14. Februar 2020 — Medienmitteilung

Lachs-Comeback: Minister brechen ihr Wort

Die Rheinministerinnen und -minister setzen ihre Zusagen nicht um: Sie haben 2013 vereinbart, dass der Lachs bis 2020 wieder bis nach Basel schwimmen kann. Trotz dieser Zusage ist ein Lachs-Comeback nach wie vor in weiter Ferne. Neue Etappenziele wurden zwar gesetzt, diese sind aber zu wenig ambitioniert. Gemäss diesen heisst es für den Lachs auch noch bis 2027: Endstation in Frankreich. Wir fordern Fluss frei bis Basel bis 2025.

Nahaufnahme eines Lachses
  • Nach dem verpassten Ziel, den Lachs bis 2020 nach Basel zurückzubringen, muss Frankreich seinen zugesagten Verpflichtungen endlich nachkommen und schnellstmöglich die Fischgängigkeit der drei französischen Kraftwerke Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün sicherstellen. Die Deadlines wurden gesetzt, jetzt müssen Taten folgen.

Christian Hossli, WWF-Projektleiter Lachs-Comeback:
„Die Basler und Baslerinnen warten schon seit Jahrzehnten auf ihren „Laggs“. Spätestens bis Ende 2025 muss die Wiederansiedlung von Lachspopulationen im Rheineinzugsgebiet bis Basel gewährleistet sein.“

Unerwartetes aus der Konferenz:
Frankreich setzt konkrete Fristen. So soll bis 2024 das unterste Kraftwerk Rhinau, bis 2026 das mittlere Kraftwerk Marckholsheim und bis 2027 die letzte Hürde Vogelgrün fischgängig gemacht werden. Diese Ziele sind grundsätzlich erfreulich aber für den WWF noch zu wenig ambitioniert. Ausserdem fehlt ein verbindlicher Finanzierungsplan. Der WWF fordert weiterhin Fluss frei für den Lachs bis Basel bis 2025.

Kontext:
“Fluss frei bis Basel”! Mit dieser Forderung appellierte der WWF erneut an die Ministerinnen und Minister der Rhein-Staaten. Er erinnerte sie daran, dass es der Lachs trotz den von ihnen gemachten Zusagen immer noch nicht bis nach Basel schafft. Allen voran Frankreich ist dafür verantwortlich. Das Land hat es verpasst, seine drei Kraftwerke Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün der Electricité de France zwischen Strasbourg und Basel fischgängig zu machen. Es ist eine herbe Enttäuschung, dass in Zeiten des massiven Artensterbens die Chance vertan wurde, eine Vorzeigeart wie den Lachs wieder bei uns anzusiedeln. Um die Länderdelegierten mit den unüberwindbaren Hindernissen im Rhein direkt zu konfrontieren, erschwerten ihnen Vertreter der NGO-Allianz “Salmon Comeback” mit einer zwei Meter hohen Mauer und Plüsch-Lachsen den Zugang zum Konferenzraum.

Die diesjährige Rheinministerkonferenz stand ganz im Zeichen des neuen Programms «Rhein 2040». Der Rhein soll ökologisch aufgewertet werden und damit in Zukunft auch die Auswirkungen des Klimawandels abfedern können. Die NGO-Allianz begrüsst die positiven Voten der Konferenzteilnehmenden in Bezug auf das Programm «Rhein 2040» und dessen Verabschiedung. Ziel des Programms ist es, die Widerstandsfähigkeit des Rheins zu stärken und dabei die verschiedenen Bereiche Renaturierung, Wasserqualität, Hochwasser und Niedrigwasser miteinzubeziehen.

Um zu konkreten Ergebnissen zu kommen, forderte die NGO-Allianz auch in den anderen Bereichen klare Fristen und Verbindlichkeiten. Zusätzlich fordert sie die Anpassung der Industrie, Landwirtschaft, Schifffahrt und Befischung an die Natur - und nicht umgekehrt.

Sie verfolgt dieses Projekt weiterhin mit grossem Interesse und fordert, künftig noch stärker einbezogen zu werden. Die NGOs haben schon viele Anstrengungen unternommen, um dem Lachs in der Schweiz wieder eine Heimat zu geben. Auch die Bevölkerung steht hinter dem Comeback und begrüsst, wenn der Lachs besser heute als morgen zurückkehrt.

Kontakt:
Christian Hossli, Projektleiter Lachs Comeback, 079 743 67 06