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Grün statt Grau
Grün statt Grau

7 Behauptungen – und warum Grau keine Lösung ist

«Grau ist halt praktisch, oder?» – Das hört man oft. Doch versiegelte Flächen heizen sich auf, lassen Regen kaum versickern und verdrängen Tiere und Pflanzen. Warum mehr Natur vor der Haustür die bessere Antwort ist.

Behauptung 1: «Ein paar Grünflächen ändern doch nichts.»

Das greift zu kurz. Grünflächen sind keine Dekoration. Bäume spenden Schatten, Bäume küh-len die Umgebung, unversiegelte und natürliche Böden nehmen Regen auf. Wo Grau domi-niert, zählt jedes zusätzliche Stück Grün.

Behauptung 2: «Das betrifft nur die Städte.»

Nicht nur. Es geht nicht um Stadt oder Land. Überall, wo neue Strassen, Parkplätze, Überbau-ungen oder graue Vorplätze entstehen, verliert Natur an Raum. Entscheidend ist nicht die Grösse eines Ortes – sondern wie viel Raum Natur dort hat.

Behauptung 3: «Es geht nicht ohne Grau.»

Teilweise richtig. Aber viele Flächen lassen sich grüner gestalten. Es braucht Infrastruktur. Doch viele dieser Flächen lassen sich so gestalten, dass sie funktionieren – und zugleich Schat-ten spenden, Regen aufnehmen oder Lebensraum schaffen.

Behauptung 4: «Natur gehört in Schutzgebiete – nicht ins Quartier.»

Gerade dort. Natur beginnt auch vor der Haustür. Eine Hecke am Schulweg, ein Baum im Quartier, eine Wiese statt grauer Fläche: Solche Orte verbinden Lebensräume und helfen Tie-ren und Pflanzen, Nahrung, Schutz und Nistplätze zu finden – und uns Gesundheit und Le-bensqualität.

Behauptung 5: «Grün ist schön, aber Luxus.»

Im Gegenteil. Grün ist kein Luxus, sondern Vorsorge. Bäume, Wiesen, Hecken und Gewässer schützen vor Hitze, Starkregen und dem Verlust von Lebensräumen. Das entlastet Infrastruk-tur und verhindert Folgekosten.

Behauptung 6: «Das Klima ist doch ein globales Problem.»

Ja – aber die Folgen treffen uns vor Ort. Auf überhitzten Plätzen und bei Starkregen zeigt sich, wie gut wir vor Ort vorbereitet sind. Mehr Grün hilft, die Folgen der Klimaerhitzung abzufe-dern.

Behauptung 7: «Vor Ort kann man da wenig machen.»

Doch. Vor Ort wird über viele Flächen unseres Alltags entschieden: Schulareale, Plätze, Stras-senränder, Gewässer und öffentliche Grünflächen. Genau dort können Naturflächen geschützt, Grünräume geschaffen und graue Flächen sinnvoll begrünt werden.

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✏️1. Spalte (Petitions-Text)

Mehr Grün statt Grau!

Liebe Gemeindepräsident:innen

Wo Grün war, ist heute Grau. Die Folgen spüren wir längst vor unserer Haustür:

Hitze staut sich zwischen Asphalt und Beton.
Starkregen überflutet Keller und Strassen.
Tiere und Pflanzen verlieren Lebensraum.
Wir alle verlieren Lebensqualität.

Die Lösung liegt in der Natur selbst:
Geben Sie der Natur mehr Raum!

Sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Bestäubung und Schatten: Natur schützt vor Überschwemmungen, stärkt unsere Gesundheit und schafft Lebensqualität.

Mehr Grün ist kein Luxus, sondern eine Investition in unsere Zukunft.

✏️2. Spalte (Formular)

Die Natur ist unser Leben.
Sorgen wir für beides.

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Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum brauchen wir mehr Grün vor der Haustür?

Immer mehr Flächen in der Schweiz werden überbaut, asphaltiert oder versiegelt. Dadurch verschwinden Wiesen, Bäume, Hecken und Gärten – und Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Graue Flächen heizen sich stärker auf, Regenwasser versickert schlechter, die Lebensqualität sinkt. Mehr Grün vor der Haustür schützt vor Hitze und Starkregen, stärkt die Biodiversität und macht unser Zuhause lebenswerter.

Was bedeutet «Grün statt Grau» konkret?

«Grün statt Grau» bedeutet: Bestehende Naturflächen erhalten und neue Grünräume schaffen – auch mitten im Siedlungsraum. Bäume, Wiesen, Hecken, Gewässer, offene Böden, entsiegelte Flächen sowie begrünte Dächer und Fassaden spenden Schatten, kühlen die Umgebung, lassen Regenwasser versickern und schaffen Nahrung, Schutz und Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Was passiert, wenn immer mehr Flächen versiegelt werden?

