/ ©: WWF / Martina Lippuner

Madagaskar

Madagaskar trennte sich vor 165 Millionen Jahren vom afrikanischen Kontinent ab. Seither hat sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickelt.
80 Prozent aller Pflanzen, davon 4000 Baumarten, die Hälfte aller Vögel, 90 Prozent der Reptilien und Amphibien und sämtliche Säugetiere wie die charakteristischen Lemuren (Halbaffen) sind endemisch, das bedeutet, dass sie nur auf Madagaskar vorkommen.

Doch die Umweltzerstörung ist enorm. Von den ursprünglichen Waldflächen sind heute nur noch zehn Prozent erhalten. Die artenreichen Regenwälder im Osten und Nordwesten der Insel sind grösstenteils verschwunden und die Zahl der zusammenhängenden Waldflächen hat drastisch abgenommen.

Eine Ursache des Waldverlusts ist die Armut. Madagaskar zählt zu einem der ärmsten Länder der Welt: 90 Prozent der Bevölkerung muss mit weniger als 2 US-Dollar pro Tag auskommen. Die Bevölkerung übernutzt die natürlichen Ressourcen um sich mit dem Nötigsten einzudecken. Auf der Strecke bleibt die Natur.

Für die Herstellung von Brennholz und Holzkohle sind viele Bauern zum illegalen Holzschlag gezwungen. Brandrodung gefährdet die langfristige Ernährungssicherheit zusätzlich. Deshalb setzt sich der WWF neben dem Schutz der Wälder auch stark für die Ernährungssicherheit in den Dörfern der Projektgebiete ein. Denn Umweltschutz ist nur möglich, wenn die lokale Bevölkerung alternative Einkommensquellen erhält.

Wie dies der WWF konkret umsetzt, zeigt das Beispiel eines WWF Projekts auf Madagaskar:

Das können Sie tun

  • Helfen Sie uns die grünen Lungen unserer Erde und den Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen zu bewahren.

    Den Regenwald schützen
Northern Highlands, Madagascar / ©: WWF Madagascar / Volontaires

Northern Highlands

Die Regenwälder der Northern Highlands Madagaskars mit ihren einmaligen Tier- und Pflanzenwelt sind bedroht. Der WWF setzt dich für den Schutz der Wälder ein und hilft der einheimischen Bevölkerung bei umwelt-
schonenden Anbaumethoden ausserhalb der Wälder, um Brandrodungen zu vermeiden.

 

Leistungsausweis

  • 7 Frauen wurden im Barefoot College in Indien ausgebildet, um die Stromversorgung auf dem Land zu sichern und die Arbeit des WWF-Teams in zwei Dörfern zu unterstützen. Die Haushalte dieser zwei Dörfer wurden mit Solarlampen ausgestattet und mehr als die Hälfte haben Zugang zu solaren Kleinanlagen. Diese Erfolgsgeschichte wurde Ende 2013 mit einem Film an den "Europäischen Entwicklungstagen" in Brüssel gezeigt und erhielt somit nationale und internationale Aufmerksamkeit.
     


  • Management-Qualität der Schutzgebiete erhöhen

    Bis 2016 macht Madagaskar grosse Fortschritte bei der Entwicklung effektiv gemanagter Schutzgebiete. Diese Gebiete werden im Einklang mit der lokalen Kultur gemanagt und tragen zu verbesserten Lebensbedingungen für die Bevölkerung und reduziertem Stress für die Ökosysteme bei.
     

    Schutz wichtiger Tier- und Pflanzenarten

    Bis 2016 werden Initiativen gestartet und wissenschaftlich fundierte Massnahmen getroffen, um den Schutz wichtiger Madagassischer Tier- und Pflanzenarten zu gewährleisten.

    Nachhaltiger Fischfang

    Bis 2016 bestehen lokale, nationale und regionale Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Management von Korallenfischen, Shrimps und Thunfisch.

    Nachhaltige Energiegewinnung

    Bis 2016 wird die Gewinnung von Energie aus nachhaltigen Quellen politisch und finanziell in einer Weise unterstützt, dass sie einen Beitrag an den Schutz der Wälder und an einen kleinen Madagassischen Fussabdruck leistet.

