Die Klimaallianz, zu der auch der WWF gehört, überreicht in Bern eine Petition.

Abstimmungen und Wahlen

Mit Abstimmungen und Wahlen werden wichtige Weichen für die Zukunft der Umwelt gestellt. Der WWF bringt sich deshalb aktiv in Abstimmungs- und Wahlkämpfe ein und setzt umweltrelevante Themen auf die politische Agenda.

Wie umweltfreundlich sind die Parlamentarier?

Durchschnittlich stimmen unsere Parlamentarier und Parlamentarierinnen nur noch bei 46 Prozent aller Abstimmung zugunsten der Umwelt.

Die Umweltallianz, zu der auch der WWF gehört, analysiert in einem Umweltrating jährlich, wie umweltfreundlich Parlamentarierinnen und Parlamentarier abstimmen. Wer umweltpolitischen Vorlagen immer zustimmt, erreicht dementsprechend eine Bewertung von 100 Prozent. Daraus errechnet die Umweltallianz den Durchschnitt für die einzelnen Parteien und auch den National- und Ständerat als Gesamtes. So zeigte das Rating vom Dezember 2016 zum Beispiel, dass das durchschnittliche Nationalratsmitglied im ersten Jahr der neuen Legislaturperiode auf eine Umweltfreundlichkeit von bloss 46 Prozent kommt. Demgegenüber verzeichnete das durchschnittliche Ratsmitglied in der Legislatur 2011 bis 2015 noch eine Umweltfreundlichkeit von 52 Prozent.

Diese Verschlechterung wiederspiegelt die Tatsache, dass umweltpolitische Vorlagen heute einen schweren Stand haben. Besonders in den Bereichen «Landwirtschaft», «Verlagerungspolitik», «Energiepolitik» und «Artenschutz» stimmt der Nationalrat deutlich weniger umweltfreundlich als in der letzten Legislatur.

Die Umweltallianz schaut den Parlamentariern nicht nur auf die Finger, sondern bietet den Bürgerinnen und Bürgern auch im Vorfeld von Wahlen Orientierungshilfen. Für jeden Wahlkandidaten erstellen wir ein Umweltprofil, das zeigt, wie umweltfreundlich die Wahlversprechen der einzelnen Kandidaten sind.

Eine Fotomontage des Bundeshauses für die WWF Wahlbeilage 2015

Einsatz für eine ökologische Politik – wir setzen uns dafür ein, dass die Entscheidungen des Bundeshauses ökologischer werden

Einsatz zum Beispiel für die Energiewende ...

«Die Bürgerinnen und Bürger legten mit dem Ja zur Energiestrategie auch ein Ja für mehr Klimaschutz und Natur in die Urne.»

2017 hat die Schweiz über die Energiestrategie 2050 abgestimmt. Die Energiewende ist eines unserer Kernthemen und wir haben uns mit grossem Einsatz für diese wichtige Abstimmung engagiert. In dem verbandsübergreifenden «Verein Ja zur Energiestrategie 2050» hat der WWF die Bevölkerung über die Vorteile der Abstimmungsvorlage aufgeklärt. Mit Strassenaktionen, Medienarbeit, Social-Media-Kampagnen und Infoanlässen konnten wir das Thema in der Öffentlichkeit präsent machen und unseren Argumenten viel Gehör verschaffen. Die Mitarbeiter des WWF Schweiz und der Regionalsektionen haben zahlreiche Flyer-Verteil-Aktionen organisiert und auf lokaler Ebene viele Freiwillige mobilisieren können, bei Podien mitgewirkt oder sich in den Regionalmedien in die Debatte eingebracht.

Und die Arbeit des WWF und der unzähligen freiwilligen Abstimmungshelfer in unseren Regionalsektionen hat sich ausgezahlt: Das Schweizer Stimmvolk hat die Vorlage zur Energiestrategie klar angenommen. Es hat damit nicht nur Ja gesagt zu einheimischer erneuerbarer Energie. Die Bürgerinnen und Bürger legten damit auch ein Ja für mehr Klimaschutz und Natur in die Urne.

