04. Dezember 2018 — Medienmitteilung

Jede Glaubwürdigkeit weg: Nationalrat schwächt Klimaschutz massiv ab

Der Nationalrat hat heute beschlossen, keine Ziele zur Senkung des Schweizer CO2-Ausstosses festzulegen und noch deutlich weniger Klimaschutz zu machen als bisher. Er steckt den Kopf in den Sand.

Geht es nach dem Nationalrat, setzt die Schweiz auch künftig auf Erdöl, Kohle und Erdgas. Die EU will wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen bis in 30 Jahren komplett aus diesen fossilen Energieträger aussteigen, der Nationalrat will überhaupt kein Ziel für die Schweiz. Damit werden milliardenschwere Fehlinvestitionen in Industrie und Haushalten folgen, Steuerzahler werden später für teuren vorzeitigen Rückbau, Anpassungskosten an den Klimawandel und Schadenskompensation bezahlen müssen.

"Der Nationalrat steckt den Kopf in den Sand", sagt Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz. "Die Ratsmehrheit ignoriert die Gefahren eines ungebremsten Klimawandels genauso wie die Chancen eines raschen Ausstiegs aus den fossilen Energien."

Das zeigen auch die weiteren Entscheide von heute: Der Zusammenschluss des Schweizer Emissionshandels mit dem EU-Emissionshandel schwächt den Kilmaschutz in der Schweiz. Eine Klimaverträglichkeits-Prüfung lehnt der Nationalrat genauso ab wie die vom Volk beschlossenen Regeln für effizientere Fahrzeuge. Und schliesslich streicht der Nationalrat auch noch alle Qualitätskriterien für Zertifikate und Klimaschutz-Massnahmen im Ausland. Mit dem milliardenteuren Einkauf von ausländischen Klimazertifikaten soll die Schweiz bloss heisse Luft produzieren statt das Klima schützen. Patrick Hofstetter: "Damit ist jede Glaubwürdigkeit verloren."

Kontakt: Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz, 076 305 67 37

Nationalraatssaal im Bundeshaus