19. Juli 2018 — Medienmitteilung

Abholzung des Regenwaldes in Mekong-Region: Lebensgrundlage von Millionen Menschen und Arten in Gefahr

Weniger als zwei Drittel der ursprünglichen Wälder in den Greater Mekong-Ländern sind noch da. In einem heute veröffentlichten Bericht zeigt sich der WWF alarmiert und fordert zum sofortigen Handeln auf. Denn ein gesamtes Ökosystem und damit die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen ist durch die Abholzung der Wälder gefährdet. Man müsse den Wald jetzt schützen

Graphic Greater mekong less than 30 Percent ist still there

Die Greater Mekong-Region, einst das am dichtesten bewaldete Gebiet der Welt, hat einen Drittel ihres Baumbestands seit 1970 verloren und wird bis 2030 ein weiteres Drittel verlieren, wenn nicht sofort Massnahmen ergriffen werden zum Schutz und zur Wiederherstellung natürlicher Wälder.

Der WWF-Bericht „Pulse of the Forest" definiert sowohl die Bedrohung als auch das Potenzial der Wälder der Greater Mekong-Region, bestehend aus Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam. Die Region ist eine von elf – vom WWF identifizierten – globalen Entwaldungsfronten. Das sind Gebiete, die in den kommenden Jahrzehnten für bis zu 80 Prozent des weltweiten Waldverlustes verantwortlich sein könnten.

«Die Ökosysteme der Mekong-Wälder sind Turbomotoren, die die Wirtschaft und das Leben in Südostasien antreiben. Aber die Wälder gehen mit alarmierender Geschwindigkeit verloren, und wir müssen unseren Umgang mit ihnen ändern", sagt Simone Stammbach, Waldexpertin beim WWF Schweiz. "Die Menschen und Projekte in unserem neusten Bericht zeigen, dass es Hoffnung gibt und es möglich ist, einen guten Lebensunterhalt zu verdienen und gleichzeitig die Wälder, die Tierwelt und die Vorteile eines gesunden Ökosystems zu schützen." Und der regionale WWF-Waldkoordinator Thibault Ledecq fasst zusammen: "Wir sollten nicht darauf warten, dass andere handeln. Die Zukunft der Mekong-Wälder liegt in unseren Händen.» Der WWF listet in seinem Bericht Lösungen auf, um das Überleben der Wälder zu sichern. So fordert er beispielsweise von Regierungsvertretern und Unternehmungen, dass sie verantwortungsvolle Forstwirtschaft endlich in ihre Wertschöpfungskette aufnehmen.

Derzeit fordern die landwirtschaftliche Expansion, Kautschukplantagen, legaler und illegaler Holzeinschlag und der Bau von Strassen, Staudämmen und anderen Infrastrukturanlagen die Wälder in hohem Masse. Das Ergebnis ist eine krasse Verringerung der Artenvielfalt und zerstörte Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanzen. In den Mekong-Wäldern wurden in den letzten 20 Jahren über 2.200 neue Arten von Wirbeltieren und Pflanzen entdeckt. Die Waldzerstörung hat weiter einen unmittelbaren Einfluss auf die Trinkwasserversorgung für Millionen von Menschen, auf Dutzende von Flüssen, einschliesslich des Mekong selbst, der jedes Jahr über 4,5 Millionen Tonnen Fisch liefert.

Der WWF-Bericht erzählt eindrückliche Geschichten von Personen, die unermüdlich daran arbeiten, die Waldzerstörung aufzuhalten, damit ihre Lebensgrundlage erhalten bleibt. Sie führen den Beweis, dass Walderhaltung einen direkten Einfluss auf das Wohlergehen der Menschen hat. 

Bericht und Bilder zum Download

Kontakt: Myriam Stucki, Kommunikationsbeauftragte WWF Schweiz, myriam.stucki@wwf.ch, 076 552 18 28