Persischer Leopard liegt auf dem Boden

Schutz des Leoparden im südlichen Kaukasus

Einst war der Persische Leopard im gesamten Kaukasus heimisch. Heute sind es nur noch wenige dieser eleganten Grosskatzen, die durch das weitläufige Gebirge streifen. Der WWF hilft im südlichen Kaukasus, Schutzgebiete und verbindende Korridore einzurichten, damit die Leoparden wieder ein Zuhause haben und sich vermehren können.

Schwindender Lebensraum im Ökosystem der Superlative

In der Grenzregion von Asien und Europa, zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer, liegt der Kaukasus, ein Ökosystem der Superlative. In den über 100 verschiedenen Landschaftstypen im Kaukasus leben viele seltene Tierarten und Pflanzen. Der Persische Leopard, früher auch Kaukasus-Leopard genannt, zählt zu den seltensten Tierarten überhaupt und ist in dieser Region akut vom Aussterben bedroht. Im südlichen Kaukasus lebten zu Beginn des WWF-Projekts nur noch sechs erwachsene Tiere. Grund dafür sind die Zerstörung und Zerstückelung des Lebensraumes sowie die Wilderei der Leoparden und ihrer Beutetiere.

Der Kaukasus ist ein Juwel der Artenvielfalt: Über 7000 Pflanzen- und Tierarten leben hier, Insekten nicht mitgezählt

Schutzprojekt für den Persischen Leoparden

Leoparden im Projektgebiet

Anzahl Persischer Leoparden

Unser Ziel bis 2025: Die Anzahl der erwachsenen Persischen Leoparden steigt von 6 auf 15 Tiere.

Mit dem aktuellen Projekt zum Schutz des seltenen Leoparden wollen wir der seltenen Grosskatze mit gut verwalteten Schutzgebieten einen sichereren Lebensraum schaffen, wo die Wildtierpopulation überwacht wird. Die Schutzgebiete werden durch Korridore verbunden und von Antiwilderei-Inspektoren überwacht. Zudem wollen wir die Gemeinden in den Korridoren in ihrer Entwicklung unterstützen und die lokale Bevölkerung sensibilisieren. Es ist dem WWF ein grosses Anliegen, dass der Persische Leopard in diesem Gebiet nicht ausstirbt.

Die Projektaktivitäten finden in zwei Teilgebieten statt. Das Sangesur-Gebirge in Südarmenien und das Talysch-Gebirge in Aserbaidschan sind Schlüsselgebiete für den Leoparden im Südkaukasus.

Es gibt Hoffnung: Jungtiere gesichtet

Die langjährige Arbeit des WWF zeigt bereits Wirkung: Ende 2016 tappten in Aserbaidschan gleich fünf Jungtiere in WWF-Kamerafallen. Die seltenen Grosskatzen wurden im Sangesur-Gebirge in der Autonomen Republik Nachitschewan sowie im Talysch-Gebirge nahe dem Kaspischen Meer abgelichtet.

Video: Zwei Jungtiere lassen sich von der Videofalle in Nachitschewan filmen

Verbesserte Schutzgebiete und Korridore

Das Monitoring hilft uns, den Lebensraum des Leoparden genau zu eruieren. In den nahegelegenen Dörfern richtigen wir dann Schutzmassnahmen ein.

Portrait von Samvel Karapetyan, Ranger im Nationalpark Gnishik

Im Projektgebiet gibt es insgesamt 14 Schutzgebiete, die meist ungenügende Kapazitäten für die Durchsetzung des Schutzstatus haben. Illegale Aktivitäten in und um die Schutzgebiete wie die Wilderei oder illegale Abholzung stellen ein Problem für den Leoparden im südlichen Kaukasus dar. Der Grossteil dieser Schutzgebiete wird vom Staat verwaltet. Der WWF engagiert sich, dass die staatlichen Schutzgebiete besser verwaltet werden.

Zwischen den Schutzgebieten will der WWF unter Einbezug der lokalen Bevölkerung Wildtier-Korridore einrichten. Braunbär, Leopard, Bezoar-Ziege und Mufflon können sich so zwischen den Schutzgebieten bewegen. Das verbessert den genetischen Austausch dieser Arten und erhöht die Chance auf gesunden Nachwuchs.

Ein langfristiges Monitoring von Wildtieren liefert dem WWF verlässliche Zahlen zu den Leoparden und seinen Beutetieren und zeigt, ob die Schutzgebiete und Wildtier-Korridore den Bestand erhalten oder sogar erhöhen. Zudem erlauben die Zahlen, konkrete politische Forderungen zu stellen sowie Gesetze und deren Umsetzung auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.

Anti-Wilderei-Brigaden

Weniger Wilderei

Die Wilderei und andere illegale Handlungen sollen bis 2019 dank der Anti-Wilderei-Aktivitäten des Projekts um 30 Prozent abnehmen.

Neben dem Lebensraumverlust stellt die Wilderei eine grosse Bedrohung für das Überleben des Persischen Leoparden dar. Der WWF bildet Anti-Wilderei-Brigaden aus und stellt ihnen Ausrüstungsgegenstände wie Drohnen, Fotokameras, Feldstecher und Uniformen zur Verfügung. Die Anti-Wilderei-Brigaden patrouillieren auch ausserhalb der Schutzgebiete und rapportieren Gesetzesübertretungen.

 

Einbezug der lokalen Bevölkerung

Die Akzeptanz der lokalen Bevölkerung ist für den Schutz des Persischen Leoparden entscheidend. Wir erarbeiten mit den Bauern aus der Region Lösungen zur Minderung von Schäden an ihren Nutztieren wie Schafherden. Elektrische Zäune oder behirtete Herden sind einfach umsetzbare Lösungen. Die Kompensation von Verlusten von Nutztieren ist ein wichtiger Schritt zur Reduktion der gezielten Wilderei von Leoparden.

In den armen Dörfern ist die illegale Abholzung und die Wilderei oft die schnellste und einfachste Möglichkeit, an Geld zu kommen. Der WWF zeigt den Einwohnern neue Einkommensquellen auf. So eröffnet beispielsweise nachhaltiger Tourismus den Dörfern neue Perspektiven. Zudem sollen Massnahmen auf Gemeindeebene dazu beitragen, dass die natürlichen Ressourcen nachhaltig genutzt werden. Wo nötig werden ehemalige Waldflächen zusammen mit der Bevölkerung aufgeforstet. Auch die junge Generation wird einbezogen: Über Kampagnen an Schulen werden Jugendliche für den Leopardenschutz sensibilisiert.

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