Albatros über den Galapagos Inseln
Albatrosse

Helden der Lüfte

Albatrosse – Helden der Lüfte

Exzellente Gleitflieger

Albatrosse sind wahre Weltenbummler. Mit ihrer ausgeklügelten Flugtechnik können sie ohne grossen Kraftaufwand die Erde ohne Zwischenhalt umrunden. Einzig zur Brutzeit sind die Albatrosse auf dem Festland und treffen sich in riesigen Kolonien auf ihrer ursprünglichen Geburtsinsel.

Die talentierten Seevögel sind gleich in mehreren Bereichen einzigartig. Der Wanderalbatros beispielsweise ist mit einem Körpergewicht von bis zu 12 Kilogramm und einer Flügelspannweite von bis zu 3,5 Metern der grösste flugfähige Vogel weltweit. Dank seinen langen Flügeln kann er mehrere hundert Kilometer durch die Lüfte segeln, ohne einmal mit den Flügeln zu schlagen. Gegenwind trägt die Albatrosse nach oben. Mit Rückenwind sinken sie wieder zurück in Richtung Wasseroberfläche. Dank dieser Methode umrunden die Albatrosse monatelang den südlichen Erdball auf der Suche nach Nahrung.

Albatrosse finden ihre Nahrung meist mithilfe ihres Geruchsinns – das ist ein weiteres, für Vögel einmaliges Merkmal. Sie ernähren sich von Fischen, Krill, Tintenfischen oder Fischabfällen, die von Schiffen über Bord geworfen werden. Oft verwechseln Albatrosse Köder an Fischleinen mit Fischen. Auf diese Weise ertrinken jährlich mehrere 100'000 Individuen. Der WWF engagiert sich für nachhaltige Fischerei-Methoden und bekämpft die Verschmutzung der Meere durch Plastikabfälle, um das überleben der Albatrosse langfristig zu sichern.

Wissenschaftlicher Name

Albatros (Diomedeidae)

Arten

22 Arten

Gefährdungsstatus (IUCN)

Vom Aussterben bedroht: 3 Arten
Stark gefährdet: 6 Arten
Verletzlich: 6 Arten
Potenziell gefährdet: 6 Arten

Körpergrösse

Flügelspannweite bis zu 3,5 m

Verbreitung

Über den Ozeanen der Südhalbkugel

Der Albatros-Bestand befindet sich im Sinkflug

Mehrere 100'000 Albatrosse sterben jährlich als Opfer von Langleinenfischerei und von Plastikmüll, der im Meer herumtreibt. Gleichzeitig  weisen sie eine tiefe Fortpflanzungsrate auf: Ein Albatros-Paar bringt durchschnittlich lediglich alle zwei Jahre ein Junges zur Welt. Dadurch kann sich der Bestand nicht von selbst erholen und geht immer weiter zurück. Jede einzelne der 22 Albatros-Arten steht auf der Liste bedrohter Tiere, davon sind fünf Arten stark gefährdet und drei sogar vom Aussterben bedroht.

Beifang

Die Langleinenfischerei stellt eine grosse Bedrohung für die Bestände der Albatrosse dar. Die kilometerlangen Hauptleinen mit ihren Nebenleinen werden mit Tausenden von Ködern ins Meer gelassen. Während die Leinen ausgelegt werden, schwimmen die Köder an der Wasseroberfläche und ziehen Seevögel an. Diese schlucken die Köder, verhaken sich und ertrinken beim Absinken der Leine. Jährlich sterben laut Experten mehr als 100'000 Albatrosse durch den Langleinenfischfang.

Toter Wanderalbatros als Opfer des Beifangs

Plastikabfälle im Meer

Junge Albatrosse ersticken an den Plastikabfällen, die wir Menschen verursachen. Albatros-Mütter meinen, die kleinen Plastikpartikel seien Nahrung und füttern damit ihre Jungtiere. Für die Vögel ist es unmöglich, den Plastikmüll zu verdauen. Viele Jungtiere sterben wegen ihrer mit Plastik gefüllten Mägen oder an den Folgen von Vergiftungen.

