02. Dezember 2018 — Medienmitteilung

Erdöl und Erdgas: Bevölkerung will Tempo beim Ausstieg

Die Schweizer Bevölkerung will die Schweiz zum klimafreundlichsten Land Europas machen und innert 20 Jahren aus den fossilen Energien aussteigen. Das zeigt die diesjährige Ausgabe der Univox-Umwelt-Befragung von gfs-zürich. Das Umweltbewusstsein bleibt generell hoch.

Gebäudesanierung und Installation Solaranlage. Fachkurs: Solar.

Mit der Univox-Umwelt-Langzeitbefragung untersucht gfs-zürich regelmässig die Umwelteinstellung der Schweizer Bevölkerung. Neben den wiederkehrenden Fragen werden jeweils einzelne Themen vertieft, dieses Jahr Klimaschutz in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz und swisscleantech. So wurde gefragt, bis wann die Schweiz komplett aus Erdöl und Erdgas aussteigen müsse, wenn sie sich an den Zielen des Pariser Klimaabkommens orientiert. Die Mehrheit der Befragten (61%) schätzen die verbleibende Zeit für einen klimaverträglichen Ausstieg auf maximal 20 Jahre. Diese Einschätzung stimmt gut mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen überein.

Die Bevölkerung will das Pariser Abkommen auch zum Massstab für die Schweizer Klimapolitik nehmen: 47% der Befragten finden, die Schweiz sollte sich zum Ziel setzen, innert 20 Jahren aus den fossilen Energien auszusteigen. Lediglich 21% geht das zu schnell. Positiv beurteilen die Befragten im Schnitt auch die Forderung, die Schweiz solle zum klimafreundlichsten Land Europas werden. Selbst bei den SVP-Sympathisanten gibt es dafür ebenso viele Unterstützer wie Gegner.

Auch konkrete Klimaschutz-Massnahmen haben grosse Zustimmung: So etwa verbindliche Vorschriften für den Ersatz von Ölheizungen (49% dafür, 18% dagegen), höhere CO2-Abgaben, falls die Emissionen zu langsam sinken (41% dafür, 33% dagegen) oder eine weitere Förderung von energetischen Gebäudesanierungen (53% vs. 16%). 83% finden, die Schweiz sollte beim Klimaschutz Emissionen ausschliesslich oder vor allem im Inland reduzieren. Bei Frauen, Deutschschweizern und gut Ausgebildeten ist die Unterstützung für Klimaschutz besonders hoch.

In jeder Univox-Umwelt-Umfrage wird nach dem eigenen Umweltbewusstsein gefragt: 57% sehen sich als überdurchschnittlich umweltbewusst, was gegenüber der letzten Befragung ein ganz leichter Anstieg ist. Aber nur 44% antworten, sie würden sich auch überdurchschnittlich umweltbewusst verhalten. Hier ist der Wert leicht gesunken. Fast 8 von 10 Personen finden, wir würden «die Natur in gefährlicher Weise missbrauchen». Insgesamt liegen die Resultate bei den wiederkehrenden Fragen in der Nähe des langjährigen Mittels.

Für Univox Umwelt wurden im vergangenen August und September 1015 Personen telefonisch befragt.

Kontakte

Andreas Schaub, Geschäftsführer gfs-zürich, 044 360 40 28, andreas.schaub@gfs-zh.ch

Philip Gehri, Medienstelle WWF Schweiz, 044 297 22 25, philip.gehri@wwf.ch

Thomas Schenk, Projektmanager Klima&Energie swisscleantech, 076 382 22 62, thomas.schenk@swisscleantech.ch