15. November 2018 — Medienmitteilung

Palmöl-Standard des RSPO wird verschärft

Die RSPO-Richtlinien für nachhaltigen Palmölanbau werden verschärft: Die Mitglieder des Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) haben heute an ihrer Generalversammlung in Malaysia überarbeiteten Prinzipien und Kriterien des Standards zugestimmt. Der WWF begrüsst die Änderungen, welche der Umwelt, indigenen Gemeinschaften sowie Arbeiterinnen und Arbeitern zugutekommen. Trotzdem sind weitere Verbesserungen notwendig.

Palmölfrüchte

In einem extensiven öffentlichen Multi-Stakeholderprozess überarbeiten die Mitglieder des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) die Richtlinien für Produzenten alle fünf Jahre. Der RSPO ist ein Mindeststandard, der sich aus Sicht des WWF Schritt für Schritt laufend verbessern soll. Heute hat die Generalversammlung des RSPO in Malaysia die neuen Prinzipien und Kriterien 2018 mit 212 Stimmen dafür, 19 dagegen und 18 enthaltenen ratifiziert und damit die Anforderungen an RSPO-zertifiziertes Palmöl verschärft. Bis November 2019 müssen RSPO-Plantagenbetreiber beginnen, ihre Palmöl-Produktion den neuen Kriterien anzupassen. RSPO-Palmöl macht rund 20 Prozent der Weltproduktion aus.

Der WWF begrüsst die neuen Prinzipien und Kriterien, die wesentliche Verbesserungen bringen. Dazu gehören unter anderem:

  • Verbot der Abholzung von Wäldern für den Palmölanbau.
  • Erschliessungsverbot auf Torfböden.
  • Verbot von Brandrodungen in und um Plantagen.
  • Allgemeines Verbot für den Einsatz hochgefährlicher Pflanzenschutzmittel, wie beispielsweise Paraquat. Ausnahmefälle müssen durch einen Due-Diligence-Prozess bestätigt oder von den Behörden bei Schädlingsbefall genehmigt werden.
  • Verschärfte Rückverfolgbarkeit innerhalb der Lieferketten von Palmöl (zwischen externen Ölfrucht-Lieferanten und Ölmühlen).
  • Detaillierte Nachweise um sicherzustellen, dass die Rechte der lokalen Gemeinschaften gebührend berücksichtigt sind.
  • Bessere Einhaltung der Arbeitsrechte, beispielsweise angemessene Löhne, Arbeitsplatzsicherheit, keine Kinder- und Zwangsarbeit, kein Menschenhandel.

„Die überarbeiteten Prinzipien und Kriterien beheben einige Schwächen der Vorgängerversion und sind deutlich näher an die strengeren Kriterien der Palm Oil Innovation Group (POIG) gerückt,“ sagt Matthias Diemer, Palmölexperte beim WWF Schweiz. Trotz diesem Fortschritt seien weiterhin punktuelle Anpassungen des RSPO nötig. „Der RSPO muss die Qualität der Auditierung deutlich verbessern, denn verschärfte Regeln sind nur so gut wie deren Einhaltung und Kontrolle,“ sagt Diemer. Der WWF weist ausserdem darauf hin, dass kein Zertifizierungssystem allein die ökologischen und sozialen Probleme des Palmölanbaus lösen kann. Ergänzend braucht es mehr Waldschutzgebiete, strengere Gesetze durch die Regierungen und rigorosen Strafvollzug bei Gesetzesbrüchen.

Kontakt:
Corina Gyssler, Kommunikationsbeauftragte WWF Schweiz, 044 297 22 54, corina.gyssler@wwf.ch