30. Oktober 2026 — Medienmitteilung

Die Welt muss das Artensterben viel engagierter angehen – insbesondere die Schweiz

Heute endet die UNO-Biodiversitätskonferenz (COP17) in Jerewan (Armenien) mit dem dringenden Aufruf, die Anstrengungen im Kampf gegen das weltweite Artensterben zu intensivieren. Auch wenn es zum genauen Wortlaut noch keine Einigung gab, ist klar, was getan werden muss: Naturschutz besser umsetzen, mehr Mittel zur Verfügung stellen und Finanzflüsse umgestalten.

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Biodiversität und finanzielle Risiken

Die Botschaft zum Abschluss der UNO-Biodiversitätskonferenz COP17 (siehe Box) in Jerewan ist klar: Es braucht mehr Tempo und Engagement, um den weltweiten Biodiversitätsverlust bis 2030 zu stoppen und umzukehren. Nicht eines der 2022 beschlossenen 23 Ziele ist zur Halbzeit im grünen Bereich – eine gravierende Bilanz, denn die Menschheit ist direkt von den vielfältigen Leistungen einer intakten Natur abhängig. Bis Freitagmittag gab es zu wichtigen Themen wie dem künftigen Finanzierungsmechanismus und der Gewinnverteilung aus genetischen Ressourcen noch keine Einigung. Aber diese ist bis Samstag früh zu erwarten, und die Staaten wissen, was zu tun ist.

Die Hausaufgaben aus Jerewan
«Der Halbzeitbericht der COP17 zeigt, wo der Kampf gegen den Biodiversitätsverlust stockt und wo auch die Schweiz ansetzen muss, die bei 90 Prozent ihrer Ziele nicht auf Kurs ist: Es braucht unbedingt mehr wirksame Massnahmen und Mittel für eine schonende Raumplanung und Landnutzung, für die Schaffung zusätzlicher Schutzgebiete, die Reduktion von Pestiziden und Überdüngung, sowie eine Wirtschaft im Einklang mit der Natur.» Nathalie Rutz, Koordinatorin Internationale Zusammenarbeit, Pro Natura

«Der Finanzplatz und der Rohstoffhandelsplatz der Schweiz sind grosse Treiber des weltweiten Artensterbens. Gemäss Empfehlung der COP17 müssen wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen so anpassen, dass die Finanzflüsse und wirtschaftlichen Aktivitäten die natürlichen Lebensgrundlagen hier in der Schweiz und weltweit fördern, anstatt zu zerstören.» Stephan Kellenberger, Leiter Nachhaltige Finanzpolitik, WWF Schweiz

«An der COP17 wurde die Umwandlung biodiversitätsschädigender Subventionen als wichtige Massnahme hervorgehoben und dafür eigens eine Koalition gegründet. Die Schweiz ist nicht dabei, [NR3.1]obwohl wissenschaftliche Studien belegen, dass wir naturschädliche Aktivitäten jährlich mit 40 Milliarden Franken Steuergeldern fördern, während ein Drittel unserer Arten vom Aussterben bedroht sind. Damit unsere Lebensgrundlagen geschützt und unser Wohlstand bewahrt werden, müssen diese Gelder von Naturzerstörung in Erhalt und Förderung der Natur umgeleitet werden». Raffael Ayé, Geschäftsführer, BirdLife Schweiz

Weitere Informationen:
Letzte Fassung der Entscheidung zum Global Review (PDF)
Letzte Fassung der Entscheidung zur Aufnahme der IPBES Berichte (Word-Doc)
Artensterben: Die Schweiz muss national das tun, was sie international fordert | Pro Natur
 

Kontakt:
Pro Natura: Nathalie Rutz, Koordinatorin Internationale Zusammenarbeit, Mitglied der zivilgesellschaftlichen Delegation vor Ort in Jerewan, +41 78 338 48 93, nathalie.rutz@pronatura.ch
BirdLife Schweiz: Raffael Ayé, Geschäftsführer, +41 76 308 66 84, raffael.aye@birdlife.ch
WWF Schweiz: Jonas Schmid, Mediensprecher, +41 79 241 60 57, jonas.schmid@wwf.ch