WWF-Rating zeigt: Kampf gegen illegalen Handel ungenügend

23 Juli 2012
Ein neues WWF-Rating von 23 Ländern zeigt schwache Leistung derjenigen Länder, die im Kampf gegen den illegalen Handel von Elefanten-, Tiger- und Nashorn-Produkten eine Schlüsselrolle spielen. Die Schweiz ist ebenfalls von den kriminellen Aktivitäten betroffen, auch wenn sie nicht zu den Schlüsselländern gehört.

Nach Angaben von Interpol werden jährlich Tier- und Pflanzenarten im Wert von über 13 Milliarden Euro auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Der WWF wollte wissen, welche Länder sich spezifisch im Kampf gegen den illegalen Handel von Elefanten-, Tiger- und Nashorn-Produkten engagieren. Er analysierte 23 Länder, die für Herkunft, Transit oder als Zielland solcher Produkte ausschlaggebend sind.

Der Report zeigt mittels Ampelsystem auf, welche Länder den illegalen Handel zu unterbinden suchen und welche sich kaum darum kümmern. Tatsache ist: Der illegale Handel existiert in allen untersuchten Ländern. Der Report zeigt aber auch, dass sich Indien und Nepal stark im Kampf gegen die Wilderei engagieren. Laos, Mosambik und Vietnam hingegen tun wenig bis gar nichts. In Vietnam, welches als Top-Destination für Nashorn-Hörner gilt und selbst immer wieder im Zusammenhang mit aufgeflogenem Schmuggel steht, fanden bezeichnenderweise seit 2008 keinerlei Nashorn-Beschlagnahmungen statt.

„Auch wenn die Schweiz kein direktes Zielland für den Handel mit Nashorn-, Tiger- und Elfenbein-Produkten ist, so ist sie doch auch von der Problematik betroffen,“ sagt WWF-Expertin Doris Calegari. Mit Ägypten und Thailand gehören zwei beliebte Reisedestinationen von Schweizern zu jenen Ländern, in denen das illegale Elfenbein auf die Märkte gelangt. Da in Thailand der Handel mit Elfenbein von domestizierten Elefanten erlaubt ist, benützen die Schmuggler das Land als Zwischenstation. Das afrikanische Elfenbein wird dort weiss gewaschen und dann als „thailändisches“ Elfenbein exportiert. Oft stammen Souvenirs aus Wilderei. Touristen rät der WWF deshalb: Finger weg bei unsicherer Quelle. Welche Produkte Reisende mit nach Hause nehmen dürfen, steht im WWF Souvenir-Ratgeber.

Auf Initiative des WWF sind seit einigen Jahren Artenschutz-Spürhunde in Deutschland im Einsatz. Auch in anderen Transitländern, wie beispielsweise Italien, Tschechien und Russland arbeiten Zollbeamte erfolgreich mit den Vierbeinern zusammen. Dazu Calegari: „Der WWF würde es begrüssen, wenn auch an den Schweizer Flughäfen Artenschutz-Spürhunde zum Einsatz kommen.“

Weitere Informationen:
Corina Gyssler, Kommunikationsbeauftragte WWF Schweiz, 079 484 56 01, corina.gyssler@wwf.ch
Elfenbein im Wert von mehreren hunderttausend Franken wurde in Gabun verbrannt.
© WWF-Canon / Bas Huijbregts

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