05. Mai 2020 — Medienmitteilung

Klimaprojekte von WWF und Coop sind ein Erfolg

Seit 2007 bis heute konnten durch Klimaschutzprojekte von WWF und Coop rund 400’000 Tonnen CO2 kompensiert und bei über 460’000 Menschen die Lebensbedingungen verbessert werden.

Weltkarte aus Pflanzen

Die Klimaschutzprojekte führen Coop und WWF seit 2007 im Rahmen ihrer umfassenden strategischen Partnerschaft durch. Die Erfolge der Klimaschutzprojekte bis Ende 2019 sind:

  • 393'864 Tonnen Klimagase vermieden.
  • Bei 461'465 Menschen die Lebensbedingungen verbessert. Das heisst beispielsweise Zugang zu sauberem Wasser, Senkung von Energiekosten, bessere Luftqualität in Innenräumen.
  • 2'144 Hektaren Fläche aufgeforstet oder Abholzung verringert.

Die Projekte sind «Gold Standard» zertifiziert oder streben eine «Gold Standard»-Zertifizierung an.

Zitate:
Katrin Oswald, Senior Manager Sustainable Markets:

  • «Der WWF unterstützt die Kompensation von Klimagasen nur, wenn dadurch ein nachweisbarer positiver Effekt für das Klima, die Menschen vor Ort und die Biodiversität entsteht. Ausserdem muss Kompensation immer ergänzend zu ambitiösen CO2-Reduktionen erfolgen, nicht anstelle von diesen. Das Engagement mit Coop tut dies.»
  • «Der Insetting-Ansatz mit Coop war pionierhaft und ist heute noch wegweisend. Er zeigt, wie innovativ und konsequent Coop den freiwilligen Klimaschutz angeht.»

CO2-Reduktion trotz Wachstum
Coop hat sich gegenüber dem WWF verpflichtet, bis 2023 die betrieblichen CO2-Emissionen trotz Wachstum zu halbieren (gegenüber 2008). Heute liegt die Reduktion bei 33 Prozent. Zusätzlich werden bei Warentransporten mit dem Flugzeug (von den kompensierten Emissionen der grösste Anteil), mit coop@home-Lieferfahrten und Geschäftsreisen die CO2-Emissionen vermieden und reduziert. Erst dann wird kompensiert. Die Kosten für die Flug-Kompensation werden der Coop-Beschaffung belastet. Bisher führte dies zu einer absoluten Reduktion von CO2-Emissionen aus Flugtransporten um 13 Prozent (gegenüber 2008). Was weiterhin per Flugzeug importiert wird, kennzeichnet Coop mit dem «by air»-Logo.

Insetting für Mensch und Umwelt
Alle Klimaschutzprojekte entsprechen dem sogenannten Insetting-Ansatz, den Coop und WWF entwickelten: Die Projekte finden ausschliesslich in Anbauregionen von Produkten statt, die bei Coop im Regal sind, zum Beispiel Kaffee, Kakao, Reis oder Schnittblumen – und die wenn immer möglich Fairtrade und Bio-zertifiziert. Die Projektinvestitionen und -mehrwerte kommen direkt den Produzenten zugute, welche Coop beliefern. Alle Projekte erfüllen die Anforderungen des «Gold Standard for the Global Goals» oder sind auf dem Weg dazu (best in class unter den Standards für Kompensationsprojekte) und werden regelmässig von unabhängigen Dritten zertifiziert. Sie erfüllen die Kriterien der Additionalität, das heisst sie würden ohne die Finanzierung durch Coop nicht umgesetzt.

Bessere Lebensbedingungen
Die Projekte leisten nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern generieren vor Ort Mehrwerte für Menschen und Biodiversität und beziehen dabei alle relevanten Interessensgruppen ein. Beispiele:

  • Effiziente Holzöfen mit weniger Holzverbrauch als herkömmliche Öfen sowie Biogasanlagen entlasten die Menschen vom Holzsuchen und verringern damit die Entwaldung. Sie erlauben zudem ein rauchfreies Kochen, was Menschenleben rettet: Laut WHO sterben weltweit mehr Menschen wegen Rauchemissionen aus dem Kochen über offenen Feuerstellen als wegen Malaria.
  • Die Aufforstung von Kakao-Plantagen nach modernen dynamischen Agroforstsystemen ermöglichen den Anbau von Mischkulturen und machen Pflanzungen resistenter gegen Schädlinge, Krankheiten und Klimaschwankungen. Sie helfen den Bauernfamilien ihr Einkommen auf mehrere Standbeine zu verteilen und tragen zur Ernährungssicherheit bei.

Mehrwert durch Klimaschutz
Die Gesamtwirkung der bisher investierten Mittel in Projekte lässt sich mittels Kennzahlen des Internationalen Währungsfonds und des Gold Standard monetarisieren. Mit den von Coop bis 2019 investierten 22 Millionen Franken werden Coop und WWF bis zum Ende der Projektlaufzeiten Folgendes erreichen:

  • 717‘458 Tonnen CO2 reduziert
  • 105,7 Millionen Franken Klima-Schadenskosten vermieden
  • 38,1 Millionen Franken Biodiversitäts-Mehrwert geschaffen
  • 26,4 Millionen Franken Mehrwert bei Lebensbedingungen generiert
  • 24,7 Millionen Franken Gesundheitskosten vermieden
  • 194,9 Millionen Franken TOTAL Mehrwert geschaffen

Box:
Bedingungen für freiwilligen Klimaschutz mit dem WWF
Klimakompensation darf kein CO2-Ablasshandel sein. Deshalb unterstützt der WWF Kompensation von Klimagasen nur, wenn

  • das Unternehmen eine umfassende Partnerschaft und Umwelt-Zielsetzungen mit dem WWF hat.
  • das Engagement einen positiver Klimaeffekt hat: D.h. das Unternehmen verfolgt ambitionierte CO2-Vermeidung und -Reduktionen und kompensiert nur die minimierten Emissionen.
  • das Engagement eine lenkende Wirkung in den klima-relevantesten Bereichen hat.

Voraussetzungen für Klimaschutzprojekte:

  • Sie werden gemäss den Anforderungen des «Gold Standard for the Global Goals» umgesetzt und regelmässig von unabhängigen Dritten zertifiziert. Darüber wird transparent berichterstattet.
  • Sie bieten Additionalität, d.h. sie würden ohne die Finanzierung des Unternehmens nicht umgesetzt.
  • Sie leisten einen Beitrag zum Klimaschutz, generieren Mehrwerte für Menschen und Biodiversität und beziehen alle relevanten Interessensgruppen vor Ort ein.

Weiterführende Informationen:

Kontakt:
Katrin Oswald, Senior Manager Sustainable Markets, WWF Schweiz, 044 297 21 88, katrin.oswald@wwf.ch
Corina Gyssler, Kommunikationsberaterin, WWF Schweiz, 044 297 22 54, corina.gyssler@wwf.ch