15. Juli 2026 — Medienmitteilung

CO₂-Statistik: Emissionsrückgang noch unzureichend, vor allem im Verkehr

Die aktualisierte CO2-Statistik zeigt einen Rückgang der CO2-Emissionen von Brennstoffen um 4,8 Prozent, während die Emissionen im Verkehr um lediglich 0,8 Prozent zurückgingen. Insgesamt sind die CO2-Emissionen aus Brenn- und Treibstoffen damit gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent gesunken – ein Tempo, das immer noch unter den 3 Prozent liegt, die nötig sind, um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

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Klimaproblem Verkehr

Die Auswirkungen der Klimakrise werden auch in der Schweiz zunehmend spürbar. Der Juni 2026 war sowohl weltweit als auch in Europa der zweitwärmste Juni, der je gemessen wurde, und die Hitzewarnung ist noch immer nicht aufgehoben. Die negativen Folgen für die Gesundheit liessen nicht lange auf sich warten, mit einem deutlichen Anstieg der Sterblichkeit bei den über 65-Jährigen. Zur Hitzewarnung kommt die Dürrewarnung hinzu. Sie zwingt Gemeinden dazu, Einschränkungen beim Wasserverbrauch einzuführen und hat zahlreiche negative Auswirkungen auf Landwirtschaft und Viehzucht.

Die zunehmenden Schäden im Zusammenhang mit der Klimakrise sind der Grund, warum sich der Bund das vom Volk bestätigte Ziel gesetzt hat, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Dafür müssen die CO2-Emissionen der Schweiz jährlich um rund 3 % sinken. Die derzeitigen 2,7 % reichen noch nicht aus, damit die tatsächliche Entwicklung den Ambitionen des Landes gerecht wird. Dies ist problematisch, da die Schweiz als finanziell starkes und technologisch fortschrittliches Land über alle Mittel verfügt, um schneller voranzukommen.

Um die Lücke zwischen dem erklärten Ziel und der tatsächlichen Entwicklung zu schliessen, stehen der Schweiz zahlreiche Instrumente zur Verfügung, die sie rasch einsetzen sollte. Zur beschleunigten Reduktion der Verkehrsemissionen, ist es dringend notwendig, Massnahmen zur Verringerung der Fahrzeugzahl (und damit zur Verlagerung auf ÖV und sanfte Mobilität) sowie Massnahmen für den Übergang zur Elektromobilität zu ergreifen. Dies würde es Millionen von Menschen ermöglichen, ihre Energiekosten zu senken und weniger anfällig für internationale Krisen zu sein. Auch wenn der Verkehr der Bereich ist, in dem am dringendsten gehandelt werden muss, ist der Handlungsspielraum auch im Bereich Gebäude gross. Hier ist es wichtig, dass die noch zurückbleibenden Kantone rasch mit der Einführung der auf interkantonaler Ebene festgelegten Massnahmen voranschreiten, allen voran das Verbot der Installation neuer fossiler Heizungen, die Solarpflicht bei Dachsanierungen und die Einführung von Grenzwerten für graue Emissionen (die in den Baumaterialien enthalten sind).

Es handelt sich um ein breites Spektrum an Massnahmen, die sich mittlerweile bewährt haben und sich sowohl auf die Energiekosten der Bevölkerung als auch auf makroökonomischer Ebene positiv auswirken würden. Man darf nämlich nicht vergessen, dass jedes Jahr durchschnittlich 8 Milliarden Franken für den Import fossiler Energien ausgegeben werden und dass die Vollendung der Energiewende bedeutet, einen Grossteil dieses Geldflusses in die Binnenwirtschaft umzuleiten. Eine aktuelle Studie des WWF kam nämlich zum Schluss, dass die Energiewende es der Schweiz zwischen 2010 und 2024 ermöglicht hat, Importe fossiler Energien im Wert von 31 Milliarden Franken zu vermeiden, wovon fast die Hälfte auf den Zeitraum zwischen 2022 und 2024 entfällt. Der Kampf gegen die Klimakrise ist unter diesem Gesichtspunkt nicht nur eine Frage der Verantwortung, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft.

Kontakt: 
Pierrette Rey, Mediensprecherin WWF Schweiz, pierrette.rey@wwf.ch, 021 966 73 75