24. März 2026 — Medienmitteilung

WWF-Kommentar zu den Axpo Energy Reports: Abwiegeln statt Umsetzen?

Erneuerbare Energien sind die Zukunft für eine sichere und günstige Schweizer Stromversorgung. Das bestätigen die heute publizierten Energy Reports der Axpo. Das Stromversorgungsunternehmen empfiehlt im Grundsatz ein Szenario, das primär auf den Ausbau der Erneuerbaren setzt, knüpft dies jedoch an Bedingungen und hält sich gleichzeitig weitere Optionen offen. Der WWF begrüsst, dass sich die Axpo verstärkt an der Energiewende beteiligen will. Um jedoch vom Abwiegeln ins Umsetzen zu kommen, wäre eine klare, unmissverständliche Selbstverpflichtung erforderlich. 

Die Axpo-Studie reiht sich ein in eine Vielzahl von Analysen von Beratungsunternehmen, Bund, ETH und Universitäten und Verbänden mit jeweils unterschiedlichem Fokus und Absicht. Wie üblich bei Studien hängt das Ergebnis auch davon ab, welche Annahmen gemacht oder eben nicht gemacht werden.  

Dabei beurteilt der WWF mehrere Annahmen kritisch, insbesondere zu den Kosten einzelner Technologien. Gas- und Atomstrom werden auffällig günstig ausgewiesen, während die bedeutenden privaten Investitionen seit 2017 in die Energiewende unterschätzt werden. Zur Einordnung der vorliegenden Resultate hat der WWF einen Fragenkatalog verfasst: 25 Fragen zu den Axpo Energy Reports.

Einordnung der Studie von Patrick Hofstetter, Klima- und Energieexperte beim WWF Schweiz:

«Solarstrom, der bei der Bevölkerung besonders hohe Akzeptanz geniesst, erscheint rechnerisch deutlich teurer als in vergleichbaren Prognosen.»

«Insgesamt kritisch zu beurteilen ist die Rolle von Erdgas in den Szenarien und insbesondere die Forderung, die CO2-Abgabe darauf zu streichen. Umweltschadenskosten dürfen nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Nur wenn diese eingepreist werden, haben klimaverträglichere Technologien eine faire Chance am Markt.»

«Am Ende ist es dennoch ein wichtiges Signal an den Markt und besonders an die Politik, dass die Axpo weiterhin am Ausbau der Erneuerbaren festhält. Besonders positiv aufgefallen ist, dass laut der noch nicht veröffentlichten ETH-Studie die Integration von Photovoltaik ins Netz keinesfalls zu relevanten Mehrkosten führt. Das ist eine Bestätigung des bisherigen Wegs und zeigt erneut, dass Atomträumereien in der Realität keinen Platz haben.»

Kontakt:

Sebastian Obrist, Mediensprecher, WWF Schweiz, sebastian.obrist@wwf.ch, 077 417 68 19