«Grau ist halt praktisch, oder?» – Das hört man oft. Doch versiegelte Flächen heizen sich auf, lassen Regen kaum versickern und verdrängen Tiere und Pflanzen. Warum mehr Natur vor der Haustür die bessere Antwort ist.
Behauptung 1: «Ein paar Grünflächen ändern doch nichts.»
Das greift zu kurz. Grünflächen sind keine Dekoration. Bäume spenden Schatten, Bäume küh-len die Umgebung, unversiegelte und natürliche Böden nehmen Regen auf. Wo Grau domi-niert, zählt jedes zusätzliche Stück Grün.
Behauptung 2: «Das betrifft nur die Städte.»
Nicht nur. Es geht nicht um Stadt oder Land. Überall, wo neue Strassen, Parkplätze, Überbau-ungen oder graue Vorplätze entstehen, verliert Natur an Raum. Entscheidend ist nicht die Grösse eines Ortes – sondern wie viel Raum Natur dort hat.
Behauptung 3: «Es geht nicht ohne Grau.»
Teilweise richtig. Aber viele Flächen lassen sich grüner gestalten. Es braucht Infrastruktur. Doch viele dieser Flächen lassen sich so gestalten, dass sie funktionieren – und zugleich Schat-ten spenden, Regen aufnehmen oder Lebensraum schaffen.
Behauptung 4: «Natur gehört in Schutzgebiete – nicht ins Quartier.»
Gerade dort. Natur beginnt auch vor der Haustür. Eine Hecke am Schulweg, ein Baum im Quartier, eine Wiese statt grauer Fläche: Solche Orte verbinden Lebensräume und helfen Tie-ren und Pflanzen, Nahrung, Schutz und Nistplätze zu finden – und uns Gesundheit und Le-bensqualität.
Behauptung 5: «Grün ist schön, aber Luxus.»
Im Gegenteil. Grün ist kein Luxus, sondern Vorsorge. Bäume, Wiesen, Hecken und Gewässer schützen vor Hitze, Starkregen und dem Verlust von Lebensräumen. Das entlastet Infrastruk-tur und verhindert Folgekosten.
Behauptung 6: «Das Klima ist doch ein globales Problem.»
Ja – aber die Folgen treffen uns vor Ort. Auf überhitzten Plätzen und bei Starkregen zeigt sich, wie gut wir vor Ort vorbereitet sind. Mehr Grün hilft, die Folgen der Klimaerhitzung abzufe-dern.
Behauptung 7: «Vor Ort kann man da wenig machen.»
Doch. Vor Ort wird über viele Flächen unseres Alltags entschieden: Schulareale, Plätze, Stras-senränder, Gewässer und öffentliche Grünflächen. Genau dort können Naturflächen geschützt, Grünräume geschaffen und graue Flächen sinnvoll begrünt werden.
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Fragen und Antworten
Woher kommt unser sauberes Wasser?
Rund 80 % des Trinkwassers in der Schweiz stammt aus Grundwasser, der Rest aus Quellen und Seen. Dieses Wasser wird durch natürliche Bodenschichten gefiltert und gelangt so in sehr guter Qualität zu uns. Genau diese natürlichen Reserven sind jedoch besonders empfindlich gegenüber Verunreinigungen.
Welche Stoffe verunreinigen unser Wasser am häufigsten?
Am häufigsten finden sich Rückstände von Pestiziden und deren Abbauprodukten in unserem Wasser wie z.B. Deltamethrin oder das Pilzmittel Chlorothalonil. Bereits in mehr als der Hälfte der Grundwasser-Messstellen wurden diese nachgewiesen. Aber auch Nitrat, Chemikalien wie PFAS oder Arzneimittelrückstände und Biozide aus Alltagsprodukten gelangen in unser Wasser.
Welche Auswirkungen haben Schadstoffe im Wasser auf unsere Gesundheit und auf die Natur?
Im Mittelland trinken eine Million Menschen Trinkwasser, welches mit Pestiziden belastet ist. Schadstoffe im Trinkwasser können Fortpflanzungs- und Hormonstörungen oder ein erhöhtes Krebsrisiko verursachen. In der Natur schädigen sie Wasserorganismen, verringern die Artenvielfalt und stören ganze Ökosysteme. Viele dieser Stoffe reichern sich in Pflanzen, Tieren und Böden an und wirken langfristig weiter. So gefährdet verschmutztes Wasser nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die natürlichen Lebensgrundlagen insgesamt.
Welche Gewässerschutzlockerungen haben Bundesrat und Parlament bereits beschlossen und welche sind geplant?
In den letzten Jahren wurden verschiedene Regelungen diskutiert oder beschlossen, die den Einsatz von Pestiziden erleichtern oder Schutzauflagen abschwächen. Dazu gehören weniger strenge Vorgaben für bestimmte Stoffe sowie Ausnahmen bei Schutzbestimmungen. Weitere Vorstösse zielen darauf ab, Umweltauflagen weiter zu lockern oder Grenzwerte zu reduzieren. So verzichtet der Bundesrat darauf, einen Grenzwert für Deltamethrin einzuführen. Dies, obschon ein Tropfen dieses Nervengifts einen ganzen Bach vergiften kann.
Was ist das Ziel des Appells?
Wir fordern Bundesrat und Parlament auf, den Schutz des Wassers konsequent zu stärken. Wir setzen uns für strenge Regeln gegen Schadstoffe und für den Erhalt sauberer Wasserressourcen ein. Wir wollen die Gesundheit der Bevölkerung und die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig sichern.
Wie werden die Unterschriften gesammelt?
Unterstützer:innen können sich auf wwf.ch und gesundes-wasser.ch eintragen. Die Unterschriften werden anschliessend summiert, wodurch es kurzfristig zu kleinen Abweichungen kommen kann. Doppelzählungen werden ausgeschlossen.