08. Mai 2026 — Medienmitteilung

Nicht auf Kurs: politisches Umsteuern nötig.

Am 11. Mai 2026 ist Swiss Overshoot Day. Dann hat die Schweiz ihr ökologisches Ressourcenbudget für 2026 aufgebraucht. Was wäre, wenn die Schweiz nicht nur auf die Konsequenzen des Klimawandels reagiert, sondern aktiv den Kurs wechselt, damit gutes Leben nicht die Erde kostet?

Die Schweiz hinkt hinterher

  • Zu grosser Fussabdruck: Würde die gesamte Menschheit so leben wie die Schweizer:innen, bräuchten wir 2,8 Planeten. Der Swiss Overshoot Day fällt damit mehr als zwei Monate vor den globalen Erdüberlastungstag Ende Juli.
  • Initiativen als Chancen: Individuelles Handeln ist wichtig, aber um die Wirkung zu skalieren,  sind die politischen Rahmenbedingungen entscheidend. Finanzplatz- und Mobilitätsbon-Initiative können wichtige Impulse setzen.
  • Lösungen liegen bereit: erneuerbare Energien, Elektrifizierung, Kreislaufwirtschaft, regenerative Landwirtschaft - es gibt so viele Lösungen. Um sie umzusetzen und zu skalieren, braucht es die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen.

Zitat Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz
«Der Swiss Overshoot Day ist kein Naturgesetz, sondern auch die Konsequenz unzureichender politischer Rahmenbedingungen und mangelnder Regulierung. Es kann nicht sein, dass Hunderttausende Einzelpersonen ihren ökologischen Fussabdruck reduzieren, während der Schweizer Finanzplatz fossile Projekte weltweit in Milliardenhöhe finanziert. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen gemeinsam handeln, aber es ist die Politik, die den Rahmen dafür setzen muss.»

Der weltweite Overshoot Day fällt auf Ende Juli. Dass die Schweiz so negativ heraussticht, liegt an dem überproportional hohen Konsum der Schweizer Bevölkerung in mehreren Bereichen: Mobilität (insbesondere Fliegen und Autofahrten), Wohnen (insbesondere Öl- und Gasheizungen), Ernährung (insbesondere tierische Produkte und Lebensmittelverschwendung) sowie Fast Fashion und Fast Elektronik.

Politische Rahmensetzung als grösster Hebel
Individuelle Massnahmen sind wichtig, aber nicht genug. Der Schweizer Finanzplatz ist für ein Vielfaches der gesamten inländischen CO2-Emissionen der Schweiz verantwortlich. Eine konsequente Anpassung der Rahmenbedingungen für diesen Sektor hätte eine Wirkung, die kein individuelles Verhalten erzielen kann. Lösungen, wie sie die Finanzplatz-Initiative präsentiert, sind deshalb so wichtig.

Der politische Wille dazu ist gesellschaftlich breit abgestützt: 80 Prozent der Menschen weltweit fordern von ihren Regierungen mehr Klimaschutz (UNDP Peoples' Climate Vote 2024). Dass entschlossenes Handeln möglich ist, zeigt die Santa Marta Konferenz. Einer Gruppe von Staaten, die den Ausstieg aus fossilen Energien vorantreiben will, zeigt, dass sich zukunftsorientierte Akteure nicht länger ausbremsen lassen.

WWF Schweiz, One Planet Lab und #MoveTheDate Switzerland rufen dazu auf, jetzt die Weichen zu stellen, damit unser Planet für die Menschheit bewohnbar bleibt. 

Lösungsansätze

  • Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle konsequent an planetaren Grenzen ausrichten und Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduzieren. Pilotprojekte wie jene von One Planet Lab zeigen, dass wirtschaftliches Handeln innerhalb planetarer Grenzen möglich und skalierbar ist.
  • Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die nachhaltiges Leben zur einfachen Wahl machen: durch eine CO₂-Lenkungsabgabe auf alle Treibhausgasemissionen, die Regulierung des Finanzplatzes im Hinblick auf dessen Impact auf Klima und Natur, und die konsequente Umsetzung des Klimaschutz- und des Stromgesetzes.
  • Auch Privatpersonen können wirksam beitragen: mehr Zug statt Flug, wenn Auto dann elektrisch, Wärmepumpe statt Öl- oder Gasheizung, mehr pflanzliche Ernährung, Produkte länger nutzen, reparieren und teilen. Wer zudem demokratisch mitgestaltet und seine Geldflüsse hinterfragt, setzt Signale weit über die Schweiz hinaus.

Zum Mitmachen: #MoveTheDate Festival am 9. Mai
Am 9. Mai findet das #MoveTheDate Festival statt, ein Treffpunkt für Lösungsmacher:innen, die zeigen, dass ein gutes Leben innerhalb planetarer Grenzen möglich ist. (Ab Sonntag finden Sie unter diesem Link Bilder zum Festival)

Kontakt: 
WWF Schweiz: Lydia Ebersbach, Mediensprecherin, WWF Schweiz, lydia.ebersbach@wwf.ch, 0774350541
One Planet Lab: Laurène Descamps, Co-Leiterin One Planet Lab, laurene.descamps@wwf.ch,  +41 77 528 53 05
#MoveTheDate Switzerland: Olivier Mächler, oli@arc-collective.ch +41 76 404 22 25

Weitere Infos: 
•    WWF Footprintrechner
•    Finanzplatz-Initiative
•    Mobilitätsbon
•    One Planet Lab Wissen
•    #MoveTheDate Festival
•    Whitepaper Wirtschaft innerhalb planetarer Grenzen 

Über die Organisationen
One Planet Lab unterstützt Pionierinnen und Pioniere, die Wirtschaft und Gesellschaft innerhalb der planetaren Grenzen gestalten. Die Organisation verbindet Wissen, Netzwerke und Projekte für eine lebenswerte Zukunft. www.one-planet-lab.ch
WWF Schweiz ist die grösste Naturschutzorganisation der Schweiz. Sie setzt sich für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ein – mit konkreten Projekten, politischem Engagement und der Sensibilisierung der Bevölkerung. www.wwf.ch
#MoveTheDate Switzerland ist eine Bewegung von Lösungsmacherinnen und Lösungsmachern für eine zukunftsfähige Gesellschaft und Wirtschaft. Ihre Mitglieder haben Dutzende von Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen entwickelt, mit denen die Schweizer Bevölkerung ihren Overshoot Day verschieben kann. www.movethedate.ch