Soja in Argentinien / ©: Soren Ring Ibsen / WWF

Soja

Cervelat, Schnitzel und Steak: Fleisch macht die Sojabohne zum gefragten Gut. In den letzten 40 Jahren hat sich die weltweite Sojaproduktion verfünffacht.
Die enorme Nachfrage nach Soja geht vor allem auf den weltweit steigenden Fleischkonsum zurück: Rund 80 Prozent der weltweiten Produktion landet in den Futtertrögen von Rindern, Kühen, Schweinen und Hühnern in China und Europa. Die Anbaufläche für Soja wächst dabei auf Kosten von Tropenwäldern und anderer wertvoller Lebensräume.

Beunruhigend ist die Situation vor allem in Südamerika: Immer tiefer stossen dort die Soja-Felder in den Atlantischen Regenwald und die artenreiche Savanne Cerrado vor. Die Abholzung von Tropenwald im Amazonasgebiet ist mittlerweile rückläufig, allerdings werden trotzdem noch jährlich 5000 Quadratkilometer Waldfläche gerodet. Zwischen 1990 und 2010 ist die Anbaufläche für Soja in Südamerika von 17 Millionen auf 46 Millionen Hektar gestiegen. Das ist mehr als zehn Mal die Fläche der Schweiz.

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  • Essen Sie vermehrt vegetarisch
    Essen Sie mehr Gemüse und Früchte und weniger Fleisch. Dann werden auch weniger Futtermittel importiert, für deren Produktion möglicherweise Tropenwald abgeholzt wurde.

Verlust der Lebensgrundlagen

Wo Wald verloren geht, wird der Lebensraum von unzähligen Tier- und Pflanzenarten zerstört. Wenn plötzlich der schützende Pflanzenteppich fehlt und der nackte Boden hervortritt, besteht die Gefahr von Bodenerosion. Pestizide und Dünger aus Sojaplantagen verschmutzen die Gewässer. Zudem arbeiten viele Landarbeiter auf den Plantagen unter widrigen Bedingungen und schlechter Entlohnung. Und wo neue Plantagen entstehen, gibt es auch Landrechtskonflikte mit indigenen Einwohnern.

Schweiz: Soja-Importe verdoppelt

In der Schweiz haben sich zwischen 1995 und 2015 die Soja- Importe auf 285'000 Tonnen verdoppelt. Grund für diesen Anstieg ist das Fütterungsverbot von tierischem Eiweiss (z.B. Schweinesuppe) und die Intensivierung der Fleisch- und Milchproduktion. Das ist nicht nötig, denn die Wiederkäuer würden auch Heu und Gras fressen. Umso wichtiger ist es, dass alle betroffenen Akteure aktiv werden, um diese Ressourcenverschwendung einzudämmen:
  • Die Landwirtschaftspolitik, indem sie die Tierbestände pro Fläche strenger limitiert und bei Wiederkäuern den Einsatz von Raufutter stärker fördert.
  • Die Konsumenten, indem sie vermehrt auf vegetarische Produkte setzen und weniger Fleisch essen.
  • Die Futtermittelbranche, die Fleischindustrie, die Labelorganisationen und die Grossverteiler, indem sie konsequent Soja aus verantwortungsbewusster Produktion fordern.

Der WWF ist gegen Gentechnik

Dem WWF wird vorgeworfen, er unterstütze die Gentechnologie, weil er sich am Runden Tisch für Soja beteiligt. Die internationale WWF-Position zu Gentech wird vom WWF Schweiz mitgetragen: Der WWF ist entschieden gegen Gentechnik, denn sie löst keine Probleme.

Soy Score Card

Der WWF International veröffentlicht regelmässig ein Soja-Rating, bei dem weltweit Firmen zu ihren Soja-Einkäufen befragt werden.

Mehr Informationen zur Soy Scorecard

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