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Kenias Einwohner testen den Holzofen, Naivasha in Kenia

Freiwilliger Klimaschutz von Unternehmen

Zuerst Reduzieren, dann Kompensieren. Mit diesem Zwei-Stufen-Ansatz arbeitet der WWF mit Firmenpartnern im Klimaschutz wie beispielsweise mit Coop. Das wirkt für Mensch und Natur

Wenn Kompensieren, dann richtig

Der WWF unterstützt Unternehmen, mit denen er eine umfassende Partnerschaft hat, in ihrem Klimaschutz-Engagement. Dies aber nur unter der Bedingung eines Zwei-Stufen-Ansatzes, der einen positiven Klimaeffekt generiert: Primär müssen Emissionen vermieden und reduziert werden. Lediglich minimierte Emissionen werden kompensiert.  

Die Kompensationsprojekte leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, generieren Mehrwerte für Menschen und Biodiversität und beziehen alle relevanten Interessensgruppen vor Ort ein. Dabei erfüllen sie die hohen Anforderungen des «Gold Standard for the Global Goals» oder sind auf dem Weg dazu (best in class unter den Standards für Kompensationsprojekte) und werden regelmässig von unabhängigen Dritten zertifiziert. 

Klimaschutz wirkt: für Mensch und Umwelt

Der WWF unterstützt die Kompensation von Klimagasen nur, wenn dadurch ein nachweisbarer positiver Effekt für das Klima, die Menschen vor Ort und die Biodiversität entsteht. Ausserdem muss Kompensation immer ergänzend zu ambitiösen CO2-Reduktionen erfolgen, nicht anstelle von diesen. Das Engagement mit Coop tut dies.

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Katrin Oswald

Coop und WWF sind seit 2006 strategische Partner zur umfassenden Förderung von Nachhaltigkeit, zum Beispiel im Klimabereich. Coop hat sich verpflichtet, bis 2023 die betrieblichen Emissionen gegenüber 2008 zu halbieren. Heute liegt die Reduktion bei 33 Prozent.

Zusätzlich engagiert sich Coop seit 2007 dafür, bei Warentransporten mit dem Flugzeug (grösster Anteil), bei coop@home-Lieferfahrten und Geschäftsreisen die CO2-Emissionen zu vermeiden, zu reduzieren und freiwillig zu kompensieren. Zu diesem Zweck haben Coop und WWF 2007 ein pionierhaftes Klimaschutz-Engagement entwickelt, das die strengen Bedingungen des WWF erfüllt.

Dass dieses wirkt, zeigt zum einen die absolute Reduktion von Emissionen aus Flugtransporten um 13 Prozent gegenüber 2008. Die Kosten für die Flug-Kompensation werden der Coop-Beschaffung belastet. Was weiterhin per Flugzeug importiert wird, kennzeichnet Coop mit dem «by air»-Logo.

Zum anderen schaffen die Kompensations-Projekte Mehrwert für Klima, Mensch und Natur. Bis Ende 2019 wurden insgesamt:

  • 393'864 Tonnen Klimagase vermieden.
  • Bei 461'465 Menschen die Lebensbedingungen verbessert: Das heisst beispielsweise Zugang zu sauberem Wasser, Senkung von Energiekosten oder bessere Luftqualität in Innenräumen.

  • 2'143 Hektaren Fläche aufgeforstet oder Abholzung verringert.

Die Projekte werden regelmässig von unabhängigen Stellen überprüft und nach «Gold Standard» zertifiziert oder sie befinden sich auf dem Weg dazu.  

Die Gesamtwirkung der bisher investierten Mittel in Projekte  lässt sich mittels Kennzahlen des Internationalen Währungsfonds und des «Gold Standards» monetarisieren. Mit den von Coop bis 2019 investierten 22 Millionen Franken werden Coop und WWF bis zum Ende der Projektlaufzeiten Folgendes erreichen:   

  • 717‘458 Tonnen CO2 reduziert 

  • 105,7 Millionen Franken Klima-Schadenskosten vermieden 

  • 38,1 Millionen Franken Biodiversitäts-Mehrwert geschaffen 

  • 26,4 Millionen Franken Mehrwert bei Lebensbedingungen generiert 

  • 24,7 Millionen Franken Gesundheitskosten vermieden 

  • 194,9 Millionen Franken TOTAL Mehrwert geschaffen 

Pionierhaftes und langfristiges Wirken

Coop und WWF entwickeln das gemeinsame Engagement stetig weiter. 2011 entwarfen sie gemeinsam den Insetting-Ansatz: Klimaschutz-Projekte werden seither ausschliesslich in Coop-Lieferketten aufgebaut. Konkret finden solche Projekte in Anbauregionen von Produkten wie Kaffee, Kakao, Reis oder Schnittblumen statt, die bei Coop ins Regal gelangen. Wenn immer möglich sind diese Produkte Fairtrade- und Bio-zertifiziert. Die Projektinvestitionen und -mehrwerte kommen direkt den Produzenten zugute, welche Coop beliefern.  

Der in 2011 erstmalig vom WWF und Coop durchgeführte Insetting-Ansatz ist auch heute noch wegweisend. Er erfordert Innovationskraft und eine langfristige Vision von beiden Seiten. Der mehrjährige Projektaufbau wird vollumfänglich von Coop vorfinanziert. Das freiwillige Klimaschutz-Engagement von Coop und WWF läuft bis mindestens 2024 weiter. 

Coop-WWF Insetting

Biogas Indien

Lampen Madagascar

Aufforstung Honduras

Aufforstung Kenia

Agroforstwirtschaft Ghana

Kochöfen Kenia

Kochöfen China

Kochöfen Kenia

Aufforstung Ecuador

Wasserfilter Tansania

Agroforstwirtschaft Ecuador