COP31: Fokus auf Umsetzung
Die grosse Aufgabe für die COP31: Die Staatengemeinschaft muss die bereits gefassten Klimabeschlüsse in messbare Fortschritte übersetzen. Dafür braucht es konkrete Fahrpläne für die Abkehr von Kohle, Öl und Gas, mehr Tempo bei erneuerbaren Energien und Elektrifizierung und eine verlässliche, faire Klimafinanzierung.
Ausblick auf das COP31-Logo im Antalya EXPO Center, wo vom 9. bis 20. November die 31. Klimakonferenz der Vereinten Nationen stattfinden wird.
Eine zeitweise Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze gilt als unabwendbar. Doch damit wird diese wichtigste Errungenschaft der Weltklimakonferenzen nicht weniger wichtig. Im Gegenteil: Jedes zusätzliche Zehntelgrad und jedes weitere Jahr oberhalb von 1,5 Grad erhöhen die Gefahr irreversibler Schäden an der Natur, die auch uns Menschen weiter gefährden. Die COP31 muss deshalb den Fokus auf die Umsetzung legen: Auf konkrete Fortschritte, die finanziert und überprüfbar sind.
Dazu Thomas Häusler, Verantwortlicher internationale Projekte beim WWF Schweiz und Mitglied der Schweizer Verhandlungsdelegation.
«Die COP31 wird daran gemessen werden, ob die Staaten dort den konkreten Klimaschutz deutlich beschleunigen. Viele dafür wichtige Ziele sind bereits beschlossen: der Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energieeffizienz und eine ausreichende Finanzierung für Länder des Globalen Südens. Was dringend noch vereinbart werden muss: Fahrpläne zum Ausstieg aus den fossilen Energien und dem Stopp der Abholzung.
Die Abkehr von Kohle, Öl und Gas und die Übersetzung in konkrete Politik ist eine Priorität für den WWF. Dabei helfen nationale Fahrpläne mit Zwischenzielen und regelmässiger Überprüfung. Gleichzeitig müssen erneuerbare Energien noch schneller ausgebaut und die Elektrifizierung von Verkehr, Gebäuden und Industrie vorangetrieben werden.
Überdies müssen die Industrieländer die bereits beschlossenen Erhöhungen der Klima- und Anpassungsfinanzierung für Länder des Globalen Südens tatsächlich umsetzen. Bisher haben sie noch nicht aufgezeigt, wie sie diese Erhöhung erreichen wollen – auch die Schweiz nicht.
Die Länder des globalen Südens brauchen diese Gelder, um zusätzliche Klimaschutzmassnahmen umzusetzen und um sich an die Folgen der Erhitzung anzupassen. Die jüngste Katastrophe in Nepal ist dafür nur ein Beispiel. Auch der Schutz und die Wiederherstellung von Wäldern und anderen Ökosystemen benötigen deutlich mehr Mittel. Denn die Natur ist unsere wichtigste Verbündete gegen die Klimakrise: Die Ozeane beispielsweise nehmen beträchtliche Mengen an CO2 und Wärme aus der Atmosphäre auf und dämpfen damit die Erwärmung.
Drittens muss die Schweiz ihren fairen Beitrag an Klima- und Anpassungsfinanzierung beziffern. Gemessen an der Wirtschaftskraft und dem Anteil am bisherigen globalen CO2-Ausstoss liegt dieser bei drei Milliarden Dollar.
Als bedeutender Finanzplatz hat die Schweiz dazu eine besondere Verantwortung: Sie muss dafür sorgen, dass Investitionen aus fossilen Energien in erneuerbare Energien, einen gerechten Strukturwandel und den Schutz der Natur umgelenkt werden, wie es im Pariser Abkommen festgelegt ist.»
Kontakt:
Thomas Häusler, Verantwortlicher internationale Projekte, WWF Schweiz, thomas.haeusler@wwf.ch
Sebastian Obrist Mediensprecher Klima & Energie, WWF Schweiz, sebastian.obrist@wwf.ch, 077 417 68 19