FSC-zertifiziertes Holz von den Solomon Islands

Holz und Papier

Ob als Brennholz, Baumaterial, Papier oder Werkstoff: Holz ist sehr vielfältig verwendbar und seine Nutzung ist aus ökologischer Sicht sinnvoll. Leider ist die Holznutzung immer noch einer der Hauptgründe für die Waldzerstörung auf der ganzen Welt. Der WWF kämpft gegen die illegale Abholzung von artenreichen Wäldern und setzt sich seit vielen Jahren für Waldschutzgebiete und für eine umwelt- und sozialverträgliche Waldbewirtschaftung ein.

FSC - Hüter der Wälder

«Der FSC kümmert sich um die verantwortungsvolle Bewirtschaftung von Wäldern. Weltweit sind knapp 200 Millionen Hektar Wald zertifiziert.»

Die illegale Abholzung stellt in vielen Ländern für Mensch und Natur ein grosses Problem dar. Kahlschläge, Brandrodung und die Umwandlung in landwirtschaftliche Anbauflächen wird den Wäldern weltweit oft zum Verhängnis. Wie können Konsumentinnen und Konsumenten sicherstellen, dass sie keinen Beitrag an die Zerstörung der Wälder leisten? Wie wird bewertet, wie Wälder verantwortungsvoll genutzt werden? 

Auf diese Frage gibt der Forest Stewardship Council (FSC) eine Antwort. Mit FSC wurde 1993 erstmals ein weltweit gültiges Zertifizierungssystem mit zehn Prinzipien und insgesamt 56 Kriterien für eine umweltgerechte, sozial verträgliche und wirtschaftlich tragfähige, also nachhaltige Waldwirtschaft gegründet. Der FSC ist ein Weltforstrat, der sich um die verantwortungsvolle Bewirtschaftung von Wäldern kümmert, gegründet von Organisationen wie dem WWF, einheimischen Volksgruppen, Waldbesitzern und der Holzindustrie.

Da die international gültigen Prinzipien und Kriterien auf lokaler Ebene nicht direkt anwendbar sind, müssen sie jeweils auf nationaler Ebene festgelegt werden. Denn ein Nadelwald in Finnland unterscheidet sich stark von einem tropischen Regenwald in Indonesien. Auch die sozialen und kulturellen Bedingungen sind je nach Region verschieden. So kommt es, dass jedes Land eigene nationale Standards für FSC hat oder entwickelt. Die weltweit gültigen FSC-Prinzipien und Kriterien bilden die Grundlage für die nationalen FSC-Standards. Unabhängige Zertifizierungsfirmen überprüfen regelmässig die zertifizierten Forstbetriebe. Weltweit sind Ende Juni 2017 knapp 200 Millionen Hektar Wald zertifiziert.

Das FSC-Logo auf Produkten darf verwenden, wer Wälder nachweislich verantwortungsvoll bewirtschaftet.

Waldschutz in der Schweiz

FSC-Wald in der Schweiz

zertifizierte Fläche50%
nicht zertifizierte Fläche50%

Der Anteil FSC-zertifizierter Wälder in der Schweiz betrug 2017 rund 50 Prozent.

In der Schweiz sind laut FSC im Jahr 2017 610'000 Hektar Wald nach FSC-Vorgaben zertifiziert. Das sind etwa 50 Prozent des Schweizer Waldes. Aus diesen Waldgebieten kommt fast 70 Prozent des genutzten Holzes der Schweiz.

Damit ein Schweizer Wald das FSC-Zertifikat erhält, müssen unter anderem folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Ausscheidung von zehn Prozent der Waldfläche als Waldschutzgebiete, davon mindestens fünf Prozent als Totalreservat
  • Keine Kahlschläge von über einer Hektare
  • Naturverjüngung hat Vorrang, das heisst in der Regel keine Anpflanzungen
  • Mehrheitlich standortheimische Waldbestände
  • Verzicht auf umweltgefährdende Stoffe, zum Beispiel synthetische Motorenöle
  • Restriktiver Einsatz von Spritzmitteln
  • Steigerung beziehungsweise Erhaltung des Anteils von Totholz
  • Erstellung von ausreichenden Planungs- und Kontrollunterlagen
  • Förderung der Aus- und Weiterbildung für Mitarbeiter des Forstbetriebes

Seit Oktober 2010 gilt in der Schweiz eine Deklarationspflicht für die Herkunft und Art von Holz in Holzprodukten. Für den WWF Schweiz ist dies ein Schritt in Richtung verbesserter Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten. Die Schweiz bleibt aber das einzige Land in Europa, das noch keine verbindlichen Gesetze für den Import von Holz aus illegalen Quellen in Kraft gesetzt hat.