    Öffentliche Wahrnehmung für den Naturschutz

    Bis 2016 ist die Madagassische Zivilgesellschaft so gestärkt, dass sie aktiv mehr Transparenz, Rechenschaft und Partizipation in der Verwaltung natürlicher Ressourcen einfordert. Dies führt zu verbesserten politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für den Erhalt der Biodiversität in Madagaskar.



  • Management-Qualität der Schutzgebiete erhöhen

    positiv  

    Das Mahafaly-Plateau, für den WWF eine prioritäre Landschaft, ist eines der trockensten Gebiete in Madagaskar und ist vom grössten Naturwald im Süden von Madagaskar (über 700 000 ha) bedeckt. Das Gebiet zeichnet sich durch einen grossen Anteil endemischer Pflanzen und Tiere aus. Um spezifische Probleme in dieser Landschaft anzugehen, initiiert der WWF seit 2003 sogenannte COBAs (Communauté de base). Eine COBA ist eine Dorfgemeinschaft, die verantwortlich ist für den nachhaltigen Gebrauch von natürlichen Ressourcen. Das Mahafaly-Gebiet ist durch Brandrodung, zunehmende Vieh-Wirtschaft und Rodung für Feuerholz bedroht. Die Überarbeitung des SRAT ist eine Gelegenheit für den WWF und seine Partner, die Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitsstrategien auszubauen. Die Pläne müssen nun jedoch in den COBAs umgesetzt werden.
    Auf Grund häufigen Wechsels der politischen Vertreter wurden keine zusätzlichen Schutzgebiete erstellt. Mangels Finanzierungsmöglichkeiten konnte die Management-Effektivität nicht jährlich für alle existierende Schutzgebiete erhoben werden.
    Die Versprechen des Präsidenten von Madagaskar, die Anzahl Schutzgebiete zu erweitern sowie die Stabilisierung der politischen Lage lassen jedoch zukünftig auf mehr und besser verwaltete Schutzgebiete hoffen.
     

    positiv   Das Projekt für Süsswasser-Ressourcen im Mahafaly-Plateau ist in der Entwicklungsphase. Auf Basis der erhobenen Daten kann ein Gefährdungsindexes für Süsswasserarten und -lebensräume erstellt werden. Dies sind wichtige Bausteine, diese einzigartigen Landschaften in Zukunft effizienter zu schützen.
    Das Mangrovenaufforstungsprojekt im Manambolo-Gebiet wird umgesetzt.   
     
    positiv   Viele Kleinbauern sind auf Grund der zunehmenden Trockenheit an die Küste umgesiedelt und betreiben nun Fischerei. Dies führt zu einem Rückgang der Fischbestände. In der Folge ist seit 2010 das Grundeinkommen um 26% gesunken. Der WWF plant nun Projekte, um der Umsiedlung entgegenzuwirken.
    Dank der zunehmenden Diversifizierung der Tätigkeiten der lokalen Bevölkerung (Bienenzucht, Süsskartoffeln, Kaffee und Gemüseanbau) stieg in COFFAV zum zweiten Jahr in Folge das Einkommen um 30%.
     

    Schutz wichtiger Tier- und Pflanzenarten

    positiv  

    Aufgrund der politischen Instabilität verzögerte sich die internationale Zusammenarbeit. Seit der Einleitung der Zusammenarbeit mit dem CNRE wurde eine Sampling-Methodik entwickelt und erste Daten wurden in drei Gebieten für zwei Arten erfasst. Künftig müssen jedoch grosse Anstrengungen unternommen werden, um den Schutz der Meeresschildkröten zu verbessern.
     

    positiv   Der illegale Land- und Meeresschildkrötenhandel nimmt dramatisch zu. Wegen Korruption wurden die Täter bisher oft nicht strafrechtlich verfolgt. Der WWF fokussiert nun auf die Erkennung der Schmuggelrouten, um den illegalen Handel effizient zu reduzieren. Trotzdem konnten im Südwesten lokale Abkommen für einen besseren Schutz der Schildkröten implementiert werden. Ausserdem hat die Verstärkung der Zusammenarbeit und des Vertrauens zwischen Polizei, Forstbehörden und WWF zu ersten Erfolgen geführt. 30 Landschildkröten wurden vom "Joint Commitee" (Polizei, Forstbehörden und WWF) gerettet. 10 weitere wurden nach Radiokampagnen gegen Schmuggel freigelassen. Das zeigt, dass die ersten Massnahmen erfolgreich sind und vermutlich noch wirkungsvoller werden, wenn die politische Lage stabilisiert ist.
     
    positiv   Nach der Aufnahme bedrohter malagassischer Holzarten auf die CITES-Liste letztes Jahr, wurde in diesem Geschäftsjahr ein Länderübergreifendes Projekt zur Umsetzung der CITES Richtlinien zwischen den WWF Organisationen in China, Sambia und Madagaskar lanciert.
     