... und den Artenschutz

Mit 57,8 Prozent wurde 1987 die Initiative «Schutz der Schweizer Moore» angenommen.

Nicht nur unser Themenschwerpunkt «Klima und Energie» ist immer wieder Thema von nationalen Abstimmungen, sondern beispielsweise auch der Arten- und der Gewässerschutz, beides weitere Kernthemen des WWF. Deshalb engagiert sich der WWF auch bei Abstimmungen, die Auswirkungen auf unsere Arbeit in diesen Bereichen haben. Und wir tun dies praktisch seit unserer Gründungszeit.

Es war eine politische Sensation, als das Schweizer Stimmvolk 1987 die Rothenturm-Initiative zum Schutz der Moore annahm. Die Initiative war Anfang der 1970er-Jahre ausgelöst worden, als das Militär in der Moorlandschaft von Rothenturm einen Waffenplatz plante. Der Widerstand der lokalen Bevölkerung brachte das Projekt ins Wanken, die Initiative des WWF, welche die Seite der Bauern unterstützte, gab ihm den Rest. In nur gerade sechs Monaten kamen 163'000 Unterschriften für die nationale Volksinitiative zum «Schutz der Schweizer Moore» zusammen, die Initiative wurde in der darauffolgenden Volksabstimmung mit 57,8 Prozent angenommen. Ein Erweckungsmoment für den Umweltschutz.

An der Seite des Schweizerischen Fischereiverbandes setzte sich der WWF 2009 für den Gewässerschutz ein. Nachdem die Initiative «Lebendiges Wasser» mit 161'836 Unterschriften eingereicht wurde, überarbeitete das Parlament das Gewässerschutzgesetz umfassend und verbesserte es in zentralen Punkten. Mit diesem Gegenvorschlag konnten zahlreiche Ziele der Initiantinnen erfüllt werden, so dass die Initiative daraufhin zurückgezogen wurde. Der Gegenvorschlag wurde vom Stimmvolk angenommen.

Der Gegenvorschlag des Parlaments zur Volksinitiative «Für Ernährungssicherheit» des Bauernverbandes kam am 24. September 2017 vors Volk. Der WWF unterstützte diesen Vorschlag, weil eine sichere Ernährung mittelfristig nur möglich ist, wenn die natürlichen Ressourcen für die Produktion von Lebensmitteln wie Böden und Gewässer geschont werden und das Kulturland geschützt wird. Sichere Ernährung heisst immer ökologische Produktion. Dies hielt der Gegenvorschlag im Gegensatz zur Initiative explizit fest. Der Gegenvorschlag wurde mit einer grossen Mehrheit angenommen.

WWF-Mitarbeiter verteilen Flyer vor der Abstimmung über die Energiestrategie

WWF-Mitarbeiter verteilen Flyer vor der Abstimmung über die Energiestrategie

Was Sie tun können

Am wichtigsten ist, dass Sie Ihre Stimm- und Wahlrechte wahrnehmen. Wählen Sie Personen, die eine umweltfreundliche Politik machen. Gehen Sie abstimmen. Darüber hinaus können Sie uns als WWF-Mitglied helfen, dass unsere Stimme in der Öffentlichkeit mehr Gewicht erhält. Und als Teil unserer Freiwilligengemeinschaft können Sie sich für wichtige Abstimmungen zusätzlich engagieren.

WWF-Mitglied

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Als WWF-Mitglied sind Sie Teil unseres grossen Netzwerks: Über 5 Millionen Menschen rund um den Globus unterstützen unsere Projekte.

Freiwillige der Sektion WWF St. Gallen helfen am Brändliberg, St. Gallen, Schweiz

Freiwilligenarbeit

Setzen Sie sich aktiv für unsere Natur und Umwelt ein und wählen Sie aus verschiedenen Freiwilligen-Einsätzen aus.