Boden wirkt er deshalb unbeholfen, doch meistens hält er sich sowieso in den Bäumen auf. Im Gegensatz zu ihren afrikanischen Verwandten sind die Orang-Utan-Männchen meistens Einzelgänger. Die Weibchen hingegen leben mit ihren Jungen in Kleinfamilien. Geschlechtsreif sind sie mit etwa 10 Jahren. Weibchen bekommen alle vier bis sechs Jahre Junge: Einzelgeburten sind die Regel. Orang-Utans haben die niedrigste Fortpflanzungsrate unter den Grossen Menschenaffen.
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Landwirtschaft, Jagd und Handel
Einst bevölkerten Orang-Utans einen Grossteil Asiens. Heute haben nur noch vier der letzten zehn existierenden Populationen des Sumatra-Orang-Utans eine langfristig überlebensfähige Grösse von mehr als 500 Individuen. Auch auf Borneo sind die Bestände stark zurückgegangen – seit den 1990er Jahren haben die Borneo-Orang-Utan-Bestände um rund zwei Drittel von etwa 150 000 auf knapp 49 500 abgenommen.
Die grösste Bedrohung geht vom Menschen aus. Mit grosser Geschwindigkeit wird der Regenwald abgeholzt. Allein zwischen 1989 und 2009 wurde dadurch der Lebensraum beider Orang-Utan-Arten um etwa 60 Prozent verkleinert. Nicht nur die Holzwirtschaft hat ein Interesse am Holz aus dem Regenwald. Auch Palmöl- und Zelluloseholz-Plantagen sowie landwirtschaftliche Betriebe breiten sich aus. Oft werden dafür Brände gelegt. Diese geraten nicht selten ausser Kontrolle. Viele Orang-Utans fallen dem Feuer zum Opfer oder werden von verängstigten Bewohnern am Boden totgeschlagen.
Obwohl in Indonesien schon lange Jagd, Handel und Haltung von Orang-Utans gesetzlich verboten sind, werden im indonesischen Teil Borneos dennoch jährlich bis zu 1200 Tiere, vor allem Jungtiere, in Gefangenschaft genommen. Vor allem auf Bali und Java sind Orang-Utans in Teilen der Oberschicht beliebte Haustiere. Auch in der Tourismus- und Unterhaltungsindustrie sind sie begehrt. Um an ein Jungtier, das sich ans Fell seiner Mutter klammert, zu kommen, muss die Mutter erschossen werden. Oft sterben mehrere Mütter mitsamt ihren Jungen, wenn sie getroffen vom Baum stürzen.
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Aufklärung & Sicherung des Lebensraum
Um dem Orang-Utan das Überleben zu sichern, setzt sich der WWF gemeinsam mit anderen Organisationen für die Erhaltung der Wälder und die Errichtung von möglichst grossen Schutzgebieten und ihre Vernetzung mit so genannten Waldkorridoren ein. Denn die fortschreitende Zersplitterung ihres Lebensraums stellt für die noch verbleibenden Orang-Utans eine grosse Gefahr dar. Ferner überzeugt der WWF die lokale Verwaltung, den illegalen Holzschlag und die Umwandlung der besonders bedrohten Wälder in Plantagen zu stoppen.
Zusammen mit TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, bekämpft der WWF den illegalen Handel. Unter anderem schult er Polizisten, Förster, Staatsanwälte und Richter, damit diese den Handel mit Orang-Utans erkennen und bekämpfen.


