    Nachhaltiger Fischfang

    positiv  

    WIO-Staaten haben Fortschritte in der wirksamen Verwaltung von Fischereien erzielt. Diese nationale Strategie zur Verbesserung der Fischerei soll eine verstärkte Kontrolle und Überwachung der Thunfisch- und Thunfischartigen Fischerei erlauben.

     

    Nachhaltige Energiegewinnung

    positiv  

    Holz ist die primäre Energieressource in Madagaskar und machte 2012 92% der Energieversorgung aus. Nachdem ein Inventar der Holzreserven im 2012 den kritischen Zustand dieser Ressource hervorhob, wurden neue Strategien entwickelt, um dieses Problem zu bewältigen.
    Bisher war die Brennholzgewinnung nicht reguliert; eine nicht nachhaltige Nutzung dieser Ressource war die Folge. In diesem Geschäftsjahr wurde in mehreren Gemeinden ein regulierendes Abgabesystem für die Brennholzgewinnung implementiert.
    Um der gravierenden Abholzung entgegenzuwirken, sind Aufforstungsprojekte der Brennholzarten im Gang. Bisher wurden über 1000 Hektar aufgeforstet. Aufgrund der rauen Wetterbedingungen ist die Erfolgsrate der Neupflanzungen jedoch viel geringer als erwartet.
     

    positiv   Die Umstellungsrate auf den energiesparenden "fatana mitsitsy"-Ofen ist steigend und der WWF hat das Verteilungsgebiet der Öfen ausgeweitet. Obwohl dieser Ofen immer noch Holz verbraucht (nicht z.B. Solarenergie), erlaubt dessen Herstellung aus Lehm, beim Kochen Energie zu sparen. Das hilft, Druck auf die Naturwälder zu senken und spart den Familien Geld. Im Süden des Landes wurden insgesamt 5550 energiesparende Kochherde und 100 Solarkocher verteilt.
     
    positiv   Im vergangenen Jahr wurden Vorbereitungen getroffen, um Frauen ins Barefoot College nach Indien zu schicken. In diesem Geschäftsjahr sind 7 Frauen mit einer Ausbildung zurückgekehrt, um die Stromversorgung auf dem Land zu sichern und die Arbeit des WWF-Teams in zwei Dörfern zu unterstützen. Bis jetzt wurden Haushalte zweier Dörfer mit Solarlampen ausgestattet und mehr als die Hälfte haben Zugang zu solaren Kleinanlagen. Dieses Projekt ist noch nicht abgeschlossen, weil es Verzögerungen bei den Materiallieferungen in die abgelegenen Dörfer gab.
    Die Erfolgsgeschichte dieses Projekts wird mit einem Film an den "Europäischen Entwicklungstagen" in Brüssel gezeigt und so hoffentlich nationale und internationale Aufmerksamkeit erhalten.
     

    Öffentliche Wahrnehmung für den Naturschutz

    positiv   Die Bevölkerung für kritische Umweltprobleme zu sensibilisieren, ist eine äusserst wichtige Aufgabe des WWF. Daher wurden mehrere CSO-Plattformen entwickelt. Erste Erfolge wurden verzeichnet; heutzutage zögern viele Plattformen nicht mehr, Schmuggler anzuzeigen. Somit helfen sie den Behörden, den illegalen Handel zu bekämpfen.
    Diese Resultate sind ermutigend, auch wenn andere CSO-Plattformen immer noch zögern, illegalen Handel (mit Schildkröten und Holz) anzuzeigen und sie somit den Qualitätsanforderungen des WWF nicht gerecht werden.
    Der WWF Madagaskar wird weiterhin daran arbeiten, die malagassische Bevölkerung für Umweltprobleme zu sensibilisieren.

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