/ ©: A. Della Bella / WWF-Switzerland

FSC Holz- und Papierprodukte

Mit Schutzprojekten allein lassen sich die letzten Wälder der Erde auf Dauer nicht vor grossflächigem Raubbau und illegalem Holzeinschlag bewahren. Hier setzt das Label FSC an: Es garantiert die Herkunft aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft.
Die nachhaltige Nutzung von Wäldern erhält immer mehr Bedeutung. Wie aber können Holzeinkäufer, Konsumentinnen und Konsumenten „gutes“ Holz von „schlechtem“ unterscheiden? Hier hilft das Zeichen des Forest Stewardship Council (FSC). 1993 wurde mit FSC ein weltweit gültiges Zertifizierungssystem für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragfähige Waldwirtschaft geschaffen. Der FSC setzt Standards für die Bewirtschaftung von Wäldern, bei der die Holzernte mit Rücksicht auf Mensch und Natur - also schonend - aus den Wäldern entnommen wird, um die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten und das gesamte Ökosystem zu erhalten. FSC ist kein Wundermittel und hat auch seine Schwächen: So fordert der WWF beispielsweise bessere Kontrollen der Zertifizierer oder eine strengere Umsetzung des Konzeptes zum Erhalt besonders schützenswerter Wälder. Dennoch liefert das Label einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Waldbewirtschaftung.

Das können Sie tun

  • Der FSC ist eine breit abgestützte, unabhängige Organisation, getragen von einheimischen Volksgruppen, Waldbesitzern, NGOs wie dem WWF und der Holzindustrie. Der international gültige Standard umfasst 10 Prinzipien und 56 Kriterien.
    Prinzipien sind unter anderem:
    • Einhaltung der Forstgesetze sowie der FSC-Prinzipien
    • Langfristige Besitzansprüche und Nutzungsrechte an Land- und Forstressourcen sollen klar definiert, dokumentiert und rechtlich verankert sein
    • Wahrung der Rechte indigener Völker
    • Erstellung und Umsetzung eines Bewirtschaftungsplanes
    • Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert
    Beispiele ökologischer Kriterien sind:
    • Erhalt naturnaher Wälder
    • keine Umwandlung von Wald in Plantagen
    • Verbot gentechnisch veränderter Organismen
    • Vermeidung von Pestiziden
    • eine bei der Wiederaufforstung der natürlichen Waldgesellschaft angepasste Baumartenwahl
    Jedes Land hat auf der operationellen Ebene einen eigenen nationalen Waldstandard, der sich von den internationalen Standards unterscheidet. Denn ein borealer Wald in Finnland kann nicht mit einem tropischen Regenwald in Indonesien oder mit einem Wald in der Schweiz gleichgesetzt werden. Bedrohung, Bewirtschaftung, aber auch soziale und kulturelle Bedingungen sind je nach Region unterschiedlich.
  • Derzeit sind weltweit rund 170 Millionen Hektar FSC-Wald zertifiziert (Ende 2012). Das entspricht etwa mehr als vier Prozent der globalen Waldfläche. Studien zeigen, dass die FSC-Zertifizierungen einen positiven Einfluss auf die Wälder haben.

    Das Beispiel Menschenaffen veranschaulicht das. Grundsätzlich gilt: Den besten Schutz für Menschenaffen bieten Schutzgebiete. Wo solche in Afrika und Südostasien durch FSC-zertifizierte Waldkonzessionen erweitert wurden, kamen Gorillas und Borneo Orang-Utans in grösserer Anzahl vor. Zurückzuführen ist das auf das selektive Holzfällen in FSC-Wäldern. So werden Früchte tragende Bäume, eine wichtige Nahrungsquelle der Tiere, nicht gefällt. Zudem werden Waldstrassen gesperrt, da diese oft für die illegale Jagd und illegales Holzfällen benutzt werden. Und es finden Jagdkontrollen statt.

