Bafu: Greenwashing für Gaskraftwerke

26 September 2012
Medienreaktion auf die Unterzeichnung des CO2-Kompensationsvertrages für das Gaskraftwerk Chavalon.

Gaskraftwerke können laut Gesetz nur bewilligt werden, wenn in einem Vertrag geregelt ist, wie die CO2-Kompensation sichergestellt wird. Der heute unterschriebene Vertrag für ein Kraftwerk in Chavalon garantiert dies aber nicht: Er ist eine Gefälligkeit des Bafu gegenüber den Chavalon-Promotoren und für den WWF völlig ungenügend. Es ist beschämend, dass sich die Umweltbehörde damit für Greenwashing fossiler Stromerzeugung hergibt. Fossile Stromerzeugung ist der wichtigste Treiber des Klimawandels und Chavalon ein besonders schlechtes Projekt. Die Abwärme kann dort nicht genutzt werden und auch die Infrastruktur für die Gaszufuhr und den Strom-Abtransport fehlt heute.

Die Mängel des Vertrags im Einzelnen:

1. Mit dem Vertrag werden keinerlei konkrete Klimaschutzprojekte und anrechenbare Reduktionsleistungen vereinbart. Es ist deshalb nicht überprüfbar, wie die Kompensation konkret erfolgen soll.

2. Das Kraftwerk muss die Kompensationspflicht erst im zehnten Betriebsjahr wirklich erfüllen. Der WWF fordert, dass die Kompensation vom ersten Betriebsjahr an sichergestellt wird. Das Prinzip Hoffnung genügt dem Klima nicht.

3. Der Sanktionsmechanismus respektive die Sanktionsbeträge bleiben unbekannt. Für den WWF ist klar: Die Sanktionszahlungen müssen so hoch sein, dass sich damit eine Kompensation anderweitig sicherstellen lässt. Und bei mangelnder Kompensation muss die Betriebsbewilligung umgehend entzogen werden.

Kontakt:
Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie WWF Schweiz, Tel. 076 305 67 37
Philip Gehri, Medienstelle WWF Schweiz, Tel. 079 699 65 84
Kamine eines Gaskraftwerks in Russland
Kamine eines Gaskraftwerks in Russland
© © naturepl.com / Bryan and Cherry Alexander / WWF-Canon

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