16. Juli 2019 — Medienmitteilung

In der Schweiz scheint ein Vielfaches mehr Sonne, als genutzt wird

In der Schweiz ist das Potenzial für Solarstrom auf den Dächern noch fast unangetastet. Dies zeigt eine von Swiss Energy Planning (SEP) durchgeführte Auswertung, die der WWF Schweiz heute veröffentlicht. Der WWF Schweiz ruft die Gemeinden dazu auf, diesen Trumpf im Kampf gegen den Klimawandel auszuspielen.

Installierte Solaranlage auf Dach

Die Auswertung untersucht pro Postleitzahl, wie viel vom Potenzial, das auf Schweizer Dächern vorhanden ist, effektiv für Solarstrom ausgenutzt wird. Und die Resultate sind brisant: Zwar nutzen die besten Gemeinden der Schweiz fast 23 Prozent des Potenzials aus. Durchschnittlich stehen sie jedoch erst bei rund drei Prozent. «Das ist längst nicht genug, um die Klimakrise abzuwenden», kommentiert Myriam Planzer, Projektleiterin Energiewende beim WWF Schweiz. «Die Schweiz hat auf ihren Dächern ein noch fast unangetastetes Potenzial, um den Ausstieg aus Erdöl und Erdgas zu ermöglichen».

Onnens (VD) sticht heraus
Die mit Abstand beste Gemeinde ist Onnens (VD) mit einer Ausnutzung von 78.95%. Auch sehr gut, aber deutlich weniger fortgeschritten, bei rund 20-23 %, sind die Postleitzahlen Neuendorf (AG), Courgenay (JU), Mellikon (AG) und Valsot (GR). Damit sind diese deutlich besser als die grosse Mehrheit der Schweizer Gemeinden. «Unser Ziel war, eine Standortbestimmung zu machen, um aufzuzeigen, dass eine Lösung für die Klimakrise auch auf unseren Dächern schlummert», so Planzer. Die Gründe für die Unterschiede wurden nicht untersucht. Sie reichen vom Engagement innovativer Solarpionierinnen und -Pioniere, aktiver Kommunikation der Gemeinden über gute Förderbedingungen bis zum Vorhandensein grosser Dachflächen (z.B. Industriehallen).

Als Vorbild vorangehen
Der WWF Schweiz ruft die Gemeinden dazu auf, als Vorbild voranzugehen. «Als Erstes können sie die gut geeigneten Dächer nutzen, die sie als öffentliche Hand besitzen: zum Beispiel Verwaltungsgebäude, Schulen, Turnhallen» so Planzer. «Zudem können sie den Bau von Solaranlagen vorantreiben. Einwohnerinnen und Einwohner brauchen attraktive Rückliefertarife und Förderbedingungen.»

Kontakt: Myriam Planzer, Projektleiterin Energiewende, 076 552 18 31, Myriam.planzer@wwf.ch
Link: https://www.wwf.ch/de/projekte/energiewende-in-den-gemeinden

Realisiertes Leistungspotenzial der zehn besten Gemeinden der Schweiz

  1. Onnens, 1425 (VD): 78.95%

  2. Neuendorf, 4623 (AG): 24.23%

  3. Courgenay, 2951 (JU): 22.73%

  4. Mellikon, 5465 (AG): 22.09%

  5. Valsot, 7560 (GR): 20.33%

  6. Ilanz/Glion, 7127 (GR): 20.17%

  7. Clos du Doubs, 2888 (JU): 19.83%

  8. Estavayer, 1541 (FR): 19.72%

  9. Lützelflüh, 3435 (BE): 19.69%

  10. Cronay, 1406 (VD): 19.45%

Hintergrund zur Auswertung
Die Auswertung hat Swiss Energy Planning (SEP) durchgeführt. Sie vergleicht das Potenzial auf gut geeigneten Schweizer Dächern (Open Government Data des nationalen Solarkatasters des BFE, www.sonnendach.ch) mit den Daten zur effektiven Ausnutzung (installierte Leistung aller Anlagen, die bei der Verwaltungsstelle Pronovo AG für die KEV oder EIV gemeldet sind und am 1. Januar 2018 in Betrieb waren). Weitere Informationen zu Swiss Energy Planning finden Sie unter https://www.swissenergyplanning.ch/