    Ein weiteres Beispiel zur positiven Wirkung von FSC: Die Nationalparks von Lopé, Waka und Ivindo in Gabun wurden zu prioritärem Gebiet zum Schutz von Menschenaffen erklärt. Bei sieben Waldunternehmen, deren Konzessionen um die Nationalparks herum liegen, wurde die Qualität des Wildtiermanagements untersucht. Die zwei FSC-zertifizierten Unternehmen erfüllten deutlich mehr Kriterien: Sie hielten durchschnittlich 94 Prozent der Gesetze für den Wildtierschutz ein. Die nicht zertifizierten Unternehmen lagen bei 52 Prozent.

  • FSC ist nicht perfekt und natürlich gibt es auch immer wieder Fälle, in denen sich FSC-zertifizierte Waldbesitzer oder Konzessionäre nicht an die FSC-Richtlinien halten. Die Empörung und Enttäuschung ist dann zu Recht gross, schliesslich soll FSC gute Waldwirtschaft garantieren. Nach den Regularien muss der FSC auf Missstände reagieren. Fälle aus der Vergangenheit zeigen, dass dieser Mechanismus funktioniert. Es gibt verschiedene Beispiele, in denen Unternehmen das FSC-Zertifikat entzogen wurde. Sowohl Privatpersonen als auch Organisationen können eine Beschwerde gegen den FSC einreichen. Ein Beschwerdeverfahren hält fest, wie auf Reklamationen eingetreten wird und welche Massnahmen getroffen werden.

    Kritik gibt es auch dafür, dass FSC Kahlschläge nicht per se verbietet. Das Problem: Kahlschlag ist in Mitteleuropa aus verschiedenen Gründen verboten oder nicht verbreitet. In den nördlichen Nadelwäldern sind Kahlschläge jedoch durchaus gängig und – unter klar definierten Grenzen – auch verantwortbar. Dennoch sieht der WWF hier ganz klar Verbesserungsbedarf: Auf nationaler Ebene müssen maximale Kahlschlagflächen sauber definiert werden, und auch der Umgang mit besonders schützenswerten Wälder ist in diesem Kontext klarer zu regeln.
    Kritik gibt es auch dafür, dass FSC Kahlschläge nicht per se verbietet. Das Problem: Kahlschlag ist in Mitteleuropa aus verschiedenen Gründen verboten oder nicht verbreitet. In den nördlichen Nadelwäldern sind Kahlschläge jedoch durchaus gängig und – unter klar definierten Grenzen – auch verantwortbar. Dennoch sieht der WWF hier ganz klar Verbesserungsbedarf: Auf nationaler Ebene müssen maximale Kahlschlagflächen sauber definiert werden, und auch der Umgang mit besonders schützenswerten Wälder ist in diesem Kontext klarer zu regeln.

    Der WWF setzt sich deshalb dafür ein, den FSC weiterzuentwickeln und bestehende Lücken zu schliessen. Der WWF ist überzeugt, dass FSC einen bedeutenden Beitrag zum Walderhalt und zu einer besseren Waldbewirtschaftung leisten kann. Nur so können wir eine komplette Zerstörung des Waldes verhindern.

    Einige der WWF-Forderungen zur Verbesserung von FSC sind:
    • Mehr und bessere Kontrollen der Zertifizierer
    • Effizientere Bearbeitung von Reklamationen (siehe Beschwerdeverfahren)
    • Einheitliche und strengere Umsetzung des Konzeptes zum Erhalt besonders schützenswerter Wälder
    FSC entwickelt seine Standards und Prinzipien kontinuierlich weiter. Seit ihrer Ausarbeitung im Jahr 1993 sind sie bereits dreimal aktualisiert worden (1996, 1999 und 2002). Im Frühjahr 2012 haben die Mitglieder des FSC-International einer Revision der Grundsätze und Kriterien zugestimmt. Auf nationaler Ebene müssen die Waldstandards alle fünf Jahre evaluiert und angepasst werden.

Weiterführende Informationen

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