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Persischer Leopard auf verschneitem Felsen

Schutz des Leoparden im südlichen Kaukasus

Der Leopard wurde im Kaukasus fast ausgerottet. Anfang des 21. Jahrhunderts wusste man nicht, ob überhaupt noch Tiere in der Region lebten. Seit 20 Jahren arbeitet der WWF mit lokalen Partnern für den Schutz des Leoparden. Mit Erfolg: Anfang 2020 konnten wir zehn ausgewachsene und drei Jungtiere im Südkaukasus zählen.

Wilderei im Ökosystem der Superlative

In der Grenzregion von Asien und Europa, zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer, liegt der Kaukasus, ein Ökosystem der Superlative. In den über 100 verschiedenen Landschaftstypen im Kaukasus leben viele seltene Tierarten und Pflanzen. Der Persische Leopard, früher auch Kaukasus-Leopard genannt, zählt zu den seltensten Tierarten überhaupt und ist in dieser Region vom Aussterben bedroht. Im südlichen Kaukasus lebten 2014 nur noch sechs erwachsene Tiere. Grund dafür sind die Wilderei der Leoparden und ihrer Beutetiere sowie die Zerstörung und Zerstückelung des Lebensraumes. Dabei ist der Persische Leopard eine Schlüsselart des Kaukasus. Das heisst, wenn wir ihn schützen, schützen wir das gesamte Ökosystem.

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Kaukasische Rhododendron, Russland
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Landschaft im Kaukasus mit Tseisky Gletscher im Hintergrund
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Roter Hirsch im Kavkazsky Naturpark, Kaukasus

Der Kaukasus ist ein Juwel der Artenvielfalt: Über 7500 Pflanzen- und Tierarten leben hier, Insekten nicht mitgezählt.

Schutzprojekt für den Persischen Leoparden

«Der Leopard gehört zum Kaukasus. Unser Ziel ist es, dass hier wieder eine stabile Population geschützt vor Wilderei leben kann.»

Untersuchungen seit Anfang 2000 haben gezeigt, dass Leoparden nur noch vereinzelt in der Region vorkommen. Gemeinsam mit lokalen Partnern hat der WWF in den letzten 20 Jahren den Schutz der Tiere verbessert und arbeitet daran, die noch vorhandenen «Lebensraum-Inseln» mithilfe von sogenannten Wildtierkorridoren zu vernetzen. Braunbär, Leopard, Bezoar-Ziege und Mufflon können sich so zwischen den Schutzgebieten bewegen. Das verbessert den genetischen Austausch dieser Arten und erhöht die Chance auf gesunden Nachwuchs.

Ein langfristiges Monitoring der Leoparden und ihrer Beutetiere zeigt, ob die Schutzgebiete und Wildtierkorridore helfen, den Bestand weiter zu erhöhen. Zudem erlauben die Zahlen, konkrete politische Forderungen zu stellen sowie Gesetze und deren Umsetzung auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Die Projektaktivitäten finden in zwei Teilgebieten statt: im Sangesur-Gebirge in Südarmenien und Nachitschewan (autonome Republik von Aserbaidschan) sowie im Talysch-Gebirge in Aserbaidschan. Beide sind Schlüsselgebiete für den Leoparden im Südkaukasus.

Mehr zu den Projektaktivitäten finden Sie auf der Projektwebseite des WWF Armenien.

Einbezug der lokalen Bevölkerung

Eine aktive Beteiligung der Lokalbevölkerung am Naturschutz ist ein Schlüsselelement der WWF-Projekte, so auch im Kaukasus. Deshalb beziehen wir die Bevölkerung beim Vergrössern oder Neugestalten von Schutzgebieten ein. Kleinbauern unterstützen wir mit Präventivmassnahmen, damit Schäden durch Grossraubtiere an Vieh und Obstplantagen verhindert werden. Elektrozäune etwa schützen Schafherden. In der Nähe von Plantagen werden sogenannte «Repeller» angebracht. Diese Geräte kombinieren ein mit einem Bewegungsmelder versehenes, hell aufleuchtendes Licht mit einem schrillen Ton. Damit wird die Anwesenheit von Menschen suggeriert. Durch die Unterstützung der Bevölkerung mit Massnahmen gegen Übergriffe von Wildtieren kann die Akzeptanz gegenüber allen Grossraubtieren inklusive des Leoparden und seiner Beutetiere erhöht werden.

Der WWF zeigt der Lokalbevölkerung zudem neue Einkommensquellen als Alternativen zur illegalen Abholzung und Wilderei auf. So eröffnet beispielsweise nachhaltiger Tourismus den Dörfern neue Perspektiven. Auch die junge Generation wird einbezogen: Über Kampagnen an Schulen werden Jugendliche für den Leopardenschutz sensibilisiert.

Und ein Netzwerk von aktuell 15 freiwilligen Leoparden-Schützern aus den Bergdörfern im Umfeld der Schutzgebiete in Armenien und Aserbaidschan unterstützt den WWF beim Schutz und Monitoring der Leoparden. 

Es gibt Hoffnung: Jungtiere gesichtet

Die langjährige Arbeit des WWF zeigt Wirkung. Seit 2014 konnten in den WWF-Projektgebieten immer mehr Leoparden erfasst werden: Anfangs 2020 lebten dort zehn ausgewachsene und drei Jungtiere. Bilder der Fotofallen zeigen unter anderem verspielte Leoparden-Junge. Und da möglicherweise zusätzliche Tiere eingewandert sind, die nicht von den Kameras und den Beobachtungen im Feld erfasst wurden, könnte die Gesamtzahl sogar noch höher sein.

Video: Zwei Jungtiere lassen sich von der Videofalle in Nachitschewan filmen

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Panda liegt auf Baum

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Familie beim Fahrrad-Ausflug

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