13. August 2019 — Medienmitteilung

Lancierung des Branchenstandards «swissmilk green»

Medienkommentar

Die Branchenorganisation Milch (BOM) lanciert heute den Branchenstandard «swissmilk green». Gemäss BOM wird die Schweizer Milch grüner werden. Der vom Bundespräsidenten vorgestellte Standard bringt leider keine Verbesserung beim Ressourcenschutz. Es bleibt einfach Schweizer Milch.

Milchproduktion belastet als landwirtschaftlicher Produktionszweig die Umwelt stark

Heute lanciert die BOM den neuen Milchproduktionsstandard «swissmilk green». Ein Branchenstandard Milch ist aus Sicht des WWF zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Dieser muss aber viel ambitionierter daherkommen, um die Auszeichnung «green» zu verdienen, und darf nur das verkaufen, was er auch verspricht.

Fakt ist: Die Schweizer Milchproduzenten und Milchproduzentinnnen halten mit dem neuen Branchenstandard nur die heutigen Gesetze und die Vorgaben zum Erhalt der Direktzahlungen ein und gehen einen kleinen Schritt in Richtung Verbesserung des Tierwohls. Sie leisten jedoch keinen Beitrag zur Reduktion der Nährstoffeinträge, der Ammoniakbelastung oder des hohen Kraftfutterverbrauchs. 

Die Fragen zur Nahrungsmittel- und Flächenkonkurrenz in der Milchproduktion, die vor wenigen Tagen im neusten Bericht des Weltklimarates thematisiert wurden, sind ebenfalls nicht Teil des Branchenstandards, müssen aber aus Sicht des WWF berücksichtigt werden.

Der WWF hat elf Schweizer Milchproduktionsstandards in einem Benchmark untersucht. Die Ergebnisse publiziert er am 20. August 2019.

Kontakt:

Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft WWF Schweiz, eva.wyss@wwf.ch, 079 352 09 47