Plastikabfall an einem abgelegenen Strand, ungefähr 1000 Kilometer entfernt vom Nordpol

Zerstörung der Brutgebiete

Auf den Brutinseln, wo die Albatrosse in grossen Gruppen ihre Eier ausbrüten und die Jungtiere aufziehen, fressen Ratten und Mäuse die Eier der Albatrosse. Auch Kaninchen mit ihren Bauten zerstören Brutgebiete.

Die Albatrosse sollen weiter segeln

Mit der Förderung und Errichtung neuer Meereschutz-Gebiete und der Entwicklung von schonenden Fischerei-Methoden engagiert sich der WWF in der Praxis, aber auch auf politischer Ebene für das Überleben der sensiblen Albatrosse.

Vor Ort erarbeitet der WWF mit Vertretern der Fischerei-Industrie und den lokalen Fischern Lösungen für nachhaltige Fischerei-Methoden. Für den WWF ist es wichtig, mit den verschiedenen Akteuren einen Konsens zu finden, damit die erarbeiteten Lösungen nachhaltig umgesetzt werden. Eine einfache, aber effektive Massnahme konnte so gefunden werden: Farbige Flatter-Bänder an den Langleinen schrecken Meeresvögel ab. So können sie nicht als Beifang verenden. Der WWF fördert neben der konkreten Umsetzung vor Ort auch Innovationen, die zur Verhinderung von Beifang führen.

Der WWF führt intensive Verhandlungen mit den Regierungen für die Errichtung von Meeresschutz-Gebieten. In diesen grossflächigen Gebieten werden illegale Fischfang-Methoden strikt sanktioniert. Der Bestand an Fischen, Meeressäugetieren und weiteren einheimischen Tierarten wie den Albatrossen kann sich dadurch nachhaltig erholen.

Auch auf internationaler Ebene setzt sich der WWF dafür ein, dass den Forderungen zur Plastik-Vermeidung und zum Meeres-Schutz Taten folgen. Auf Druck des WWF fordert das EU-Parlament, bis 2025 den Plastikmüll in den Meeren um 50 Prozent zu verringern. Im Jahr 2015 wurde dieses Thema sogar am G7-Gipfel behandelt. Zudem fordert der WWF ein Verbot von Zusätzen aus Mikroplastik in Kosmetika und Reinigungsmitteln.

 

 

Schutzfläche für die Albatrosse

 

Mit Unterstützung des WWF wurde im Südpolarmeer mit 180'000 km² das sechstgrösste Meeresschutzgebiet der Welt eingerichtet, die Prince Edward Islands Marine Protected Area. In diesem Gebiet leben fünf Albatros-Arten.

 

Unser Einsatz für den Albatros

Damit der Albatros langfristig überleben kann, engagiert sich der WWF mit diversen Projekten für eine nachhaltige Fischerei und für die Errichtung und Förderung neuer Meeresschutz-Gebiete.

 

Gelbflossenthunfische

Nachhaltiger Thunfisch-Fang in den Philippinen

Der WWF verändert mit seinem Förderprojekt die Fischerei auf Gelbflossen-Thunfisch in den Philippinen langfristig. Die MSC-Zertifizierung hilft, dass sich der Bestand der Gelbflossen-Thunfische der Philippinen nachhaltig erholt.

Weitere Infos
Fische und Korallen im Great Barrier Reef, Australien.

Das grösste Meeresschutz-Gebiet in Malaysia: der Tun-Mustapha-Park

Damit das einzigartige Ökosystem bestehen bleibt, engagierte sich der WWF für ein neues Meeresschutz-Gebiet an der Nordspitze Borneos und unterstützte die Regierung bei der Umsetzung. Die lokale Bevölkerung wurde während dem Prozess eng mit eingebunden.

Weitere Infos

Was Sie tun können

Versuchen Sie in Ihrem Alltag, Plastikabfälle zu reduzieren und diese richtig zu entsorgen. Lesen Sie zudem in unserem Ratgeber Fische & Meeresfrüchte, welche Fische Sie unbedenklich konsumieren können. Mit einer Spende für die Meere oder mit dem Kauf einer Meeres-Urkunde helfen Sie uns, Meeresschutz-Gebiete zu errichten.

 

Luftaufnahme Hardy Riff. Teil des Great Barrier Riffs in Australien.

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Oysters sea food and fish guide

Ratgeber Fische & Meeresfrüchte

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