    Waldbewirtschaftung nach FSC-Kriterien im Safiental, Schweiz

    Immenser Papierverschleiss

    Jährlich verbrauchen Schweizerinnen und Schweizer 194 Kilogramm Papier pro Kopf.

    Zeitschriften, Kopierpapier oder Toilettenpapier – über 40 Prozent des weltweit geschlagenen Holzes wird zu Papierprodukten verarbeitet. Deshalb hat die Papierindustrie eine Schlüsselrolle für die Zukunft unserer Wälder inne. Aber selbst wenn alle Holz- und Zellstoff-Plantagen nach FSC-Kriterien bewirtschaftet würden, könnten sie den immensen Verbrauch der Industrieländer nicht decken.

    In der Schweiz hat der Pro-Kopf-Verbrauch von Papier in den letzten Jahren gemäss Zahlen der Papierindustrie etwas abgenommen und lag 2015 bei 194 Kilogramm pro Jahr. Zum Vergleich: Der westeuropäische Pro-Kopf-Papierverbrauch liegt bei 158 Kilogramm. Der weltweite jährliche Durchschnitt im Papierverbrauch beträgt 57 Kilogramm, in Afrika sind es 8 Kilogramm.

    Eine Papierfaser lässt sich bis siebenmal rezyklieren und so in Papierprodukten weiterverwenden. Aus ökologischer Sicht und zur Schonung der natürlichen Ressourcen Wald, Wasser aber auch Energie ist die Produktion und der Einsatz von Recyclingpapier wichtig; ganz speziell bei Hygienepapier, das nicht mehr rezykliert werden kann.

    Über 40 Prozent des weltweit geschlagenen Holzes wird zu Papier verarbeitet. Mit einer Strassenaktion machte der WWF auf den grossen Papierverbrauch aufmerksam.

    Regenwald zwischen Buchdeckeln

    Wo sich Tropenholz verbirgt, ist nicht immer sofort ersichtlich. Der WWF hat dies in einer Studie zu einem ganz alltäglichen Produkt untersucht: In jedem Schweizer Haushalt werden jährlich rund acht Bücher gelesen und dafür im Schnitt 249 Franken ausgegeben. Am beliebtesten ist das preisgünstige Taschenbuch.Eine unabhängige Rating-Agentur untersuchte im Auftrag des WWF, wie es mit der ökologischen Leistung der deutschsprachigen Taschenbuchverlage aussieht.  Insgesamt 50 Bücher liess der WWF auf ihren Gehalt an Tropenholz überprüfen. Das Resultat: Ein Zehntel davon enthält Tropenholz. Es stammt mit grosser Wahrscheinlichkeit aus Raubbau. Der WWF kaufte die Bücher in Schweizer Buchhandlungen und Kiosken und liess sie beim «Institute for Paper Science and Technology» der TU Darmstadt auf ihren Gehalt an Tropenholz überprüfen. Die Bücher hatten etwas gemeinsam: Sie alle wurden in Asien gedruckt oder enthielten keine Angaben zum Druckort. In fünf Proben, also zehn Prozent aller Bücher, wurde das Labor fündig. Der Tropenholz-Anteil der Proben bewegt sich zwischen 8 und 15 Prozent. Es gibt aber auch Verlage, die ihre Bücher auf FSC-zertifiziertem Papier oder Altpapier drucken. Fragen Sie bei Ihrem nächsten Buchkauf danach.

    Was Sie im Alltag sonst noch zum Schutz der Wälder tun können, haben wir nachfolgend für Sie zusammengestellt:

     

    Was Sie sonst noch tun können

    Der WWF setzt sich dafür ein, die Holz- und Papierproduktion weltweit nachhaltig zu gestalten. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende für die Wälder. Mit unserem Footprint-Rechner können Sie zudem herausfinden, wie nachhaltig Ihr persönlicher Lebensstil ist. Und unser Label-Ratgeber zeigt Ihnen, welche Labels auf Wälder und Natur Rücksicht nehmen.

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    Label-Ratgeber

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