Aktionsplan Biodiversität: Zivilgesellschaft setzt Massstäbe

04 September 2017
Über fünf Jahre nach der Verabschiedung seiner „Strategie Biodiversität Schweiz“ ist der Bundesrat noch immer einen Aktionsplan zu deren Umsetzung schuldig. Nun soll dieser nächstens endlich kommen. Wichtige Stakeholder aus der Zivilgesellschaft fürchten jedoch, dass er dem dringenden Handlungsbedarf nicht gerecht werden könnte – und präsentieren selber einen Aktionsplan. Die Messlatte ist damit gesetzt.

Die Wissenschaft ist sich einig: Die biologische Vielfalt der Schweiz ist in einem schlechten Zustand. Sie ist in vielen Bereichen sogar weiter rückläufig. Institutionen und Verbände der Zivilgesellschaft zeigen nun mit dem „Aktionsplan Biodiversität aus Sicht der Zivilgesellschaft“ dem Bundesrat und der Verwaltung auf, welche Massnahmen nötig wären, um den Schutz der Biodiversität in der Schweiz wirklich zu gewährleisten.
 
Breite Basis von Stakeholdern
 
Als Basis diente den zivilgesellschaftlichen Akteuren der vom Bund selbst durchgeführte, breit angelegte partizipative Prozess mit 250 Organisationen und Institutionen. Dieser hatte bereits 2013 zu einem umfassenden Entwurf für einen Aktionsplan geführt. Der jetzt von der Zivilgesellschaft vorgelegte Plan bündelt die damals definierten Massnahmen neu in 26 Kapiteln. In ihrer Gesamtheit ermöglichen sie die  Erreichung von über 90% der vom Bundesrat gesetzten Ziele der „Strategie Biodiversität Schweiz“. Erarbeitet wurde der „Aktionsplan Biodiversität aus Sicht der Zivilgesellschaft“ durch eine Redaktionsgruppe von  BirdLife Schweiz, Pro Natura und WWF Schweiz. Die am Prozess von 2013 beteiligten Institutionen wurden eingeladen ihn mitzutragen. Bereits haben wichtige Verbände und Institute ihre Unterstützung zugesagt.

Die Messlatte ist gesetzt

Die Analyse, dass es um die Biodiversität in der Schweiz schlecht steht, teilt auch das Bundesamt für Umwelt BAFU in seinem kürzlich veröffentlichten Zustandsbericht: „Die bereits erlittenen Biodiversitätsverluste wiegen schwer: Knapp die Hälfte aller Lebensraumtypen in der Schweiz gilt als bedroht. Von vielen wertvollen Lebensräumen sind nur noch Restflächen übrig; sie können, falls überhaupt, nur mit grossem Aufwand wiederhergestellt werden. Und der Druck auf die Lebensräume und ihre typischen Arten bleibt hoch.“ Dass die nötigen Massnahmen nicht schon längst umgesetzt wurden, ist angesichts solch alarmierender Aussagen unverständlich.

Die Zivilgesellschaft befürchtet, dass der bundesrätliche Aktionsplan Biodiversität, der nächstens verabschiedet werden soll, der Situation nicht hinreichend gerecht werden wird. „Wir unterstützen den Bundesrat in seiner Strategie schon seit 2012 und werden dies auch weiter tun“, so Werner Müller  von BirdLife Schweiz und der Redaktionsgruppe des Aktionsplans der Zivilgesellschaft. „Doch es muss endlich vorwärtsgehen. Mit unserem Aktionsplan wollen wir aufzeigen, in welche Richtung.“

Die Messlatte ist damit gesetzt. Auf den bundesrätlichen Aktionsplan Biodiversität darf man gespannt sein.
 

Auskunftspersonen:
BirdLife Schweiz: Werner Müller, Geschäftsführer,  werner.mueller@birdlife.ch, +41 79 448 80 36

Pro Natura: Stella Jegher, Abteilungsleiterin Politik und Internationales, stella.jegher@pronatura.ch, +41 61 317 92 22

WWF Schweiz: Thomas Wirth, Biodiversitätsexperte, thomas.wirth@wwf.ch 
+41 44 297 22 85
 
Kulturlandschaft Unterengadin
© Yannick Andrea/WWF

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