Versiegelte Böden können kaum Wasser aufnehmen. Bei Starkregen steigt dadurch das Risiko von Überschwemmungen, überlasteten Kanalisationssystemen und Schäden an Gebäuden. Gleichzeitig speichern Asphalt und Beton Hitze und geben sie nur langsam wieder ab. Besonders Kinder, ältere Menschen und vulnerable Personen leiden unter diesen Hitzebelastungen. Mit jeder versiegelten Fläche verschwinden zudem Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Warum ist Grün im Siedlungsraum wichtig für Mensch und Natur?

Grüne Flächen kühlen die Umgebung, speichern Wasser, verbessern die Luft und bieten Erholung direkt vor der Haustür. Sie helfen, Hitzetage erträglicher zu machen und entlasten bei Starkregen die Kanalisation. Gleichzeitig verbinden sie Lebensräume und ermöglichen es Tieren und Pflanzen, Nahrung, Schutz und Nistplätze zu finden. Grün ist deshalb kein Luxus, sondern Vorsorge für Gesundheit, Biodiversität und Lebensqualität.

Was ist das Ziel des Aufrufs?

Wir fordern die Gemeindepräsident:innen der Schweiz auf, bestehende Naturflächen besser zu schützen und mehr Raum für Grün in Siedlungen zu schaffen. Gemeinden sollen Grünflächen erhalten, Böden entsiegeln, Bäume pflanzen, Hecken fördern und naturnahe Flächen ermöglichen. Damit investieren sie in Gesundheit, Lebensqualität und Vorsorge: mehr Schutz vor Hitze und Starkregen, weniger langfristige Folgekosten und mehr Biodiversität im Siedlungsraum.

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Fragen und Antworten

Woher kommt unser sauberes Wasser?

Rund 80 % des Trinkwassers in der Schweiz stammt aus Grundwasser, der Rest aus Quellen und Seen. Dieses Wasser wird durch natürliche Bodenschichten gefiltert und gelangt so in sehr guter Qualität zu uns. Genau diese natürlichen Reserven sind jedoch besonders empfindlich gegenüber Verunreinigungen.

Welche Stoffe verunreinigen unser Wasser am häufigsten?

Am häufigsten finden sich Rückstände von Pestiziden und deren Abbauprodukten in unserem Wasser wie z.B. Deltamethrin oder das Pilzmittel Chlorothalonil. Bereits in mehr als der Hälfte der Grundwasser-Messstellen wurden diese nachgewiesen. Aber auch Nitrat, Chemikalien wie PFAS oder Arzneimittelrückstände und Biozide aus Alltagsprodukten gelangen in unser Wasser. 

Welche Auswirkungen haben Schadstoffe im Wasser auf unsere Gesundheit und auf die Natur?

Im Mittelland trinken eine Million Menschen Trinkwasser, welches mit Pestiziden belastet ist. Schadstoffe im Trinkwasser können Fortpflanzungs- und Hormonstörungen oder ein erhöhtes Krebsrisiko verursachen. In der Natur schädigen sie Wasserorganismen, verringern die Artenvielfalt und stören ganze Ökosysteme. Viele dieser Stoffe reichern sich in Pflanzen, Tieren und Böden an und wirken langfristig weiter. So gefährdet verschmutztes Wasser nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die natürlichen Lebensgrundlagen insgesamt.

Welche Gewässerschutzlockerungen haben Bundesrat und Parlament bereits beschlossen und welche sind geplant?

In den letzten Jahren wurden verschiedene Regelungen diskutiert oder beschlossen, die den Einsatz von Pestiziden erleichtern oder Schutzauflagen abschwächen. Dazu gehören weniger strenge Vorgaben für bestimmte Stoffe sowie Ausnahmen bei Schutzbestimmungen. Weitere Vorstösse zielen darauf ab, Umweltauflagen weiter zu lockern oder Grenzwerte zu reduzieren. So verzichtet der Bundesrat darauf, einen Grenzwert für Deltamethrin einzuführen. Dies, obschon ein Tropfen dieses Nervengifts einen ganzen Bach vergiften kann.

Was ist das Ziel des Appells?

Wir fordern Bundesrat und Parlament auf, den Schutz des Wassers konsequent zu stärken. Wir setzen uns für strenge Regeln gegen Schadstoffe und für den Erhalt sauberer Wasserressourcen ein. Wir wollen die Gesundheit der Bevölkerung und die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig sichern.

Wie werden die Unterschriften gesammelt?

Unterstützer:innen können sich auf wwf.ch und gesundes-wasser.ch eintragen. Die Unterschriften werden anschliessend summiert, wodurch es kurzfristig zu kleinen Abweichungen kommen kann. Doppelzählungen werden ausgeschlossen.