17. Juni 2019 — Medienmitteilung

Schweizer bleiben am Boden fürs Klima

Weniger fliegen liegt im Trend. Knapp 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wollen in Zukunft weniger fliegen oder ganz auf Flugreisen verzichten. Das zeigt eine Bevölkerungsumfrage des WWF Schweiz. Ein Gesinnungswandel scheint im Gange, aber es bleibt noch ein langer Weg zu einer klimafreundlichen Mobilität.

Zug vor Morteratsch-Gletscher

Zwei von fünf Schweizerinnen und Schweizern wollen in Zukunft aus Rücksicht aufs Klima weniger oder gar nicht mehr fliegen. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des WWF Schweiz. Das Marktforschungsinstitut GfK Switzerland hat dazu rund 1’000 Privatpersonen im Alter von 16-74 Jahren in der Deutsch- und Westschweiz online befragt. 27 Prozent der Befragten bestätigen zudem, bereits in den letzten zwei Jahren aus ökologischen Gründen auf Flugreisen verzichtet zu haben. Schweizerinnen und Schweizer sind sich also zunehmend über die ökologischen Folgen ihrer Flugreisen bewusst.

Der WWF zeigt sich erfreut über die Umfrageergebnisse. «Die Befragung deutet auf eine mögliche Trendwende hin», sagt Patrick Hofstetter, Klimaexperte beim WWF Schweiz. «Ob aber tatsächlich eine anhaltende Verhaltensänderung in der Bevölkerung stattfinden wird, bleibt offen.» Fakt ist: Die Schweiz ist ein Vielfliegerland. Ob Mallorca, Gran Canaria, Bali oder die Malediven – Herr und Frau Schweizer steigen rund drei Mal so oft in ein Flugzeug wie EU-Bürger. Und das, obwohl der übermassige Flugverkehr verheerend für unser Klima ist. In der Schweiz ist er gar für über 18 Prozent unserer Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

Der Flughafen Zürich verliert Passagiere

In Schweden führte die Klimadebatte bereits zu sinkenden Passagierzahlen. Schwedische Flughäfen verzeichneten letztes Jahr ein Nullwachstum, dieses Jahr bereits einen Rückgang an Flugreisenden um fünf Prozent. Doch auch in der Schweiz deuten erste Anzeichen auf eine Verhaltensänderung hin. Am Flughafen Zürich gingen im April erstmals nach zwei Jahren die Lokalpassagierzahlen zurück. Ein starker Kontrast zur bisherigen Wachstumsrate von durchschnittlich fünf Prozent zum Vorjahres-Monat. «Im Vielfliegerland Schweiz ist eine Stabilisierung des Flugverkehrs schon ein kleiner Erfolg. Aber das Klima braucht deutlich mehr Leute, die bewusst aufs Fliegen verzichten», sagt Patrick Hofstetter.

Tipps für nachhaltiges Reisen

•    Einfacher planen
Bei der SBB oder dem Verkehrsclub findet man die besten Europa-Verbindungen. Bei Europareisen haben die Online-Fahrpläne von der Deutschen Bahn und ÖBB einen guten Ruf.
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Reisen mit der Bahn muss nicht teuer sein. Besonders wer früh bucht, findet auch im internationalen Zugverkehr Sparangebote. Neben den SBB helfen Spezialisten wie Simple Train, Gleisnost oder Bahnfüchse bei der Suche nach guten internationalen Verbindungen zu fairen Preisen.
•    Mehr als Zug
In der Schweiz kreuzen sich die Fernwanderwege E1 vom Nordkap nach Sizilien und E4 von der portugiesischen Atlantikküste nach Griechenland: Warum also nicht einfach zu Fuss in die Ferien? Oder mit dem Velo? Für beides sind die Routen und Karten von Schweizmobil ein idealer Start.
•    Ziele setzen
Ein Ziel erreichen macht glücklich. Setzen Sie sich zum Ziel, ein Jahr lang nicht zu fliegen. Und dann am besten grad noch eines. Eine andere hilfreiche Regel: Fliegen Sie nur, wenn Sie pro Flugstunde mindestens eine Woche am Zielort verbringen - so werden Fernreisen automatisch zum seltenen und damit besonderen Erlebnis.
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