Alpenrhein begradigt / ©: Lukas Indermauer / WWF Schweiz

Schwall-Sunk

Die Strom-Produktion verursacht täglich extreme, künstliche Wasserstandsschwankungen. Das schädigt Bäche und Flüsse. Der WWF Schweiz fordert eine angepasste Wasserkraftnutzung.
In vielen von Kraftwerken genutzten Flüssen in der Schweiz gibt es beispielsweise kaum nachwachsenden Bachforellen mehr, wie die WWF-Studie «Schwall-Sunk» zeigt .

Verantwortlich für das Fluss-Drama ist der Schwall-Sunk-Betrieb, verursacht durch die grossen Speicherkraftwerke. Um den Artenschwund an den Alpenflüssen zu stoppen, muss die Wasserkraftnutzung angepasst werden.

Die tägliche Katastrophe

Strom wird vor allem dann produziert, wenn die Nachfrage und folglich die Strompreise am höchsten sind. Das heisst vor allem über die Mittagsstunden. Wenn mehr Strom produziert wird, fliesst mehr Wasser durch die Turbinen in die darunter liegenden Bäche und Flüsse. Diese werden innert kurzer Zeit von grossen Wassermengen überflutet. Dieser Vorgang wird als «Schwall» bezeichnet.

Umgekehrt produzieren die Speicherkraftwerke bei geringerer Nachfrage nur wenig Strom und halten viel Wasser zurück. Dadurch sinkt der Abfluss auf ein Niveau, das oft unter dem minimalen natürlichen Wasserstand liegt. Grosse Bereiche der Flussläufe liegen so trocken. Das nennt man «Sunk».

Das tägliche Wechselbad von Schwall und Sunk hat verheerende Folgen für die Fliessgewässer: Lebewesen werden bei Schwall fortgespült oder fallen bei Sunk trocken. Zudem wird die gesamte Flusssohle – ein wichtiger Lebensraum - durch Feinmaterial verstopft und verfestigt. Im Alpenrhein beispielsweise hat der Schwall-Betrieb in den 1990er-Jahren nochmals erheblich zugenommen. Der WWF fordert, dass von Schwall-Sunk betroffene Gewässerabschnitte umgehend saniert werden. Dies verlangt auch das neue Gewässerschutzgesetz.

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